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Berzelius




Hier seit: 25.07.2006
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Verfasst am: 6/5/2009, 01:38  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Lithium im Trinkwasser senkt die Suizidrate

Florian Rötzer 05.05.2009
Das Ergebnis einer Studie von japanischen Wissenschaftlern führt zur Diskussion, ob man die Menschen durch Hinzufügung von Medikamenten zu ihrer körperlichen oder geistigen Gesundheit zwingen darf
In Japan ist die Selbstmordrate besonders hoch. Etwa 30.000 Japaner beenden seit 1998, als es einen Sprung nach oben gegeben hatte, jedes Jahr ihr Leben. [extern] 2006 waren es nach der WHO 29.921 Menschen, zwei Drittel Männer, die nicht mehr weiterleben wollten: etwa 100 Menschen am Tag. Das sind 29,6 auf 100.000 Menschen (bei den Männern sogar 43,1). 2007 hatten sich mehr als 33.000 Menschen das Leben genommen, 2008 war ein leichter Rückfall auf 32.249 zu verzeichnen. Im Januar 2009 haben sich allerdings mit 2.645 Menschen [extern] 15 Prozent mehr als im selben Monat 2008 umgebracht – möglicherweise wegen der Rezession. Man spricht von einer [local] Selbstmordepidemie in Japan.


Litauen übertrifft Japan noch mit [extern] 38,6 Selbstmörder pro 100.000 Einwohner. Auch in Russland ist die Selbstmordrate hoch (32,2) sehr hoch. In Deutschland, das eine mittlere Stellung einnimmt, nehmen sich 13 von 100.000 Menschen das Leben, Tendenz sinkend. Aber auch hier sind es zahlenmäßig sehr viel mehr Männer als Frauen, die Schluss machen. Während in Deutschland die Altersgruppe über 65 und vor allem über 75 Jahre bei den Menschen überwiegt, die Selbstmord begehen, sind es bei den Russen die 45-54-Jährigen und die über 75-Jährigen, bei den Japanern ist die Altersgruppe der 55-64-Jährigen am gefährdesten, also wenn das Berufsleben zu Ende und die Verrentung beginnt oder in Aussicht steht.

Es sind also nicht die Jugendlichen, die sich über das Internet zum Selbstmord verabreden, die den Großteil der Lebensmüden bilden. Das aber hatte für einige Jahre für Aufregung gesorgt und dazu geführt, dass das Internet schärfer kontrolliert wird ([local] Verabredung zum Selbstmord im Internet). Eine neue Methode scheint die Verwendung des tödlichen Schwefelwasserstoffs zu sein, der sich aus Haushaltsprodukten wie WC-Reinigern und Badesalzen hergestellen lässt. Das aber kann auch zur Gefährdung von Nachbarn und Rettungspersonal führen.

Kein Wunder jedenfalls, dass japanische Wissenschaftler einen Vorschlag zur Bekämpfung der Epidemie gemacht haben, der möglicherweise wirksam sein könnte, aber auf jeden Fall die Türe zu einer neuen Art der Massenbeeinflussung öffnen würde, wie sie bislang nur von Science-Fiction-Autoren ausgedacht wurde, am beeindruckendsten wahrscheinlich von Stanislaw Lem im "Futurologischen Kongress".

Bekanntlich wird Lithium seit langem als Medikament zur Behandlung von schweren psychischen Störungen und vor allem von Depressionen eingesetzt. Nachgewiesen ist auch, dass die Einnahme das Selbstmordrisiko senkt. Allerdings kann eine Reihe von Nebenwirkungen auftreten, vor allem wenn die Dosierung zu hoch ist.

Japanische Psychologen und Psychiater der Universitäten Oita und Hiroshima haben nun festgestellt, wie sie in der Zeitschrift British Journal of Psychiatry [extern] berichten, dass selbst geringe Mengen von Lithium schon die Neigung zum Selbstmord verringern können.

