hab mich zwar lange nicht mehr gemeldet, komme aber mit einer wie ich finde, recht interesannten Frage
wieder. Bei einem der neueren " Periodicvideos" Filmchen, wurde ein altes Periodensystem gezeigt,
aufdem zum Teil noch alte Elementnamen verzeichnet waren.
Und eine kleine Suche mit Google hat auch einige Namen direkt gefunden.
Nur waren unter dem Video von einem User noch weitere alte Namen hinzugefügt worden,
die ich bei meiner Suche leider nicht finden konnte.
Mich würde nur interessieren, ob einer eine Seite gefunden hat oder eine literarische Quelle zu
diesem Thema hat ?
Gefunden hab ich bei der historischen Suche nach Technetium folgende " vermeindliche Entdeckungen ",
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" Stickstoff ist sehr stabil und will sich nicht binden, ein Edelgas eben. " - Aus Adrian Dingle: Wie man aus 92 Elementen ein ganzes Universum macht
Zuletzt bearbeitet von organicfan am 22/9/2011, 13:54, insgesamt 4-mal bearbeitet
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lemmi
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Das Masurium (nicht Marsurium) wurde 1925 von Noddack und Tacke als Bestandteil eines Minerals berschrieben und mit dem damals noch unbekannten Element der Ordnungszahl 43 gleichgesetzt. (H.Römpp, Chemie der Metalle , 1941). Dieses ist aber bekanntlich Technetium, welches in der Natur nicht vorkommt. Was damals beschrieben wurde, entzieht sich meiner Kenntnis - wahrscheinlich war es einfach eine Ente, wie die Kernfusion im Reagenzglas...
Methanol
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Der früher in Deutschland gebräuchliche Name für Lutetium war "Cassiopeium".
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Galilei
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lemmi hat geschrieben:
Das Masurium (nicht Marsurium) wurde 1925 von Noddack und Tacke als Bestandteil eines Minerals berschrieben und mit dem damals noch unbekannten Element der Ordnungszahl 43 gleichgesetzt. (H.Römpp, Chemie der Metalle , 1941). Dieses ist aber bekanntlich Technetium, welches in der Natur nicht vorkommt. Was damals beschrieben wurde, entzieht sich meiner Kenntnis - wahrscheinlich war es einfach eine Ente, wie die Kernfusion im Reagenzglas...
Es war sehr wahrscheinlich keine Ente. Die Noddacks bedienten sich der damals neuen Methode der Röntgenspektroskopie und untersuchten damit sehr sorgfältig zahlreiche Minerale, in denen sie die damals noch unbekannten Elemente vermuteten. Auf der Suche nach Rhenium trennten sie nacheinander aus Columbit- und Tantaliterzen alle bis dato bekannten Elemente heraus, so daß die Konzentration der noch unentdeckten, aber darin vermuteten Elemente (75 und 43) über die Nachweisgrenze anwuchs. Ich kann mich an eine Abbildung in der Originalliteratur erinnern, auf der eine schwache, aber erkennbare Linie zu erkennen ist, die nach dem Moseleyschen Gesetz und dem Vergleich mit Nachbarelementen eindeutig dem Masurium zuzuordnen ist. Es handelt sich dabei um ein Paper von van Assche in Nuclear Physics A480, 1988, pp205-214, mit dem Titel "THE IGNORED DISCOVERY OF THE ELEMENT Z=43". Danach kommt Technetium -entgegen der allgemein anerkannten Fachliteratur- sehr wohl in der Natur vor, allerdings eben in einer sehr geringen Konzentration und meist unter der Nachweisgrenze. Dies ist auch durch Messungen mit moderneren, empfindlicheren Methoden seit einiger Zeit belegt.
Ein sehr schöner Artikel dazu findet sich auch im Rahmen der Serie "In your Element" in Nature Chemistry Vol. 1, 2009, p332.
@alle: Danke euch allen, für die schnellen und hifreichen Antworten,
@lemmi: Upps , danke wegen dem "r" in Masurium auch danke für die ausführlich Erklärung zu
Technetium, ich werd mal sehen ob ich irgendwo mal in den Römpp Metalle reinsehen kann.
@Methanol: Danke, da kann ich der Liste gleich noch eins hinzufügen
@Galilei : Auch dir vielen Dank für die literarischen Quellen, muss eben sehen ob ich an diese herankomm,
dein Text hört sich allerdings recht interesannt an ich dachte auch dass Technetium so nicht vorkommt.
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Methanol
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So, ich hab noch ein paar alte Namen gefunden:
Kurtschatovium war der von den russischen Entdeckern vorgeschlagene und bis ca. 1995 ziemlich gebräuchliche Name von Rutherfordium.
Hahnium, Joliotium und Nielsbohrium waren allesamt Namen für Dubnium. Dabei wurde im Westen "Hahnium" und im Osten eher "Joliotium" bevorzugt, bis die IUPAC im Jahr 1997 "Dubnium" als Name festlegte.
Glucinium war bis 1957 der in Frankreich offizielle Name für Beryllium. Der Name kommt vom griechischen "glykys=süß" weil Berylliumverbindungen einen süßlichen Geschmack aufweisen...viel Spaß beim probieren
Erythronium und Panchromium waren die Namen, die der spanische Mineraloge Andrés Manuel del Río dem Vanadium gab, als er es 1801 entdeckte.
