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cornhulio




Hier seit: 20.02.2010
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Verfasst am: 20/2/2010, 12:25  Titel:  Epoxidharz lösen/zersetzen Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Guten Morgen alle miteinander

Vorne weg muss ich gleich mal gestehen das ich eigentlich ein absoluter Chemie-Noob auf diesem Bereich bin. Habe zwar in meinem Studium (Kunststofftechnik) durchaus Chemie gehabt dies aber mehr abgesessen wie gelernt da ich mich damit schon immer sehr schwer getan habe. Seit also etwas nachsichtig mit mir Smile

Nun zum eigentlichen Thema.....

Ich möchte muss bei einigen Faserkunststoffverbunden den Faservolumengehalt bestimmen. Dies einzelnen Verbunde bestehen aus Carbon-, Aramid, Glas- und Polypropylenfasern in Kombination mit einer Matrix aus Epoxidharz.

Ich möchte nun den Faservolumengehalt bestimmen indem ich die Fasern von der Matrix löse. Normalerweise geschieht dies indem man den Epoxidharz chemisch zersetzt. Wenn ich das, aus Studienzeiten, richtig in Erinnerung habe wird ein Säureaufschluss gemacht. Hierbei wird Schwefelsäure zur Probe hinzu gegeben und in der Mikrowelle zum kochen gebracht. Anschließend wird Salpetersäure zugegeben und es wird erneut in der Mikrowelle zum kochen gebracht. Dann Filtern und mit Destilliertem Wasser und Aceton nach spülen. Im Filter sollten dann die Fasern übrig bleiben.

Falls dies den der richtige Weg ist bin ich auf der Suche nach Infos zur Durchführung. Ich bräuchte Infos über genaue Konzentrationen, Kochzeiten und natürlich Tipps zum Handling. Entstehen Dämpfe bzw. ist eine Absaugung erforderlich? Etc.....

Gibt es eventuell sogar eine Norm in der dieses Verfahren beschrieben ist?

Wäre nett wenn ihr mir da ein bisschen weiter helfen könntet oder mir wenigstens Tipps gebt wo ich Info beziehen kann. Ob wir es dann endgültig selbst machen hängt vom Umfang und den Kosten ab. Das hier ist eigentlich erstmal nur zur Information gedacht damit ich mal überschlagen kann wie Umfangreich es wäre.

Vielen Dank schon mal

Grüße Chris
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Glaskocher




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Verfasst am: 21/2/2010, 19:00  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich rate mal dazu, das Thema mit einigen Vortests zu zergliedern:

Zunächst betrachten wir mal die Beständigkeit der Fasern, da es dort die größten Unterschiede gibt.

- Glasfasern: Gegen Säuren nahezu vollkommen beständig, durch starke Basen angreifbar, beständig gegen Verbrennung, solange sie dabei nicht geschmolzen werden. Hier ist sogar ein einfaches Veraschen der (gemahlenen) Ptobe möglich.

- Carbonfiber: Beständig gegen Säuren und Basen, Je nach Verbrennungstemperatur und Sauerstoffgehalt können Verluste eintreten.

- Ploypropylenfasern: Hier ist die Beständigkeit gegebn Säuren und Basen im Einzelfall zu prüfen. Das Material verbrennt rückstandslos.

- Aramidfasern: Je nach Art des Polymers sind sie sowohl sauer als auch basisch löslich (durch Verseifung). Sie werden mehr oder weniger gut brennbar sein.


Ich rate in jedem Fall dazu, zunächst einige Vorübungen mit faserfreiem Polymer und polymerfreien Fasern zu machen. Oft sind die Fasermatten mit verschiedenen Hilfsstoffen imprägniert, um die Verarbeitung zu erleichtern. Das können Bindemittel oder Metzmittel sein.

Bei Aramidfasern würde sich die Stickstoffbestimmumg nach Kjeldahl anbieten. Dabei wird die Probe in siedender Schwefelsäure, unter Verwendung von Schwermetall-Katalysatoren, aufgeschlossen. Nach dem Abkühlen wird erst verwässert und dann Natronlauge im Überschuß zugegeben. Das gebildete NH3 wird in eine Vorlage überdestilliert und mit Salzsäuremaßlösung titriert. Es ist unbedingt eine Blindprobe von Faserfreiem Harz und eine Vergleichsmessung an harzfreien Fasern durchzuführen. Dann läßt sich der Fasergehalt eventuell aus dem Gehalt an Stickstoff errechnen. Allerdings könnte die Genauigkeit leiden, wenn im Harz größere Mengen an stickstoffhaltogen Katalysatoren eingesetzt wurden.