Für ihre Studie haben sie haben sie das Trinkwasser der 18 Gemeinden der Präfektur Oita auf der Insel Kyushu auf die natürlich vorkommenden Lithium-Konzentrationen untersucht. Die unterschiedlichen Werte, die erheblich variierten und zwischen 0.7 bis zu 59 Mikrogramm pro Liter lagen, verglichen sie mit den Selbstmordraten der Gemeinden. Das Ergebnis für die Jahre 2002 bis 2006: Die Gemeinden mit den höchsten Lithium-Werten im Trinkwasser hatten die geringsten Selbstmordraten. Auch wenn die Konzentration sehr gering ist, könnte nach der Vermutung der Wissenschaftler die konstante Aufnahme eine kumulative Wirkung haben.

Interessant wäre natürlich auch gewesen, ob es weitere "Nebenwirkungen" der höheren Lithium-Aufnahme durch das Trinkwasser gibt. Das hat die Wissenschaftler aber offenbar weniger interessiert, die wohl eher an eine Anwendung ihres Forschungsergebnisses denken und indirekt vorschlagen, dass man doch dem Trinkwasser generell zur Suizidprävention ein wenig Lithium zusetzen könnte. Das könnten eben auch so geringe Dosen sein, dass es zwar langfristig einen antisuizidalen Effekt gibt, aber das Lithium sich ansonsten nicht auf die Stimmung niederschlägt.

Direkt den Vorschlag zu machen, durch die Zuführung von medizinischen Wirkstoffen im Trinkwasser zwangsweise alle Menschen in dieser Region zu beeinflussen, war den Wissenschaftlern wohl doch zu heikel. In einem Editorial in derselben Ausgabe der Zeitschrift versucht jedoch Allan Young vom Institute for Mental Health in Vancouver den Türspalt ein wenig weiter zu öffnen. Die Ergebnisse sollten weitere Forschungen anregen, schreibt er, und meint damit Massenversuche mit dem Zusatz von Lithium im Trinkwasser. Das würde zwar Debatten auslösen, aber die "möglichen Vorteile für die psychische Gesundheit könnten beträchtlich sein".

Es gab bereits heftige Diskussionen darüber, ob man dem Trinkwasser zur Kariesvorbeugung Fluor zugeben soll, was auch einen Schutz vor Osteoporose bieten könne, wie vermutet wird. In den USA, in Irland oder in der Schweiz werden die Menschen damit zu ihrem "Glück" gezwungen, angeblich mit der Folge, dass Karies zurückgegangen ist. Allerdings findet sich Fluor wie Lithium auch in unterschiedlichen Konzentrationen sowieso im Trinkwasser und anderen Lebensmitteln, zudem wird es häufig der Zahnpasta oder Salz hinzugefügt. Problematisch wird es, wenn Menschen zu viel Fluoride zu sich nehmen, aber es ist grundsätzlich umstritten, ob Menschen ohne ihr Einverständnis therapiert oder präventiv behandelt werden dürfen, selbst wenn es dabei kein Risiko geben und dies demokratisch mehrheitlich entschieden werden sollte.

Schon der Zusatz von Fluor ist medizinisch, moralisch und politisch höchst fragwürdig. Der Schritt von Fluor zu Lithium wäre ein noch größerer Sündenfall, da damit auch das Verhalten mit beeinflusst werden würde. Bald wäre man dann von der Suizidprävention bei der Stabilisierung der Gefühle oder, um Standvorteile zu erzielen und Ausgaben zu mindern, bei Medikamenten, die nicht nur Krankheiten verhindern, sondern etwa die körperliche und kognitive Leistung erhöhen. Von anderen Manipulationsmöglichkeiten "böser" Mächtiger einmal abgesehen, die dann freilich auch eine alternative Trinkwasserversorgung benötigen würden, wenn sie sich nicht selbst zwangsbehandeln möchten.


 http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30252/1.html
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eisensäure




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Verfasst am: 6/5/2009, 10:40  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schönes Beispiel für wissenschaftliches Wunschdenken:

Das Phänomen "selbstmord" ist sicherlich ein extrem multikausales. Will heissen: Es gibt unzählige gesundheitliche, psychische, kulturelle und soziale und ggf. auch geographische Einflüsse die zu einem Selbstmord führen - und ihn auch verhindern können.

