۞ Versuchschemie.de :: - Wichtige Umfrage im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen !
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MasterOfDisaster




Hier seit: 08.06.2004
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Verfasst am: 10/7/2009, 22:02  Titel:  Wichtige Umfrage im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen ! Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Um mal ein paar Fakten im Zusammenhang mit den vergangenen Hausdurchsuchungen zu sammeln, möchte ich alle Betroffenen bitten, sich hier kurz und knapp zu den folgenden Fragen zu äussern:

- Waren bei der Durchsuchungsaktion Fachleute, also ausgebildete Chemiker, Gefahrstoffexperten oder Leute vom Kampfmittelräumdienst anwesend ? Oder waren ausschliesslich Polizeibeamte vor Ort ?
- Wenn ja, haben sich die Fachleute für oder gegen die Beschlagnahmung der Chemikalien/Laborgeräte ausgesprochen ?
- Wer hatte Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss und hat dabei festgestellt, daß Standardchemikalien für die Begründung der Maßnahme aufgeführt wurden ? (z.B. Kupfersulfat, Calciumchlorid, "Diethyl" usw.)
- Wer hat Manipulationen bei der HD festgestellt (nicht aufgelistete beschlagnahmte Gegenstände/Chemikalien, falsch ausgefüllte Durchsuchungsbeschlüsse, Fehlinformationen/Täuschung durch die Beamten) ?

- Bei wem wurde das Verfahren inzwischen eingestellt und was kam dabei heraus ?
- Wurden bei Euch Substanzen oder Gemische gefunden, deren Herstellung / Besitz gegen das SprenG, ChemG oder BtmG verstoßen ? (diese Frage darf auch gerne per PN an mich beantwortet werden. Ich werde die Informationen vertraulich behandeln und die PN nach der Auswertung sofort löschen !)
- Wem wurde ein Deal angeboten: Einstellung des Verfahrens gegen Zwangsentsorgung der Chemikalien. Wer hat seine Sachen wieder zurückbekommen und waren diese auch vollständig ?
- Wer hat alles einen Anwalt eingeschaltet und was meinte der zu der ganzen Sache ?

- Welche Folgen hatte die HD für Euch psychisch, im privaten Umfeld (Familie/Partner/Nachbarschaft) und beruflich ?
- Habt Ihr jemals an einem "öffentlichen" Chemie-Projekt (Jugend Forscht, Chemie-Olympiade o.a.) teilgenommen ?

Das sind im Moment die wichtigsten Fragen, die mir eingefallen sind. Wir brauchen unbedingt einen Überblick über die Fakten, damit wir überhaupt handeln können.

Bitte beantwortet die Fragen gewissenhaft und ehrlich, es kann eine ganze Menge davon abhängen.
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"Hobbyislamchemikerterroristen rühren ultragiftigen Hochbrisanznuklearsprengstoff nach Anleitungen aus dem Dark-Internet und Geheim-Chemiebüchern multimegatonnenzentnerweise in der Badewanne und im Swimmingpool an und konsumieren nebenher selbstlaborierte Rauchhaschwahngiftspritzen" -- Obtainium
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Echolot



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Verfasst am: 10/7/2009, 22:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ok dann fang ich mal an Wink:

1. Weiß ich leider nicht genau, ob da ein ausgebildeter Chemiker dabei war oder nicht, allerdings wurden bei mir keine "harmlosen" Sachen wie Kupfersulfat usw. beschlagnahmt, es hatte also schon den Anschein dass der Typ wenigstens ansatzweise wusste für was man die Chemikalien braucht oder nicht.

2. Aceton, H2O2, Acetylaceton und konz. Schwefelsäure wurden beschlagnahmt, außerdem noch mein PC.

3. An eine richtige Liste kann ich mich nicht erinnern, die Beamten haben eben einfach das mitgenommen was so ins "Muster" passte.

4. Bei mir lief alles mit rechten Dingen zu.

5. 3 Tage nach der HD musste ich mit meinem Vater zum "Verhör", mit dem Ergebnis, dass ich alle Chems und den PC wiederbekam. Ein paar Wochen später kam dann auch ein Brief wo mir mitgeteilt wurde, dass das Verfahren eingestellt wurde.