Alkalinium, Virginium und Moldavium waren Namen die Forscher dem Francium gaben, als sie dachten es entdeckt zu haben (in den Jahren 1926,1929 und 1937)
Quelle: Die Ordnung der Stoffe von Ulf von Rauchhaupt. Kann ich übrigens sehr empfehlen. In dem Buch gibt es zu jedem Element ein kleines Porträt, sehr anschaulich geschrieben.
@Methanol, Danke, ich denk dass Buch werd ich mir gleich bei Amazon bestellen, hört sich nicht schlecht an .
Da hast du ja einige noch gefunden, da stellt sich mir nur die Frage, warum hat Andreas Manuél denn
seinem Element gleich 2 Namen gegeben ? Ich mein er kann ja in seinen Aufzeichnungen nicht ständig den
Namen wechseln , naja egal.
Danke nochmals ich füg sie gleich der Liste an.
Noch eine Frage zu deinem Buch, auf Amazon steht " Eine so lehrreiche wie spannende Lektüre, die nichts mit dem Chemieunterricht aus der Schule gemeinsam hat. " , aber wenn es nichts mit dem
Unterricht gemeinsam hat, wie ist es dann geschrieben, eher sehr allgemein und damit auch für
" Nicht-Chemiker " einfach verständlich, oder wie ?
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Methanol
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Hi, also zum Thema Vanadium steht auf Wikipedia, dass del Río das Element erst Panchromium getauft hat, dann aber bemerkte dass sich dessen Salze beim erhitzen rot verfärben und deshalb das Element zu Erythronium (für griechisch >rot<) umgetauft hat.
Zum Buch: Ja, das Buch ist auch für "Nicht-Chemiker" verständlich geschrieben: Ich zitiere mal den Text von der Buch-Rückseite:
Zitat:
112 Elemente sind im Periodensystem versammelt. Kupfer, Gold und Eisen kennt man, doch was hat es mit Ytterbium, Hassium oder Californium auf sich?
Ulf von Rauchhaupt streift durch die Welt der Elemente von Actinium bis Zirkonium und stellt sie vor: anschaulich, vergnüglich und praktisch.
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lemmi
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@Galilei: vielen Dank für die Literaturstellen! Da freu ich mich schon drauf, solche geschichtlichen Revievs lese ich nämlich sehr gerne!
Das mit dem Glucinium habe ich auch mal gelesen, ich glaube in "Hofmanns Erzählungen", daß ich da nicht mehr drauf gekommen bin, tss, tss....
Galilei
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lemmi hat geschrieben:
@Galilei: vielen Dank für die Literaturstellen! Da freu ich mich schon drauf, solche geschichtlichen Revievs lese ich nämlich sehr gerne!
Gern geschehen - ich lese sowas ebenfalls gerne und bei mir liegen haufenweise solche Literaturstellen rum, da ich versuche, so nebenbei selbst ein Buch über die Elemente zu schreiben (ob das jemals fertig und dann auch veröffentlicht wird ist jedoch noch nicht sicher ). Es ist erstaunlich auf was man da alles stößt und wie viele Fehler man dabei in der "modernen" Literatur doch finden kann...
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lemmi
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@ Uranyl: Wow! Danke!
@Galilei: schön, daß ich das von dir weiß! Dann auf weiteren interessanten Austausch!
lemmi
...ähem... vielleicht sollten wir zum Thema zurückkehren
Das Wolfram hieß früher und heißt im angelsächsischen Sprachraum heute noch Tungsten. Ursprünglich war Tungsten (schwedisch = Schwerstein) der Name des Minerals aus dem Scheele Wolframsäure und dann 1781 die Brüder d´Elhuyar das Metall Wolfram gewannen. Der Name Wolfram stammt von Berzelius.
Schade finde ich, daß das ursprünglich deutsche Wort Wismut ("in Wiesen gemutet") inzwischen auch hierzulande zu Bismut geworden ist. Wobei die Schuld daran Agricola hat, der das "Wiesmut" zu "Bismutum" latinisierte (daher auch das Symbol auch Bi und nicht Wi).
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naja, wenn man so weit zurückgehen will, dann kann man auch zb die "scheinelemente" Ammonium, Cyan nennen, denn beide wurden vor langem noch als eigene elemente gesehen.
des weitern blieben da die ganzen verschiedenen "lüfte", also solche bezeichnungen, wie "kohlensaure luft", "erstickende Luft" und manche andere. diese bezeichnungen waren tils bis in die 1930er durchaus gebräuchlich, wenn auch gleichzeitig schon die heutigen bezeichnungen aufkamen.
bezeichnungen wie vitriol, oxydul und ähnliche sind aber auch heute noch durchaus bekannt.
mit gedeihlichem gruße,
die eule
_________________ Glauben ist exakt solange etwas Gutes, wie es die Angabe einer Wahrscheinlichkeitsabschätzung bezeichnet!
Wahnsinnig mag zutreffen, aber mein wahnsinn hat methode.
Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst. (A. Einstein)