Der Schluss von einer statistischen Korrelation auf eine Kausalität ist bei diesem Phänomen also schlicht unmöglich. Erst eine Blindstudie mit einer grossen Masse von Menschen würde so einen Schluss zulässig machen.

Zudem sind die Lithiumdosen bei der klin. Anwendung extrem hoch. Wieso verwendet man so hohe Dosen, wenn doch angeblich kumulative Wirkungen bei solchen Mikrodosen schon stimmungsaufhellend wirken?
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MasterOfDisaster




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Verfasst am: 6/5/2009, 10:59  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Eine Studie hat ergeben, daß Amokläufer für gewöhnlich innerhalb von 12 Stunden vor ihrer Tat etwas essen.
Die Schlussfolgerung dieser Untersuchung muss daher lauten: Essen führt zu Amokläufen.
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ChemDoc



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Verfasst am: 6/5/2009, 11:55  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das musste einfach mal gesagt werden.

Tatsache ist auch, das Sauerstoff eine wesentliche Funktion dabei ausübt.

Es ist kein einziger Fall bekannt bei dem nach einer Apnoe von einer Stunde und länger je ein Amoklauf oder Krebs entstand.
So eine Schlinge um den Hals hat also durchaus eine heilende Funktion.
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eisensäure




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Verfasst am: 6/5/2009, 13:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Statistisch ist auch erwiesen, dass mehr Polizei zu immer höherer Kriminalität führt Wink
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Berzelius




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Verfasst am: 29/7/2009, 21:17  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:

Forscher entdecken Transparentes Aluminium


Transparentes Aluminium als neue Materieform

Freier Elektronen Laser erzeugt bisher unbekannten Zustand
Durch Bombardement mit dem stärksten Röntgenlaser der Welt haben Wissenschaftler eine „transparente“ Form des Aluminium erzeugt. Diese exotische Form der Materie existierte bisher nur in Science-Fiction-Filmen wie Star Trek IV, liefert nun aber neue Ansätze für Planetenforscher und die Kernfusion, wie ein internationales Forscherteam in „Nature Physics“ berichtet.

FLASH-Laser Experiment mit Aluminium

Schlüssel für die Erzeugung der neuen Materieform war eine neue Strahlenquelle, der Freie Elektronen Laser FLASH am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg. Diese weltweit bisher einmalige Lichtquelle erzeugt extrem kurze Pulse von weicher Röntgenstrahlung, jeder von ihnen Energiereicher als die Produktion eines normalen Kraftwerks. Diese geballte Ladung Energie bündelte das internationale Forscherteam um Physiker der Universität Oxford auf ein Aluminiumstück von geringerem Durchmesser als ein menschliches Haar.

40 Femtoskeunden Transparenz…
Dieser intensive Beschuss schlug ein Elektron aus dem Kern jedes einzelnen der Aluminiumatome heraus, ohne dabei jedoch die Kristallstruktur des Metalls zu verändern. Durch diese Veränderung wurde das Aluminium für einen winzigen Moment durchsichtig. Zwar hielt der Effekt nur rund 40 Femtosekunden an, er demonstriert jedoch, dass mit extrem starken Röntgenquellen ein solcher exotischer Materiezustand erzeugt werden kann.