6. Es wurde nichts gefunden.

7. So einen Deal gab es nicht, die Chems hab ich alle wiederbekommen, siehe 5.

8. Haben wir nicht gemacht, da die Sache wie gesagt nach 3 Tagen erledigt war.

9. Die HD hatte bei mir nicht wirklich irgendwelche Auswirkungen, was wohl daran liegt dass alles recht harmlos ablief, ohne eingetretene Haustür usw. Die Nachbarn haben von dem ganzen bis heute nichts erfahren und meine Eltern habens auch überstanden und können heute auch fast schon drüber lachen Wink.

10. Hab 2x bei JuFo mitgemacht, allerdings hatte das nichts mit Chemie zutun.
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MasterOfDisaster




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Verfasst am: 10/7/2009, 23:22  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Okay, vielen Dank schonmal für die ausführliche Antwort !
Um ein objektives Bild zu bekommen, ist es natürlich wichtig, auch die harmloseren Fälle zu protokollieren. Das habe ich oben vergessen zu erwähnen.
Es sollen hier nicht aus Mücken Elefanten gemacht werden, vielmehr brauchen wir eine einigermaßen geordnete Übersicht über das, was bereits passiert ist.
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Xyrofl



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Verfasst am: 11/7/2009, 00:16  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
- Waren bei der Durchsuchungsaktion Fachleute, also ausgebildete Chemiker, Gefahrstoffexperten oder Leute vom Kampfmittelräumdienst anwesend ? Oder waren ausschliesslich Polizeibeamte vor Ort ?

- Wenn ja, haben sich die Fachleute für oder gegen die Beschlagnahmung der Chemikalien/Laborgeräte ausgesprochen ?


Gegen Ende kam ein Experte für Sprengstoffe, der aber nur die beschlagnamten Dinge einsammelte und nicht viel dazu sagte außer "Och, das ist nichts schlimmes, da könnte man mit nem Laster drüberfahren".

Zitat:

- Wer hatte Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss und hat dabei festgestellt, daß Standardchemikalien für die Begründung der Maßnahme aufgeführt wurden ? (z.B. Kupfersulfat, Calciumchlorid, "Diethyl" usw.)


Man hat mir kurz vorgelesen, dass einzig und allein ein Liter Wasserstoffperoxid als Grund herangezogen wurde. Als ich den Beamten das H2O2 im Chemikalienregal zeigte nahmen sie es aber nicht mit, weil es ja legal zu besitzen sei, so sagten sie. (???)

Zitat:

- Wer hat Manipulationen bei der HD festgestellt (nicht aufgelistete beschlagnahmte Gegenstände/Chemikalien, falsch ausgefüllte Durchsuchungsbeschlüsse, Fehlinformationen/Täuschung durch die Beamten) ?


Nichts derartiges. Eigentlich nahmen sie nur das mit, was ich ihnen gab. Ich hatte ihnen bereitwillig alles, was irgendwie gefährlich sein könnte (zB Oxidationsmittel wie Kaliumchlorat) gegeben, sodass das einzige, was sie gegen meinen Willen mitnahmen eine Flasche Chloroform war.
Insgesammt hatten sie dann wohl vielleicht mitsammt Verpackung ein halbes, bis ein Kilogramm Chemikalien, wovon das meiste selbsthergestellt war.

Zitat:

- Bei wem wurde das Verfahren inzwischen eingestellt und was kam dabei heraus ?


Mein Verfahren wurde gegen eine Ermahnung (vor dem Jugendgericht) eingestellt.

Zitat:

- Wurden bei Euch Substanzen oder Gemische gefunden, deren Herstellung / Besitz gegen das SprenG, ChemG oder BtmG verstoßen ?