Bei PP-X und Aramid-Fasern bietet sich eventuell eine IR-Spektroskopie von Pulver-KBr-Presslingen an. Allerdings müßte man zunächst Banden finden, die sich ausschließlich der Matrix oder der Faser zuordnen lassen.

Frage doch mal beim Hersteller der Harze, ob er Dir derartige Tipps geben kann (oder will). DER müßte doch wissen, wie man derartige Untersuchungen macht. Wenn Du von einem abgebundenen Harz die CAS-Nummer findest (oder sie über die Monomere suchen kannst) dann solltest Du über den SCIFINDER (Suchmaschine der CAS) auch nach Reaktionen zur Zersetzung dieser Harze suchen können. Das ist allerdings etwas "tricky", ums auf gut dEnglish zu sagen.

Generell sind Polyether recht beständig gegen viele Angriffe. Und Epoxidharze sind, zumindest dort wo sie abbinden, zu Polyethern geworden. Die saure Hydrolyse ist da schon das Mittel der Wahl. Allerdings könnte sie für manche Fasertypen auch zu grob sein, sodaß Du zur Not aus der Zusammensetzung der Hydrolyseprodukte auf die Herkunft (Faser oder Harz) schließen mußt. Das könnte über GC-MS oder HPLC-MS geschehen. Die NMR ist in dem Falle vermutlich weniger brauchbar, da man einen recht wüsten "Signalwald" bekommt.


Viel Erfolg bei Deinen Untersuchungen!


Dietmar


PS: Berichte bitte mal über Zwischenergebnisse, bin neugierig.
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JenaerChemiker



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Verfasst am: 22/2/2010, 08:45  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Aramide bzw. alle Polyamide zeigen mind 2 charachteristische Amidbanden...mit etwas glück ist sogar noch die dritte sichtbar, allerdings ist die eben eher schwach.

Aramid ist nur in wasserfreier Schwefelsäure löslich (ohne Spaltung!)...Spaltung dieses Polymers braucht recht hohe Temperaturen.

Wie wäre es mit einer TGA analyse??? man müsste nur die Zersetzungtemperaturen der reinen Komponenten messen, dann könnte man direkt den %-anteil messen wenn man den Ferbundstoff vermisst.
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cornhulio




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Verfasst am: 22/2/2010, 16:56  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Glaskocher hat geschrieben:


Bei PP-X und Aramid-Fasern bietet sich eventuell eine IR-Spektroskopie von Pulver-KBr-Presslingen an. Allerdings müßte man zunächst Banden finden, die sich ausschließlich der Matrix oder der Faser zuordnen lassen.


Kann ich den über eine IR-Sprektroskopie auch einen Gehalt bestimmen? Kannte das bis jetzt nur zur Identifikation der Materialien.


Glaskocher hat geschrieben:


Frage doch mal beim Hersteller der Harze, ob er Dir derartige Tipps geben kann (oder will). DER müßte doch wissen, wie man derartige Untersuchungen macht. Wenn Du von einem abgebundenen Harz die CAS-Nummer findest (oder sie über die Monomere suchen kannst) dann solltest Du über den SCIFINDER (Suchmaschine der CAS) auch nach Reaktionen zur Zersetzung dieser Harze suchen können. Das ist allerdings etwas "tricky", ums auf gut dEnglish zu sagen.


Wir haben vorher schon mal eine Veraschung machen lassen. Nachdem dies, aufgrund der hohen Temperaturen, nur beim Glas erfolgreich war sagte uns der Hersteller man würde so etwas normalerweise durch Lösung in Schwefelsäure machen. Daraufhin viel mir der oben beschriebene Ablauf ein.


Glaskocher hat geschrieben:


Generell sind Polyether recht beständig gegen viele Angriffe. Und Epoxidharze sind, zumindest dort wo sie abbinden, zu Polyethern geworden. Die saure Hydrolyse ist da schon das Mittel der Wahl. Allerdings könnte sie für manche Fasertypen auch zu grob sein, sodaß Du zur Not aus der Zusammensetzung der Hydrolyseprodukte auf die Herkunft (Faser oder Harz) schließen mußt. Das könnte über GC-MS oder HPLC-MS geschehen. Die NMR ist in dem Falle vermutlich weniger brauchbar, da man einen recht wüsten "Signalwald" bekommt.
.