…aber komplett neuer Materiezustand
„Was wir erzeugt haben ist ein komplett neuer Zustand der Materie, den niemand zuvor je gesehen hat“, erklärt Professor Justin Wark von der Universität Oxford. „Besonders bemerkenswert an unserem Experiment ist, dass wir normales Aluminium in einem einzigen Schritt in dieses exotische neue Material umgewandelt haben, in dem wir den starken Laser nutzten. In einiger Aspekten reagiert es als wenn wir jedes Aluminiumatom in Silizium umgewandelt hätten: Es ist fast so überraschend als hätten wir entdeckt, das man Blei durch Licht in Gold verwandeln kann.“

Relevant für Astrophysik, Planeten- und Fusionsforschung
Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass der neue Ansatz einen idealen Weg darstellt, um solche exotischen Materiezustände zu erzeugen und zu erforschen. Sie könnten neue Erkenntnisse für so unterschiedliche Bereiche wie die Planetenforschung, Astrophysik oder die Energieerzeugung mittels Kernfusion bringen.

„Transparentes Aluminium ist erst der Anfang. Die physikalischen Eigenschaften der Materie, die wir erzeugen, sind auch relevant für die Bedingungen im Inneren großer Planeten“, so Wark. „Wir hoffen durch die Erkundung dieses Zustands auch ein größeres Wissen darüber zu erlangen, was bei der Entstehung von ‚Miniatursternen‘ durch Hochenergie-Laserimplosionen vor sich geht. Das könnte eines Tages ermöglichen, die Kraft der Kernfusion hier auf der Erde zu bändigen.“
(University of Oxford, 29.07.2009 - NPO)



 http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-10262-2009-07-29.html
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MasterOfDisaster




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Verfasst am: 30/7/2009, 00:07  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
...schlug ein Elektron aus dem Kern jedes einzelnen der Aluminiumatome...


Holla die Waldfee ! Jetzt hab ich aber irgendwas verpasst. Dachte immer, die Elektronen befinden sich in der Atomhülle bzw. den Orbitalen.

Hat da der Reporter nicht aufgepasst oder erzählt da der Wissenschaftler Blödsinn ?

Ausserdem würde mich doch stark interessieren, wie diese angebliche Transparenz nachgewiesen wurde ?
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"Hobbyislamchemikerterroristen rühren ultragiftigen Hochbrisanznuklearsprengstoff nach Anleitungen aus dem Dark-Internet und Geheim-Chemiebüchern multimegatonnenzentnerweise in der Badewanne und im Swimmingpool an und konsumieren nebenher selbstlaborierte Rauchhaschwahngiftspritzen" -- Obtainium
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Berzelius




Hier seit: 25.07.2006
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Verfasst am: 30/7/2009, 00:55  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

MasterOfDisaster hat geschrieben:
Zitat:
...schlug ein Elektron aus dem Kern jedes einzelnen der Aluminiumatome...


Holla die Waldfee ! Jetzt hab ich aber irgendwas verpasst. Dachte immer, die Elektronen befinden sich in der Atomhülle bzw. den Orbitalen.

Hat da der Reporter nicht aufgepasst oder erzählt da der Wissenschaftler Blödsinn ?
?


Wohl nur eine Ungenauigkeit in der Terminologie. Wir wissen ja was gemeint ist. Wink
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AndyChem



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Verfasst am: 30/7/2009, 16:43  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Auf der enlgischen Wikipedia ist Folgendes zur Transparenz zu finden:

Zitat:
Transparent aluminium is a state of aluminium achieved by bombarding a thin (50 nm) Al foil with soft X-ray laser radiation (wavelength 13.5 nm). The short laser pulse knocks out a core L-shell electron from every aluminium atom without breaking the crystalline structure of the metal making it transparent to X-rays of the same wavelength. This phenomenon is called saturable absorption. The thus produced transient state of aluminium is as dense as ordinary matter but can be described as it temporarily has a very high "temperature".