Bie Pikrinsäure und Nitroguanidin meinten sie, ich hätte die hergestellt, um damit etwas zu Sprengen, was nicht stimmte. Von Pikrinsäure hatte ich nichtmal ein Gramm und das Nitroguanidin wollte ich zum Aminoguanidin reduzieren und es war auch zu wenig. Wobei ich bezweifle, dass Nitroguanidin in dieser Hinsicht überhaupt tauglich ist.
Ferner hatte ich, wofür ich mich heute noch verfluche, weil es verdammt dumm war, Schrotpatronen zu Hause, die ich mit einem Freund bei einem Spaziergang im Wald gefunden hatte.
Diese waren ganz schön alt und teilweise verrostet und vermutlich nicht funktionsfähig, aber wenn man was findet, was cool aussieht steckt man als blöder Junge sowas natürlich sofort ein-.-
Patronen sind aber kein Sprengstoff und daher kein beweismittel, sondern ein Nebenfund und sollten eigentlich kein Gewicht haben. Naja sie wurden aber zum Hauptanklagepunkt.

Letzten Endes lief das alles, auf eine Anklage nach WaffG (nicht SprengG) hinaus, das Verfahren wurde aber, wie gesagt gegen eine Ermahnung eingestellt.

Zitat:

- Wem wurde ein Deal angeboten: Einstellung des Verfahrens gegen Zwangsentsorgung der Chemikalien. Wer hat seine Sachen wieder zurückbekommen und waren diese auch vollständig ?


Habe am Ende unterschreiben müssen, dass ich damit einverstanden bin, wenn alles vernichtet wird. Ob das Einfluss auf den Prozess hätte sagte man mir nicht. Ich hatte auch nicht danach gefragt.

Zitat:

- Wer hat alles einen Anwalt eingeschaltet und was meinte der zu der ganzen Sache ?


Kein Anvalt, weil das noch viel teurer gewesen wäre.

Zitat:

- Welche Folgen hatte die HD für Euch psychisch, im privaten Umfeld (Familie/Partner/Nachbarschaft) und beruflich ?


Ich fands schrecklich und besonders in der Qualifikationsphase vor dem Abitur war es genau das, was ich nicht gebrauchen konnte. Meine Eltern und Geschwister fanden es eher witzig, als schlimm und haben es gut weggesteckt, ansonsten hatte es kaum Auswirkungen, außer das meine Mitschüler das verdammt cool und spannend fanden.

Zitat:

- Habt Ihr jemals an einem "öffentlichen" Chemie-Projekt (Jugend Forscht, Chemie-Olympiade o.a.) teilgenommen ?


Nein.
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Und jetzt das Kinderlied:

Drah di net um oh oh oh
schau schau der Komissar geht um oh oh oh
er wird di anschaun und du weißt warum
die Lebenslust bring di um
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Chlorat



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Verfasst am: 11/7/2009, 10:47  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Also bei mir waren September 2005 zwei uniformierte (sehr nette!) Polizeibeamte - kein Chemiker, kein Experte. Auf dem Durchsuchungsbeschluß standen so weit ich mich erinnern kann, keine konkreten Chemikalien; nur grundsätzlich der Verdacht auf Verstoss gegen das Sprengstoffgesetz. Die Ermittlung liefen gegen mich und meine Frau (ein Chemie-Nerd). Das einzige was die Staatsanwaltschaft hatte, war wohl eine Überweisung, die von einem Gemeinschaftskonto von mir und meiner Frau getätigt worden war.

Es wurden keine Chemikalien und auch keine PCs etc. beschlagnahmt. Der eine Beamte hat sich ziemlich schnell verabschiedet - Du des is so a Schmarrn da, ich setz mich draussen ins Auto. Der andere hat dann noch jeweils einen kurzen Blick in alle Zimmer geworfen und hat gemeint, er wird mit der Staatsanwältin sprechen, was die eigentlich will.

Ein paar Wochen später wurden die Verfahren eingestellt.

Auswirkungen: spätestens seit damals habe ich in den bundesdeutschen Staatsapparat nicht mehr Vertrauen als in die Regime von Guatemala, Mauretanien etc.

Drecksstaat Deutschland, kann ich da nur sagen......
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Alumni




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Verfasst am: 11/7/2009, 11:19  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Keine Fachleute. Man hat sich mir auch nicht groß vorgestellt. Örtliche Kripo, Ordnungsamt, einer vom LKA (der von Chemie wenig Ahnung hatte, denn er hat auch noch Waschbenzin und Eisenchlorid mitgenommen). Am Ende wollte er für den Abtransport der Kartons noch den Kampfmittelräumdienst holen (wurde schließlich doch nicht gemacht).

