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pst69de



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Verfasst am: 19/5/2012, 17:24  Titel:  Einschmelzampullenrohling Antworten mit ZitatNach untenNach oben

 Ampullenrohling aus Reagenzglas (YouTube)

Mein erstes Lehrvideo Wink Bitte nicht am nicht Filmscript (Textscript) aufhalten, ich weiß, das kann man noch professioneller gestalten ...
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"Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius NULL. Und das nennen sie ihren Standpunkt." (Albert Einstein)
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Glaskocher




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Verfasst am: 19/5/2012, 19:06  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Dein Video zeigt, wie Du die Ampullen vorbereitest. Allerdings zeigt es auch einen zur Glasbearbeitung wenig geeigneten Arbeitsplatz. In halber Hockstellung ist das Arbeiten extrem unbequem und ermüdend. Auch die Formgebung rein an Schwerkraft und Viskosität zu delegieren finde ich weniger gut.

Stelle den Brennerständer auf eine Tischkante und befestige ihn gegen Umfallen. Mit aufgesetzten Ellenbogen solltest Du das Glas bequem im Feuer halten können. Der Tisch ist mit einer Holzplatte gegen Brandflecke abgedeckt, ersatzweise gehen auch Rigipsplatten (kartoniert) oder der Königsweg, eine Metallplatte. Lege Dir einen durchbohrten Korken mit einem geraden Glasrohr zurecht, der zur Öffnung des Reagenzglases passt. Jetzt wird das verkorkte RG horizontal drehend so erhitzt, daß der Korken nicht verkokelt. Durch das Unterstützen am Rohrende und am Boden des RG kann man das Glas zunächst vorsichtig etwas stauchen, wobei sich die Wand verdickt. Dieser Bereich wird jetzt innerhalb der Flamme langsam kollabieren gelassen und erst dann AUSSERHALB der Flamme etwas in die Länge gezogen. Dadurch erhält man eine Verjüngung mit größerer Wandstärke, die das spätere Abschmelzen erleichtert und die Haltbarkeit verbessert. Zuletzt wird die Flamme auf volle Leistung gestellt und die Luftschlitze etwas verschlossen. Die jetzt gelb leuchtende Flamme wird benutzt, um den bearbeiteten Bereich dick einzurußen. Der Ruß läßt sich später leicht wieder abwischen. Dieses Einrußen dient zum Tempern, also entspannen des Werkstückes. Ansonsten verbleiben permanent Spannungen im Übergang zum Hals der Ampulle. Mit viel Erfahrung kann man das Glas auch dort in der (unveränderten) Flamme tempern, wo die Flammfärbung durch Natrium erlischt.

Das spätere Abschmelzen setzt den Vorgang des Verjüngens durch gleichzeitiges Kollabieren und Ausziehen dann fort. Der sich bildende Glasfaden wird innerhalb der Flamme zerreißen gelassen, um die Enden rund zu schmelzen.
Dabei wird die, jetzt zum Teil gefüllte, Ampulle schräg nach oben gehalten, damit der Inhalt nicht ausläuft oder die erhitzte Glaswand avschreckt.

Die Brennerflamme war im Video nahezu unsichtbar. Das Tageslicht hatte das Eigenleuchten der Flamme überstrahlt. Vom Geräusch her warst Du öfter mal im leuchtendblauen Kegel der Flamme. Da drin hat das Werkstück nichts zu suchen, da die größte Hitze erst knapp hinter dieser Spitze erreicht wird. Eine Schweißerbrille ist für diese Arbeiten eher suboptimal, da sie das gesamte Spektrum, speziell den roten Bereich, stark herausfiltert. Eine Brille mit Neodymgläsern ist deutlich besser, da sie selektiv das Natriumgelb aus der Strahlung eliminiert. Für Gelegenheitsarbeiten tut es auch eine normale Laborbrille, die gegen fliegende Splitter schützt.

Wenn Du die Länge eines Reagenzglases ganz ausnutzen willst dann kannst Du, mit einiger Übung, auch ein Zweites oben dran schweißen. Dazu würde ich dem "Hilfsglas" zuerst den Boden erhitzen und diesen zur "Seifenblase" aufblasen. Diese Blase wird zerschlagen und die Ränder rund geschmolzen. Jetzt werden beide Teile in die Hand genommen und gleichzeitig an ihren Rändern erhitzt. Die erweichten Ränder werden aneinender gesetzt und außerhalb der Flamme leicht hinein geblasen. Das Glas darf sich etwas über den Originaldurchmesser ausdehnen. Durch erneutes Erhitzen wird das Rohr wieder auf den Originaldurchmesser zusammen sinken gelassen. Jetzt wird knapp unterhalb der Verbindung die Verjüngung erzeugt. Die Schweißnaht sollte dabei oberhalb der späteren Trennstelle liegen. Zu dieser Arbeit bitte immer zwei Gläser mit BEKANNT gleichem Material verwenden. Es klappt vermutlich nicht so gut mit DURAN 3.3, wahrscheinlich besser mit FIOLAX.