Im großen und ganzen sollten die Fasern das aushalten. Bei der Aramidfaser müsste ich das erst noch prüfen. Glas, Carbon und PP sind da aber ausreichend beständig. Bei Glas wird diese Methode dazu genutzt um die Faserlängen zu bestimmen. Dort bleiben dann anschließend die einzelnen Faser vollständig übrig und werden vermessen.


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JenaerChemiker hat geschrieben:

Wie wäre es mit einer TGA analyse??? man müsste nur die Zersetzungtemperaturen der reinen Komponenten messen, dann könnte man direkt den %-anteil messen wenn man den Ferbundstoff vermisst.


Eine TGA würde, wenn überhaupt, nur bei Glas, Carbon und Aramid zu einem Ergebnis führen. PP liegt mit der Zersetzungstemperatur ungefähr dort wo auch das Epoxidharz liegt. Glas, Carbon und Aramid sind nur Referenzmaterialien. Das eigentlich Produkt sind die PP-Fasern. Daher ist die Bestimmung bei diesen am wichtigsten.

**************************************************************

Glaskocher hat geschrieben:


PS: Berichte bitte mal über Zwischenergebnisse, bin neugierig.



Habe am Samstag mit einem unserer Geschäftsführer darüber gesprochen. Er hat damals Chemie studiert. Er meint das wir das hier bei uns nicht nachstellen können. Für einen ungeübten Laien wäre es zu gefährlich. Unsere QS-Dame hat damit allerdings früher schon Erfahrung gemacht und könnte es eventuell. Dann fehlen uns jegliche Art von Zubehör sowie Materialien und eine eine Absaugung. Es müsste alles besorgt und Improvisiert werden. Werde mich heute Abend mit der Geschäftsleitung besprechen und dann entscheiden ob wir es probieren oder doch ein alternatives Prüflabor aufsuchen.

Vielen Dank schon mal für eure Antworten. Je nach dem wie die Entscheidung fällt kommen weitere Fragen^^

Mfg Chris
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Glaskocher




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Verfasst am: 22/2/2010, 23:38  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Kann ich den über eine IR-Sprektroskopie auch einen Gehalt bestimmen? Kannte das bis jetzt nur zur Identifikation der Materialien.

Du kannst es mal versuchen. Wir haben IR-Spektroskopie schon mal benutzt, um die Abwesenheit von Wasser nachzuweisen. Wenn Du im Harz und in der Faser jeweils eine Bende findest, die in einer Lücke des anderen Spektrums liegt, dann bist Du ein großes Stück weiter. Dann könntest Du aus Pulvern definierte Mischungen machen und daraus eine Kalibrierkurve erstellen. Allerdings weiß ich nicht, wie hoch Du damit auflösen kannst. Die Streubreite könnte recht hoch sein.

Die PP-Fasern sind in Sachen IR vermutlich relativ einfach im Signalbild. Aber das Risiko, daß eininteressantes Signal mit dem einer Harzkomponente zusammenfällt ist recht hoch.

Mir fällt da noch ein, daß man, gerade bei PP-Fasern, eine Sauerstoffbestimmung machen könnte. Der Sauerstoff sollte ausschließlich aus dem Harz kommen. Allerdings setzt das extrem homogene Proben voraus, da die typische Einwaage bei dieser Mikromethode im einstelligen Milligrammbereich liegt. Man braucht dafür schon ein recht sufwändiges Gerät, das am Ende CO detektiert und andere Pyrolyseprodukte vorher abtrennt oder in CO umwandelt. Allerdings wird Feuchtigkeit in der Probe wie gebundener Sauerstoff detektiert. Es muß also entweder gut getrocknet werden oder der Wassergehalt sepatat bestimmt und verrechnet werden.

Beim Aufschluß mit Schwefelsäure wird vermutlich, unter Anderem SO2 freigesetzt. Das läßt sich, zumindest bei wenigen Ansätzen, recht gut mit Natronlauge oder Kalkmilch absorbieren. Aber für größeres Probenaufkommen wird das recht lästig. Erkundige Dich mal über Geräte zum Aufschluß nach Kjeldahl. Das Verfahren scheint Deiner Fragestellung recht ähnlich zu sein wegen des sauren Aufschlusses. Zum Filtrieren empfehle ich mal Filter aus Glasfaserpapier, da das gegen Säuren sehr stabil ist. Ich kenne es als "Whatman-Filter" und benutze es, um unter Schutzgasbedingungen zu filtrieren.