Die örtliche Kripo wollte nichts mitnehmen, nur der Mann vom LKA hat darauf bestanden.

Auf dem Durchsuchungsbeschluß waren sämtliche Chemikalien von Lippert aufgeführt, die ich bestellt hatte (u.a. Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Wasserstoffperoxid), aber der Mann vom LKA hat sich ausdrücklich auf das Wasserstoffperoxid (35%) bezogen. Es gab für ihn keinen legalen Verwendungszweck, obwohl ich ihm meine Lehr- und Experimentierbücher gezeigt hatte. Er bestand darauf, daß ich Sprengstoff hergestellt hätte oder es vorgehabt hätte.

Gegen meinen Willen wurde vor Ort keine Liste der beschlagnahmten Chemikalien gemacht, sondern alles, was entfernt nach Chemie aussah, in Kartons verpackt und mitgenommen, obwohl der Hund nichts gefunden hatte. Eine Liste habe ich erst Tage später erhalten, die im großen und ganzen korrekt war.

Nach 4 Monaten wurde das Verfahren ohne Auflagen eingestellt und ich konnte mein Eigentum bei der örtlichen Polizei abholen.

Es wurden keine verbotenen Sachen gefunden. Der Karton von Lippert war sowieso unbenutzt, ich hatte ihn so wie er war in den Keller gestellt und noch nichts angebraucht. Alle Flaschen waren ungeöffnet.

Es wurde nichts entsorgt.

Ich war am gleichen Tag beim Anwalt. Er hat viermal im Abstand eines Monats Widerspruch eingelegt, bis endlich Antwort vom Gericht kam. Leider hatte er mir von weiteren Maßnahmen abgeraten, weil das aussichtslos wäre.

Meine Frau ist immer noch entsetzt. Sie wird sich nicht einbürgern lassen, da ihr Vertrauen in Deutschland zerstört ist. Mein Anwalt hat mich gewarnt, weiter übers Internet einzukaufen, da alles überwacht wird, und der geringste Vorwand für eine HD ausreiche. Ich werde daher meine Vorräte aufbrauchen und dann die Hobbychemie aufgeben müssen. Meine Nachbarn haben anscheinend glücklicherweise nichts mitbekommen, zumindest hat mich keiner angesprochen. Durch die Anwaltskosten ist mir ein Vermögensschaden von ca. 400€ entstanden.

Chemie-Projekt nein, aber ich hätte ohne die Chemie, die ich damals in den glücklichen 70er Jahren im elterlichen Badezimmer machen durfte, sicher nicht Chemie studiert.
Ich habe der Polizei und dem sehr "engagierten" LKA-Mann sofort meine Diplome (Chemie, Mineralogie) und Promotionsurkunde vorgezeigt, aber das hat niemanden interessiert. Es wurde mein gesamter Chemikalienvorrat aus dem Keller mitgenommen, nicht nur der Karton von Lippert.
Ich bin ehemaliger Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, die ich ebenfalls über den Vorfall in Kenntnis gesetzt hatte. Man war entsetzt, sah sich aber außerstande, politisch etwas zu unternehmen.

Die ganze Maßnahme war lächerlich und zur Terrorabwehr durchaus ungeeignet, da man alle Chemikalien, deren Erwerb man mir vorgeworfen hatte, auch anonym gegen Barzahlung hätte beschaffen können. Warum wurden nur die Kunden von Lippert durchsucht? Andere Händler haben die gleichen Chemikalien verkauft. Dies ist Willkür. Mein Vertrauen in die Rechtssicherheit in Deutschland ist dahin.
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ChemDoc



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Verfasst am: 11/7/2009, 21:18  Titel:  Meine HD Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Es war ausschlieslich eine Laiengruppe der Polizei an der HD beteiligt. Von denen hatte keiner auch nur die geringste Ahnung von Chemie - selbst Dinge des täglichen Bedarfs wie Bimstein, Aspirin und Soda waren unbekannt. Sie haben einfach alles mit genommen was in ihren Bully passte, einschliesslich Töpfermaterialien, Frostschutzmitteln etc. - so locker 2 Zentner. Illegale Substanzen besass ich nicht. (Habe die sachliche Inkompetenz nach meiner Beschwerde sogar schriftlich erhalten)