Also leider nix mit durchguggen Laughing

In den Quellenangaben sind noch 2 Links zum Thema....
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Ich weiß, dass ich nichts weiß!
Sokrates
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scribbler



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Verfasst am: 2/8/2009, 04:45  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Irgendwann in letzter Zeit ist ein kommerizell erwerbliches 1000 mHz NMR auf den Markt gekommen. Es kostet 16.000.000 Dollar...

 http://www.bruker-biospin.com/pr090601.html
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Berzelius




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Verfasst am: 17/8/2009, 12:04  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Neuer Katalysator macht Erdgas zu Methanol

Verfahren könnten bislang ungenutztes Methan verwertbar machen

Die Erdgasressourcen reichen insgesamt vermutlich noch für 130 Jahre. Die wirtschaftlich förderbaren Vorkommen des Methans sind jedoch noch knapper, sie reichen nur noch 60 Jahre. Jetzt haben Forscher einen Katalysator entwickelt, der Methan einfach und effizient in Methanol umwandelt und damit die Kosten für den Transport verringert. Dadurch könnten auch bisher unwirtschaftliche Vorkommen abgebaut werden.


Eine Pipeline zu entlegenen oder kleinen Ergasfeldern zu bauen, ist nicht ökonomisch. Und um an das Methan in Kohleflözen sowie in Gassanden zu gelangen, oder um Methan zu nutzen, das als Nebenprodukt der Erdölproduktion abgefackelt wird, lohnt dieser Aufwand schon gar nicht. Dabei könnte alleine das weltweit abgefackelte Methan mehr als den Erdgasbedarf Deutschlands decken. Auch das Gas zu verflüssigen und mit Zügen und Tankern zu verfrachten, ist zu teuer. Und sogar die Chemie hilft hier bislang nicht weiter. Mit ihr lässt sich Methan zwar in Methanol verwandeln, das leicht zu transportieren ist und sich als Energieträger sowie als Rohstoff für die Chemie-Industrie eignet.

„Doch die Dampfreformierung mit anschließender Methanolsynthese oder anschließender Fischer-Tropsch-Synthese zur Produktion von Dieselkraftstoff - die bislang gängigen Verfahren dafür - rechnen sich nicht", erklärt Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Das könnte sich mit einem Katalysator ändern, den er und seine Mitarbeiter zusammen mit Chemikern um Markus Antonietti am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam entwickelt haben.

Poröser Stoff mit Platinatomen
Der Katalysator besteht aus einem stickstoffhaltigen Material, einem so genannten „kovalenten triazinbasierten Netzwerk“ (CTF), das die Potsdamer Chemiker synthetisieren. "Dieser Feststoff ist so porös, dass die Oberfläche eines Gramms etwa so groß ist wie ein Fünftel Fußballfeld", sagt Markus Antonietti. In das voluminöse Gitter des CTF bauen die Mülheimer Forscher Platinatome ein. Dank seiner großen Oberfläche oxidiert der Katalysator Methan effizient zu Methanol. Denn sie bietet dem Methan viel Platz, um zu reagieren, wenn die Chemiker ihn in oxidierende Schwefelsäure tauchen, Methan in die Säure pressen und das Gemisch unter Druck auf 215 Grad erhitzen. Aus mehr als drei Viertel des umgesetzten Gases entsteht dabei Methanol.

Effizienter da fest statt gelöst
Ein Katalysator, den der amerikanische Chemiker Roy Periana schon vor mehr als zehn Jahren aus Platin und dem einfachen stickstoffhaltigen Bipyrimidin hergestellt hat, erzeugt zwar genauso wirkungsvoll Methanol, fördert die Reaktion aber nur in gelöster Form. Daher muss der Katalysator - Chemiker sprechen von einer homogenen Katalyse - anschließend unter großem Aufwand und mit einigen Verlusten abgetrennt werden.