Stellst Du die Prüfkörper selber her? Ich könnte mir auch vorstellen, daß man dem Harz einen inerten Zuschlag beimischt, der sich später in der Asche selektiv nachweisen läßt. Eisenoxidpigmente sollten da ein interessanter Kandidat sein, da man Eisen über recht viele Wege, auch in Spuren, nachweisen kann. Eventuell findest Du ja Etwas, das schon sowiso im Harz ist und sich nutzen läßt. Es gibt sicher auch lösliche Farbstoffe, die man als Tracer nutzen könnte...
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cornhulio




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Verfasst am: 24/2/2010, 10:18  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Glaskocher hat geschrieben:

Mir fällt da noch ein, daß man, gerade bei PP-Fasern, eine Sauerstoffbestimmung machen könnte. Der Sauerstoff sollte ausschließlich aus dem Harz kommen. Allerdings setzt das extrem homogene Proben voraus, da die typische Einwaage bei dieser Mikromethode im einstelligen Milligrammbereich liegt. Man braucht dafür schon ein recht sufwändiges Gerät, das am Ende CO detektiert und andere Pyrolyseprodukte vorher abtrennt oder in CO umwandelt. Allerdings wird Feuchtigkeit in der Probe wie gebundener Sauerstoff detektiert. Es muß also entweder gut getrocknet werden oder der Wassergehalt sepatat bestimmt und verrechnet werden.
...
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...

Stellst Du die Prüfkörper selber her? Ich könnte mir auch vorstellen, daß man dem Harz einen inerten Zuschlag beimischt, der sich später in der Asche selektiv nachweisen läßt.


Die Probekörper habe ich im Handlaminierverfahren hergestellt und diese mit Vakuum "verpresst". Daher ist die Homogenität so ein Fall für sich^^. Die Proben sind auch schon fertig. Etwas beimischen fällt daher flach.

Im Grunde sollte dies ein Versuch werden so eine Prüfung "eben mal" selbst durchzuführen. Da eure Antworten mir ja nun gezeigt haben das es zum einen ein größerer Aufwand ist, und zum anderen spezielle Gerätschaften benötigt werden, können wir es nicht selbst machen. Der Kostenaufwand dafür wäre für einen einmaligen Einsatz wahrscheinlich zu groß.
Wir haben sehr gute Kontakte zu einem größeren Chemiekonzern hier in der Gegend und werden nun dort mal anfragen ob sie uns aushelfen können. Das dann jetzt auf die schnelle erstmal eine Lösung. Sollte das Produkt in Serienproduktion gehen müssten wir uns natürlich Gedanken über eine Messung im Haus machen.

Sobald ich weiß ob bzw. wie sie es machen könnten werd ich hier nochmal Feedback geben Smile

Grüßle Chris
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cornhulio




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Verfasst am: 8/3/2010, 17:29  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo alle zusammen.

Habe heute die Ergebnisse aus dem Prüflabor bekommen. Sie haben die Proben mit 1N H2SO4 24 Stunden bei 180° C im Autoklav erhitzt. Dadurch sind die Probenabschnitte zerfallen und es blieben faser- bzw. gewebeartige Anteile zurück. Die Lösung und die unlöslichen Anteile hatten sich braun verfärbt. Die unlöslichen Anteile wurden dann abfiltriert. Die Rückstände wurden mit H2O, Methanol und Pentan gewaschen, getrocknet und gravimetrisch erfasst.

Leider sind die Ergebnisse nicht sonderlich realistisch. Ermittelt wurden zwischen 86 und 97% Faservolumenanteil, was allerdings nicht sein kann.

Sie haben diese Lösung bei den Aramid-, Polypropylen- und Carbonproben durchgeführt. Die Glasprobe wurde durch Veraschung bestimmt. Sie werden die Glasprobe nun auch noch lösen. Eventuell können wir das dann durch den Wert der Veraschung in ein Verhältnis setzten.

Kann mir einer, mit einfachen Worten, erklären wie 1N zu deuten ist?
Und was bedeutet genau abfiltriert? Ich dachte immer das abfiltrierte geht verloren bzw. wird durch das filtrieren entfernt. In diesem Fall ist das Abfiltrierte aber das was übrig bleibt und gewogen wird.
War das nun das Verfahren nach Kjedahl?