Der Durchsuchungsbeschluss wurde natürlich vor der HD ausgehändigt, ich durfte ihn auch vor der HD lesen. Leider stand dort als Begründung nur "aufgrund der bei der Fa.B. bestellten Chemikalien, die zur Sprengstoffherstellung geeignet seien". Also kein einziges Wort aufgrund welcher Chemikalien. Mündlich habe ich dann erfahren, dass es um meine Bestellung von konz. Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid ginge. Meine fachliche Ausbildung hat keinen interessiert, sie führen halt nur eine dienstliche Anweisung aus. (da scheint man nicht zu denken)

Mein Laptop wurde mitgenommen. Habe ich jedoch nach 2 Wochen zurückbekommen.

Eine Liste der beschlagnamten Dinge wurde aufgestellt. Sie war jedoch falsch und man war nicht bereit sie zu korrigieren. Aufgrund der Menge habe ich jedoch vieles erst später bemerkt. Das "Plündern" ging ja auch unbeaufsichtigt weiter während ich mit dem Leiter der HD in der Küche die Liste durchging.

Nach der HD durfte ich mich endlich ankleiden und zum "Verhör" fahren. Dort wurde mir der Vorschlag unterbreitet, die bestellten Sachen einzubehalten. Es würde die Abwicklung des Verfahrens wesentlich beschleunigen. In meiner Verwirrtheit willigte ich zunächst ein, habe meine Einwilligung jedoch noch am gleichen Tag mit dem Hinweis auf meine Unschuld widerrufen und darauf bestanden, auch noch das letzte Krümelchen wieder zurück zu bekommen.

Weil bei der HD eben nichts rechtens ablief (nicht nur fehlende Sachkenntnis, sondern auch Verstoss gegen einfache Grundrechte, wie Verweigerung des Toilettenganges, Anziehen von Kleidung, Auslachen wegen rutschender Schlafanzugshose etc.), habe ich gegen die HD und die Art ihrer Durchführung Widerspruch eingelegt.
Resultat des Landgerichts: Beschlagnahme von Laptop dient zur Überprüfung von Bestellungen unerlaubter Chemikalien und Hinweisen auf Literatur zur Herstellung von Sprengstoffen (!!!!). Die Beschlagnahme der Chemikalien war teilweise ok - für Aspirin und Natriumhypochlorit wurde eine extra Untersuchung eingeleitet (!!), ein Teil der Chems sollte zurückgegeben werden - es ist mir allerdings unklar, nach welcher Überlegung dies geschah (ich hätte ganz andere behalten). Wegen der Art der Durchführung hat des LG ein weiteres Verfahren eingeleitet.

Einen Anwalt habe ich eingeschaltet. Der hat sich halb totgelacht:
Zitat:
Eine solch miserable Begründung für eine HD habe er in 12 Jahren Tätigkeit als FA für Strafrecht noch nie erlebt. Ich solle mir keine Gedanken um das weitere Procedere machen sondern mir nur viel, viel Zeit nehmen.


Habe anschliessend eine versteckte Videoüberwachung eingerichtet um künftige Übergriffe dieser "Rechtsschützer" zu dokumentieren und eine erweiterte Rechtsschutzversicherung mit sofortiger Inanspruchnahme abgeschlossen und freue mich nun auf das weitere. Jedes gute Werk soll schliesslich auch belohnt werden.

Leider haben wir nach dieser HD zum Teil erhebliche psychische Traumata zurück behalten, die sich z. B. durch Schlafstörungen mit nächtlichem Aufschrecken äussern. Ein kleines Geräusch gegen 6 Uhr und schon sind die Visionen dieser "Ninja-Truppe" da, die uns drohend grundlos aus dem Schlaf rissen. Eine Rechtfertigung ihres Vorgehens hat man bis heute nicht abgegeben und man versteckte sich in die Anonymität der Uniform. Eine Ausweisung als Polizei, sei es auch nur mit Dienstnummer hielten alle für nicht nötig. Unabhängig hiervon ist unser Vertrauen in diesen "Rechtsstaat" nachhaltig gestört.
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Entropie