"Bei unserer heterogenen Katalyse ist das viel einfacher", sagt Ferdi Schüth: Die Mülheimer Chemiker filtern den pulverförmigen Katalysator aus Platin und CTF ab und trennen anschließend Säure und Methanol in einer einfachen Destillation. Dabei arbeitet der Katalysator der Max-Planck-Chemiker wahrscheinlich nach demselben Mechanismus wie der Periana-Katalysator, und ist auch von diesem inspiriert. "Als ich die Struktur von CTF gesehen habe, sind mir die Strukturelemente aufgefallen, die mit dessen Bipyrimidin-Liganden übereinstimmen", sagt Schüth. "Da kam mir die Idee, daraus den festen Katalysator zu herzustellen."

Um einer großtechnischen Anwendung noch näher zu kommen, versuchen er und seine Kollegen den Prozess nun mit gasförmigen statt gelösten Ausgangsstoffen zu ermöglichen. "Außerdem suchen wir nach ähnlichen, noch wirkungsvolleren Katalysatoren", so Schüth: "Effizientere homogene Katalysatoren mit anderen Liganden als Bipyrimidin haben wir schon gefunden." Diese nehmen sie sich nun zum Vorbild für einfacher handhabbare Katalysatoren wie das Pulver aus CTF und Platin.
(Max-Planck-Gesellschaft, 17.08.2009 - NPO)

 http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-10358-2009-08-17.html
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Focus-Flamepoint



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Verfasst am: 28/10/2009, 19:50  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Gehört zwar in den Bereich Medizin und Technik und verlinke auch nicht gerne mit dem Spiegel, halte das aber für einen sehr wichtigen Schritt in diesem Bereich:  http://www.spiegel.de/video/video-1028936.html
_________________
in dubio pro reo

Ist Deine Bude HD ready?!

Moral, Ehrgefühl und ein Gewissen - 3 Dinge, die einer Polizeikarriere im Wege stehen.


Zuletzt bearbeitet von Focus-Flamepoint am 28/10/2009, 20:02, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Langer



Alter: 21
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Verfasst am: 28/10/2009, 19:53  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Heut hast dus aber mit dem Verlinken. Meinst du nicht eher das Video mit dem Herz?
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Berzelius




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Verfasst am: 26/11/2009, 22:40  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Gummiherstellung wird umweltfreundlicher -
Forscher revolutionieren Rezept für Gummiproduktion



Die Lehrbücher zur Gummiherstellung müssen wohl neu geschrieben werden. Denn Dresdner Forscher haben die Rezeptur für das vielseitige Produkt revolutioniert und ein neues Vulkanisationsmittel eingesetzt. Gummi kann so in Zukunft nicht nur effektiver, sondern auch umweltfreundlicher erzeugt werden.



Seitdem Gummi industriell hergestellt wird, gilt es als unumstößliche Tatsache, dass für die Vulkanisation - die Vernetzung von Kautschuk mit Schwefel - als Katalysator Zinkoxid benötigt wird. Die Zugabe von rund drei Prozent dieses Stoffs zusammen mit etwas Stearinsäure beschleunigt die Geschwindigkeit der Vernetzungsreaktion auf das Zehnfache und macht damit den Prozess erst effizient und das Produkt bezahlbar.

LDH statt Zinkoxid


So enthalten die meisten Bauteile aus Gummi heute circa drei bis fünf Prozent Zinkoxid. Bei den enormen Mengen Gummi, die zum Beispiel für Fahrzeugreifen produziert werden, summiert sich das auf weltweit jährlich rund 500.000 Tonnen Zink, und das, obwohl die Europäische Union bereits 2004 in ihrer Richtlinie 2004/73/EG Zink als umweltgefährdenden Stoff klassifiziert hat, der „sehr giftig für Wasserorganismen ist und in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben kann“.

In den jetzt von Professor Gert Heinrich vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) vorgestellten und zur Patentierung eingereichten Arbeiten wird nachgewiesen, dass Zinkoxid durch zinkhaltige Hydrotalkite, so genannte LDH - layered double hydroxide = geschichtete Doppelhydroxide - ersetzt werden kann. Damit reduziert sich der für die Vernetzung benötigte Zinkanteil auf ein Zehntel der bisherigen Menge.

