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Entropie

Was ist ein Superuser?


Hier seit: 19.09.2005
Beiträge: 3047

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Verfasst am: 23/1/2012, 05:18  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

MasterOfDisaster hat geschrieben:

Versuch Dir mal vorzustellen, wie der Unibetrieb aussehen würde, wenn wir da auch jedesmal gleich die Feuerwehr rufen würden und ich dann sage "Naja, die Übelkeit bei dem einen Studenten könnte jetzt natürlich von dem Stoff xxx herkommen, den haben wir nämlich im Lagerschrank stehen...."
Dann müsste die Feuerwehr erstmal von einem GAU ausgehen und mit dem Austreten genau dieses Stoffes rechnen, völlig unabhängig davon, ob der jetzt irgendwas damit zu tun hat oder ob der arme Student einfach nur überempfindlich auf eine Portion schlechte Laborluft reagiert hat.


Zumal die Ursachen schliesslich ganz woanders liegen können. Das kann zum Beispiel ein Magen-Darm-Infekt oder
schlechtes Mensa-Essen sein. Würde man jedesmal die Feuerwehr rufen und die Ursachen nur bei Chemikalien suchen,
hätte die Feuerwehr viel sinnlose Arbeit. Mir war zum Beispiel in der letzten Woche auch etwas übel. Es stellte sich aber
sehr schnell heraus, dass die Ursache eine simple Infektion war.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Verursacher zur Kasse gebeten werden, wenn es sich um einen dummen Erstsemester-Scherz
handelte.
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MasterOfDisaster




Hier seit: 08.06.2004
Beiträge: 6607

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Verfasst am: 23/1/2012, 12:06  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Die Story mit dem Knoblauch an den Wänden würde mich ja schon auch interessieren - was für Idioten spielen denn so einen Streich ?

Seit sich eine Kollegin vor kurzem stolze sechs Mal (!) übegeben hat nachdem sie einen "seltsamen Geruch" im Chemikalienschrank (!!!) wahrgenommen hat, stehe ich dem Thema 'psychosomatische Selbstvergiftung' um eine Erfahrung reicher gegenüber. Von einer echten Vergiftung konnte bei der keine Rede sein und keiner der Kollegen hat in dem Lagerschrank einen "ungewöhnlichen Geruch" bemerkt, geschweige denn eine Reizwirkung.

Auch Gifte haben einen starken Placebo-Effekt, das muss man als Chemiker einfach wissen.


@Lustikus: Weiss man denn, wer die Feuerwehr gerufen hat ? War das ein Student oder einer der Assistenten ?
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Gold(III)-oxid



Alter: 21
Hier seit: 17.10.2009
Beiträge: 288
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Verfasst am: 23/1/2012, 12:41  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Oh man ich liebe diese Chemie Unfälle. Immer so viel Polizei und Feuerwehr und Krankenwagen.
Aber mal Spass beiseite: Wenn das jetzt aber doch größere Mengen an giftigem Gas (was auch immer) waren( aus Sonderabfallbehälter kommt Arsenwasserstoff oder die haben da tatsächlich eine Gasflasche mit AsH3, dann ist diese Panik wirklich berechtigt. Aber so wie es aussieht war dort gerade "Anoganische, qualitative Analyse" Praktikum oder wie man das dort nennt. Dann liegt die Vermutung nahe, dass es sich nur um eine Marshe Probe(die ich u.a. aus diesem Grund nicht mache) handelte. Diese wurde dann warsch. von irgend. so einem Noob durchgeführt und der Rest wurde ja schon weiter oben behandelt. Aber bei so vielen "Betroffenen, und Verletzten" hätte ich schon eine Laborräumung veranlasst.
Was ich damit sagen will: Mit Arsen ist nicht zu Spaßen.
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ChemDoc



Alter: 65
Hier seit: 19.07.2008
Beiträge: 1528
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Verfasst am: 23/1/2012, 14:33  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Gold(III)-oxid hat geschrieben:
oder die haben da tatsächlich eine Gasflasche mit AsH3, dann ist diese Panik wirklich berechtigt.
Oh - eigentlich auch nicht.
Ein Notarzt wäre in dem Fall aber die falsche Wahl - es gibt nämlich keine wirkliche Therapie.
Wer solche Gasflaschen in seinem Labor, selbst unter strengen Sicherheitsauflagen, herumstehen hat, der sollte auch die Telefonnummer des nächsten Seelsorgers und/oder Bestatters griffbereit haben.
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eule




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Beiträge: 2212
Wohnort: Bargebuhr
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Verfasst am: 23/1/2012, 16:21  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

sowas wird wohl kaum im erstsemester-labor rumstehen, zu was bitte sollte sowas auch im AA-grundpraktikum nützen. für erstsemester reicht anstatt eigentlich auch ein großer kipp mit Natriumsulfid und etwas salzsäure (für die H2S-gruppe) in einem dafür reservierten abzug. und wenn die davon schon beklemmungen kriegen haben die eben in der chemie nichts zu suchen.

wie ist das, wird jetzt fürn angesengten finger vom glasrohrbiegen der notarzt gerufen oder das glasarbeiten generell verboten, weil dabei ja auch was passieren kann?

sorry, aber gewisse gefahren und verletzungen gehören einfach zum leben und wer das nicht einsehen kann hat das prinzip nicht verstanden. Sad

btw, auch wenns nervt: Prinzip wird hinten mit i geschrieben, nicht mit ie, wie ich es leider immer öfter lese. bitte bitte, das tut dem auge weh, achtet doch mal selbst drauf. Wink
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Glauben ist exakt solange etwas Gutes, wie es die Angabe einer Wahrscheinlichkeitsabschätzung bezeichnet!

Wahnsinnig mag zutreffen, aber mein wahnsinn hat methode.

Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst. (A. Einstein)
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MasterOfDisaster




Hier seit: 08.06.2004
Beiträge: 6607

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Verfasst am: 23/1/2012, 16:28  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wir hatten damals im AC-GP auch ne H2S-Gasflasche im Stinkraum stehen, allerdings war uns Studenten die Benutzung streng verboten.
Stattdessen hat eben jeder für sich alleine mit einem Sulfidogen-Gaserzeuger gearbeitet und gelegentlich hat es so ein Ding zerfetzt, weil die Kapillare mit Schwefel verstopft war. Dann zog trotz Abzug eben auch mal ein kleiner Schwall H2S durch das Labor - das war nichts ungewöhnliches oder dramatisches.
Wenn mal Jemandem schlecht war, hat man denjenigen mit einer Begleitung an die frische Luft geschickt - und damit war der Fall auch schon erledigt. Selbst der eine Ohnmachtsanfall, den ich zuvor beschrieben habe, hat keinen übermässig erschreckt.
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