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Verfasst am: 13/7/2009, 02:53  Titel:  Re: Meine HD Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Eine wichtige Zusatzfrage habe ich noch:
Sofern es sich bei den Durchsuchten um Erlaubnisinhaber nach § 7 oder § 27 SprengG oder gesetzlich privilegierte Fachleute (Chemiker, Physiker, Apotheker, Ärzte, Elektroingenieure, Tierärzte, Dentisten, Heilpraktiker, sonstige Wissenschaftler) handelte, bitte das dazuschreiben (ggf. per privater Forennachricht) und angeben, ob eine Approbation vorlag oder ein diesbezüglicher Gewerbebetrieb bestanden hat. In letzteren Fällen wäre eine Hausdurchsuchung überhaupt nicht gerechtfertigt gewesen, da diese Berufsgruppen in diesen Fällen nach den Vorschriften ausdrücklich mit kleinen Mengen explosionsgefährlicher Stoffe ganz legal zu medizinischen, wissenschaftlichen Zwecken, analytischen und chemischen Zwecken und Forschungszwecken umgehen dürfen.

Kurz dazu noch eine Bemerkung:
ChemDoc hat geschrieben:
Die Beschlagnahme der Chemikalien war teilweise ok -


Von "ok" würde ich allerdings nicht sprechen, wenn von Dir legal erworbene Waren unter abwegigen
Unterstellungen beschlagnahmt werden.
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ChemDoc



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Verfasst am: 13/7/2009, 08:28  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Habe mich da etwas unglücklich ausgedrückt.

Richtig sollte es heissen: Die Beschlagnahme der Chemikalien fand das Landgericht teilweise in Ordnung.
Über die Rechtmässigkeit der anderen z. B. Aspirin und Natriumhypochlorit wollte man gesondert noch entscheiden.
Da ich selbst die gesamte HD für rechtswidrig halte so sehe ich jegliche Beschlagnahme als einen Verstoss gegen das Gesetz. Siehe:
 http://www.versuchschemie.de/ptopic,214199,.html#214199
Mit solchen im Nachhinein ausgesprochenen Rechtfertigungen müsste ein Mörder auch straffrei bleiben, weil ein Mord nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Welch verquere Logik!
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Texor




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Verfasst am: 13/7/2009, 16:53  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das ist in der Tat ein Skandal. Hartnäckig bleiben, das Recht ist auf deiner Seite. Mit solchen anonym durchgeführten Gestapo-Aktionen muss man sich nicht abfinden. Wenn sich die angeblichen Staatsdiener hinter ihrer Dienstmarke verstecken, ist eine Klage vor höherer Instanz fällig.
Ansonsten bleibt zu hoffen, dass die Schäublianer bald abgewählt werden.....
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Werner1




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Verfasst am: 13/7/2009, 17:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Texor hat geschrieben:
Das ist in der Tat ein Skandal. Hartnäckig bleiben, das Recht ist auf deiner Seite. Mit solchen anonym durchgeführten Gestapo-Aktionen muss man sich nicht abfinden. Wenn sich die angeblichen Staatsdiener hinter ihrer Dienstmarke verstecken, ist eine Klage vor höherer Instanz fällig.
Ansonsten bleibt zu hoffen, dass die Schäublianer bald abgewählt werden.....


Die Klage bei BVG nützt auch nichts, denn es gibt gegen die Rechtsbrecher, also die Richter, die die Hausdurchsuchung veranlassen, keinerlei Sanktionen. Also juckt die das alles nicht. Ein Fall kam ja mal in einer andern Angelegenheit vor das Verfassungsgericht und das hat die HD gerügt, den Richter, der diese veranlasst hatte, hat das nicht gekümmert. Es gab da ja weder eine Verwarnung an ihn, noch sonst etwas und es gibt auch keinen Schdenersatz soviel mir bekannt ist. Das nennt man heute Rechtsstaat.
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El-Aurian
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Verfasst am: 14/7/2009, 18:28  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Waren bei der Durchsuchungsaktion Fachleute, also ausgebildete Chemiker, Gefahrstoffexperten oder Leute vom Kampfmittelräumdienst anwesend ? Oder waren ausschliesslich Polizeibeamte vor Ort ?