Vor dem Hintergrund der von Zink ausgehenden Umweltgefährdung und in Anbetracht der genannten Produktionsmengen ist allein das ein unschätzbarer Vorteil gegenüber dem bisherigen Verfahren, so die Forscher. Hinzu kommen zwei weitere Vorzüge. Zum einen: Die LDH wirken im Gummi gleichzeitig als Verstärkung und verbessern somit die Festigkeitseigenschaften des Materials. Zum anderen: Es kann transparentes Gummimaterial hergestellt werden.

Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit


Neben diesen neuen Materialeigenschaften ist es nach Angaben der Forscher für eine industrielle Anwendung von großer Bedeutung, dass das neue Vulkanisationsmittel problemlos in die bisher genutzten Technologien integriert werden kann.

Die Idee, mit LDHs ein neues Vulkanisationsmittel für Gummi zu entwickeln, verdankt ihre Entstehung der Zusammenarbeit von Forschern aus mehreren international besetzten Arbeitsgruppen im Verantwortungsbereich von Heinrich. Im Rahmen von Forschungsarbeiten zur flammhemmenden und verstärkenden Wirkung von LDH in Kunstoffen waren verschiedene LDHs hergestellt und unter anderem auf Zusammenhänge zwischen katalytischer Aktivität und flammhemmender Wirkung untersucht worden.

Der dabei eher zufällig gefundene Effekt der vernetzenden Wirkung der mit Zink modifizierten LDHs erregte natürlich sofort das Interesse des ausgewiesenen Gummispezialisten Heinrich, der daraufhin Mitarbeiter verschiedener Teams an einen Tisch brachte, um das Potential der Entdeckung auszuloten und möglichst schnell nutzbar zu machen. Ergebnis ist die jetzt vorliegende Innovation, für die er gemeinsam mit Andreas Leuteritz, Professor Udo Wagenknecht, Professor De-Yi Wang (China) sowie Amit Das und Kalaivani Subramaniam (beide Indien) das entsprechende Patent angemeldet hat.


 http://www.g-o.de/wissen-aktuell-10867-2009-11-26.html
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Berzelius




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Verfasst am: 5/7/2012, 19:41  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Chemisches Element: Erstmals elementares Fluor nachgewiesen

Das Element Fluor kommt entgegen bisherigen Annahmen doch frei in der Natur vor. Im sogenannten Stinkspat, einem Fluorit-Mineral, haben Forscher erstmals winzige Mengen des reaktionsfreudigsten aller chemischen Elemente entdeckt. Jörn Schmedt auf der Günne von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und seinen Kollegen gelang es, elementares Fluor in dem Mineral nachzuweisen.

Wie die Wissenschaftlerim Fachmagazin "Angewandte Chemie" berichten, entsteht das Fluor durch winzige Uraneinschlüsse, deren Strahlung das Fluorit-Mineral zersetzt. Diese Reaktion erkläre auch, warum der Stinkspat so stechend rieche, wenn man ihn zerschneide oder anbohre: Das aggressive Fluorgas entweiche dann aus den Einschlüssen.

Fluor ist das reaktivste aller chemischen Elemente und deshalb nur mit größter Vorsicht zu handhaben. Es ist so aggressiv, dass selbst Laborglasgeräte ihm nicht widerstehen können. Sogar Ziegelsteine brennen, wenn sie mit Fluorgas in Kontakt kommen, wie die Forscher erklären. Wegen dieser extremen Eigenschaften waren Chemiker bislang überzeugt davon, dass Fluor in der Natur nicht elementar, sondern nur mit anderen Atomen verbunden vorkommen kann wie zum Beispiel in Fluorit-Mineralien wie dem Flussspat. In diesem ist jeweils ein Kalziumatom mit zwei Fluoratomen verbunden.


 http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/chemie-element-fluor-erstmals-elementar-nachgewiesen-a-842807.html
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