Ich arbeite selber sowohl an der Lötlampe alsauch mit einem Propan-Sauerstoff-Brenner. Im Moment übe ich mich darin, Glasrohre möglichst nahtlos zu verbinden. Aber es reicht zumindest, um kleinere Kunstgegenstände zu formen. Mein "eigentliches" Hobby ist Glasperlen machen.
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pst69de



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Verfasst am: 19/5/2012, 21:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Erstmal großen Dank für die Expertentipps.

Wie du siehst, bin noch ein wenig schlecht eingerichtet, es war einer meiner ersten Versuche das Thema mal anzugehen. Ich war zunächst erstaunt wie einfach es sich doch gestaltet und habe das mal dokumentiert.

Das mit dem Glasrohrkorken ging mir auch zuerst durch den Sinn, bin ich mangels Material aber noch nicht angegangen. Eben wegen dem angesprochenen Stauchen.

Ich sollt mir auch mal ein paar wärmere Gedanken um die Einrichtung eines geeigneten Arbeitsplatzes machen, das improvisieren ist auf die Dauer doch mühsam. War im übrigen eine einfache Laborbrille, hatte die "Vorversuche" ohne unternommen, für die Vorbildfunktion im Video (und aus allgemeinen Sicherheitsüberlegungen) hab ich sie dann doch aufgesetzt.

Für das Tempern werd ich wohl erst noch eine geeignete Blechklammer für Ansauglöcher machen müssen. Wenn die Objekte mal etwas komplexer werden, ist es sicher hilfreich so vorzugehen, Spannungsschäden hab ich schon mehr als genug produziert.

Und das mit dem Leuchtkegel ist mir auch in den Vorversuchen bewußt geworden (hatte mehrfach ungleichmäßige Erweichung) was mir dann das Tageslicht bzw. die Windeinflüße ein wenig schwierig gemacht haben, es unter Kontrolle zu bekommen.

Aber nochmals vielen Dank für deine wertvollen Tipps Smile
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Verfasst am: 2/6/2012, 18:28  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich habe eben mal mit zwei FIOLAX-Reagenzgläsern (16*160mm) getestet, ob die Ampulle an der Lötlampe machbar ist. Ich habe es bewußt OHNE Werkzeuge getestet.

Das Aufblasen vom Boden des ersten RGs bedurfte mehrerer Anläufe des Erhitzens. Aber sobald das Glas sich zur "Seifenblase" geweitet hatte war es geschafft. Jetzt häte ich die Blase im Abfalleiner abstreifen können, habe das Glas aber mit der Flamme herunter geschmolzen. Beobachtung dabei: Die Flamme schlägt gerne im Rohr herunter. Abhilfe: Ein locker gerollter Stopfen aus Papiertaschentuch im Griffende vom Rohr verhindert Dieses, ohne beim später benötigten Hineinblasen zu stören.

Sobald der Rand von "neuen" Loch statt des Bodens im RG halbwegs eben ist erhitze ich zusätzlich den Rand vom zweiten RG. Die zum Glühen erhitztzen Ränder werden gegeneinander gedrückt und möglichst lückenlos verbunden. Ein kurzer Luftstoß aus der Backentasche klärt diese Dichtigkeitsftage. Bei mir war es dicht. Jetzt wird die Verbindungsstelle weiter erhitzt und nahezu ohne Zug auf 5mm Außendurchmesser kollabieren gelassen. Jetzt werden einige Luftlöcher vom Brenner mit Alufolie (Joghurtdeckel) abgedeckt und die fest gewordene Verjüngung reichlich in der leuchtenden Flamme eingerußt. Abkühlen lassen, abwischen, fertig.

Das viereckige SCHOTT-Logo ist gerade noch auf dem zylindrischen Teil vom unteren RG. Man kann also locker 80% vom Volumen des RG real nutzen.



Fazit: Ampullen aus FIOLAX sind an der Lötlampe machbar.



Bei einem weniger glatt herausgeblasenen Boden habe ich den etwas fransigen Rand mit einem Glasstab glatter gezupft. Das erfordert aber dann etwas Übung und ein Nachformen des Durchmessers mit einem Graphitstab oder Metallwerkzeug außerhalb der Flamme. Die relativ "weiche" Flamme der Lötlampe erschwert dieses Abzupfen etwas.
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pst69de



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Verfasst am: 3/6/2012, 18:44  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Sehr gut Smile
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Verfasst am: 3/6/2012, 18:44  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

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