Zwei Chemiker der Polizei, drei von der Feuerwehr und zwei Kripobeamte (KHK und KOK)

Zitat:
Wenn ja, haben sich die Fachleute für oder gegen die Beschlagnahmung der Chemikalien/Laborgeräte ausgesprochen ?


Eindeutig dafür. Mir wurde eine Liste mit den Chemikalien vorgehalten (alle), die entsorgt werden sollte und die ich doch bitte unterschreiben sollte. War ich aber nicht einverstanden, unterschrieben hab ich den Wisch auch nicht. Hat mir aber nichts genutzt. Beschlagnahmt haben sie ALLES, nicht nur die giftigen und sehr giftigen Stoffe.

Zitat:
Wer hatte Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss und hat dabei festgestellt, daß Standardchemikalien für die Begründung der Maßnahme aufgeführt wurden ? (z.B. Kupfersulfat, Calciumchlorid, "Diethyl" usw.)


Ich hatte mir den genau durchgelesen, ich habe aber nicht mehr im Kopf, was da drauf stand.

Zitat:
Wer hat Manipulationen bei der HD festgestellt (nicht aufgelistete beschlagnahmte Gegenstände/Chemikalien, falsch ausgefüllte Durchsuchungsbeschlüsse, Fehlinformationen/Täuschung durch die Beamten) ?


Die Mengen waren falsch notiert im Strafbefehl. Da ich regelmäßig eine Liste geführt hatte und die Mengen genau im Kopf hatte, wußte ich das auch genau. Ich beschränke mich jetzt mal auf die Chemikalien an sich, am Ablauf der HD gab es auch einiges auszusetzen.

Zitat:
Bei wem wurde das Verfahren inzwischen eingestellt und was kam dabei heraus ?


500 Euro Geldstrafe wegen Lagerung giftiger und sehr giftiger Stoffe. Dazu noch die Entsorgungs- und Feuerwehrkosten sowie die Gerichtskosten, alles in allem etwa 750 Euro.

Zitat:
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Eindeutig nein.

Zitat:
Wem wurde ein Deal angeboten: Einstellung des Verfahrens gegen Zwangsentsorgung der Chemikalien. Wer hat seine Sachen wieder zurückbekommen und waren diese auch vollständig ?


Bei einigen gabs so einen Deal? Interessant. Mir wurde radikal alles weggenommen und am gleichen Tag (ich habe die Rechnung mit Datum noch)von einer Spezialfirma entsorgt

Zitat:
Wer hat alles einen Anwalt eingeschaltet und was meinte der zu der ganzen Sache ?


Meine Anwältin bekam nicht viel Geld, weil ich einen sogenannten Rechtsbeihilfeschein bekam. Den bekommen alle die, die nicht viel Geld haben, da muß man allerdings Kontoauszüge vorlegen. Sie meinte zu mir, ein Einspruch oder eine Anzeige hätte nicht viel Sinn. Und später meinte sie noch, sie verdiene nur 60 Euro mit mir pro Sitzung, sie habe keine Lust mehr, sich weiter mit mir zu beschäftigen...nette Anwältin, muß ich sagen.

Zitat:
Welche Folgen hatte die HD für Euch psychisch, im privaten Umfeld (Familie/Partner/Nachbarschaft) und beruflich ?


Ich stand ganz alleine da, es war ja nicht nur die HD, die meinten, ich wäre fremdgefährdet und haben mich gleich in die geschlossene mitgenommen (für die nächsten 3 Wochen). Ich weiß nicht wie ich das verkraften konnte, zumal selbst von meiner Familie spitze Bemerkungen kamen. Ich glaube, dass sie in dem Moment völlig hilflos waren, jedenfalls habe ich es meiner Mutter auch zu verdanken, dass ich überhaupt raus gekommen bin. Das ganze ist jetzt 4 Jahre her und immer noch fällt es mir schwer, damit klar zu kommen. Jedenfalls kann ich sehr gut verstehen, warum hier manche sehr vorsichtig geworden sind.

Zitat:
Habt Ihr jemals an einem "öffentlichen" Chemie-Projekt (Jugend Forscht, Chemie-Olympiade o.a.) teilgenommen ?


Nein.
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Nicht der Schwule ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (Holger Radtke)
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MasterOfDisaster




Hier seit: 08.06.2004
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Verfasst am: 16/7/2009, 00:58  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Anmerkung: ich habe den Thread an dieser Stelle geteilt, um nicht einmal mehr Fakten mit Diskussion zu vermischen.
Über die Folgen und die Rechtmässigkeit der Hausdurchsuchungen kann  HIER weiter diskutiert werden.
Der aktuelle Thread soll der Bestandsaufnahme nach gut 2 Jahren staatlichem Terror dienen.

Ich bitte dies zu berücksichtigen und hier ausschliesslich die Fragen zu den HDs zu beantworten !
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MasterOfDisaster




Hier seit: 08.06.2004
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Verfasst am: 1/9/2009, 22:29  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Sollen 6 Antworten jetzt eigentlich schon alles gewesen sein ??? Ich bitte dringend um Fortsetzung dieses Threads !
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Hier seit: 27.02.2009
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Verfasst am: 17/10/2009, 16:22  Titel:  Re: Wichtige Umfrage im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

- Waren bei der Durchsuchungsaktion Fachleute, also ausgebildete Chemiker, Gefahrstoffexperten oder Leute vom
Kampfmittelräumdienst anwesend ? Oder waren ausschliesslich Polizeibeamte vor Ort ?

<<nein.... und die kamen von weither.... so doofes pack muss schließlich irgendwo gesammelt werden...wer sogar mehl mitnimmt.


- Wer hatte Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss und hat dabei festgestellt, daß Standardchemikalien für die Begründung der Maßnahme aufgeführt wurden ? (z.B. Kupfersulfat, Calciumchlorid, "Diethyl" usw.)

<<einblick hatten viele aus der familie... war nix illegales und allemal für vieles verwendbar. ... die wollen den händler... wurde mir gesagt, bevor sie den notarzt riefen, weil ich heulend am boden lag und nen nervenzusammenbruch hatte.


- Wer hat Manipulationen bei der HD festgestellt (nicht aufgelistete beschlagnahmte Gegenstände/Chemikalien, falsch ausgefüllte Durchsuchungsbeschlüsse, Fehlinformationen/Täuschung durch die Beamten) ?

<< täuschung durch Beamte. In 2 großen Rundkolben wurden Spuren von GBL(nachgewiesen durch Gaschromatographie der Gerichtsmedizin) gefunden. Eindeutig hatte ich da nie GBL drin... ..wozu auch nur GBL!?
und ignorieren des durchsuchunsbeschlusses... auch 2 abschließbare wohnungen anderer wurden durchsucht.


- Bei wem wurde das Verfahren inzwischen eingestellt und was kam dabei heraus ?

<<100€ Einstellungszahlung... sonst nix.(keine geldstrafe)

- Wurden bei Euch Substanzen oder Gemische gefunden, deren Herstellung / Besitz gegen das SprenG, ChemG oder BtmG verstoßen ? (diese Frage darf auch gerne per PN an mich beantwortet werden. Ich werde die Informationen vertraulich behandeln und die PN nach der Auswertung sofort löschen !)

<<nein

- Wem wurde ein Deal angeboten: Einstellung des Verfahrens gegen Zwangsentsorgung der Chemikalien. Wer hat seine Sachen wieder zurückbekommen und waren diese auch vollständig ?

<<GBL , noch 2 sachen und Glasgeräte zur Vernichtung.. Rest wiedererhalten.

- Wer hat alles einen Anwalt eingeschaltet und was meinte der zu der ganzen Sache ?

<<ja... der hat mir die Untersuchungsergebnisse gegeben und gesagt, viel kann da nicht kommen... und will sein geld.

- Welche Folgen hatte die HD für Euch psychisch, im privaten Umfeld (Familie/Partner/Nachbarschaft) und beruflich ?

<<Mieter durfte nicht zur Arbeit... ansonsten haben alle psychisch einen Schaden davon und vergessen das niemals wieder...
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