Mfg Chris
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Backpulver



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Verfasst am: 8/3/2010, 18:47  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

cornhulio hat geschrieben:

Kann mir einer, mit einfachen Worten, erklären wie 1N zu deuten ist?
Mfg Chris


Das n steht für "Normalität". Bei Säuren sthet die Zahl für die Anzahl der dissoziierten Protonen.

1N HCL = 1 mol ( Weil HCL 1 H+ abgeben kann)
1N H2SO4 = 0.5 mol (Weil H2SO4 ja 2 H+ abgeben kann)

Edit: Normalität ist veraltet. Jetzt heißt es Äquivalentkonzentration Wink
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Glaskocher




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Verfasst am: 8/3/2010, 21:20  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

cornhulio hat geschrieben:
Hallo alle zusammen.

... Leider sind die Ergebnisse nicht sonderlich realistisch. Ermittelt wurden zwischen 86 und 97% Faservolumenanteil, was allerdings nicht sein kann.
...
War das nun das Verfahren nach Kjedahl?


Jetzt kommt es darauf an, ob die Proben mit den unerwartet hohen Anteilen an Fasern noch Reste Polymer (Harz) enthalten. Eventuell lassen sie sich ja nochmal einer sauren Hydrolyse unterziehen.

Wie hoch ist denn der erwartete Faseranteil im Verbund? Läßt der sich eventuell mit Hilfe von Lösemitteln an trockenen Faserproben ermitteln? Ich denke da an das Arbeiten mit dem Pyknometer oder daraus abgeleitete Methoden. Die Faserpackung müßte sich doch trocken so simulieren lassen, alsob sie im Bauteil drin ist.


Die Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl arbeitet mit siedender konzentrierter Schwefelsäure, also bei ca. 280°C. Das ist um einiges heißer als das beschriebene Verfahren. Allerdings wird dabei vermutlich eher verkohlt als hydrolysiert. Schwefelsäure wirkt unter diesen Bedingungen allerdings auch oxidierend, besonders in Gegenwart von Schwermetall-Katalysatoren.
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cornhulio




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Verfasst am: 9/3/2010, 12:34  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

@backpulver

Danke für die schnelle Antwort.

@Glaskocher

Das Prüflabor geht davon aus das es noch Teile gibt die nicht gelöst wurden. Leider haben sie,nach ihrer Aussage, keine weitere Möglichkeit die Probe weiter auseinander zu nehmen.

Der erwartete Faservolumenanteil liegt zwischen 65 und 75%. Dies haben wir gravimetrisch bestimmt in dem die Einzelkomponenten bei der Herstellung vorher und nachher gewogen wurden. Über Harzreste und Plattengewicht konnte ein ungefährer Gehalt bestimmt werden. Da 2 dieser Werte deutlich abweichen sollten diese im Prüflabor überprüft werden.

Bei dieser chemischen Bestimmung wurden nur die Aramid-, Carbon- und Polypropylenproben gelöst. Den Anteil der Glasfaserproben hat man über eine Veraschung bestimmt. Dieser Wert der Veraschung stimmt auch mit unserem Ergebnis überein. Ich habe nun darum gebeten die Glasproben ebenfalls chemisch zu lösen. Wenn dieser Wert ebenfalls bei 90% liegt können wir diesen in ein Verhältnis zum Wert der Veraschung setzten und die anderen darauf runter rechnen.

Im Grunde wäre das einfachste eine weitere Platte herzustellen. Da die Herstellung des Polypropylengeleges aber sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und einige Kosten verursacht wollten wir es im Prüflabor überprüfen lassen. Das es nun doch so kompliziert wird wusste ja keiner^^

Gruß
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-stas-



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Verfasst am: 31/3/2010, 11:08  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo zusammen,

Ich habe mir diese Beiträge hier mal durchgelesen, aber konnte keine Antwort auf meine Frage finden.
da habe ich mir mal gedacht weil das zum Thema passt, poste ich es mal hier rein.
Ich bin nicht so der Chemie experte daher verzweifelt nicht wenn ich nicht immer alles nachvollziehen kann.

Jetzt zu meiner Frage:

In der Firma wo ich Arbeite entwickeln und bauen wir Spulen,Transformatoren und Zündgeräte. Ich bin in der Entwicklung tätig und es ist meist schwer, da wenn wir fehler in der Produktion haben die Fehelerursache, nicht oft aber genug, sehr schwer zurück zu führen ist. Meist sind die Bauteile vergossen mit Epoxidharz gemischt mit einem Härter. Und bis lang habe ich diese Masse auch mit Messer und was mir noch für möglichkeiten gaben, sie einigermaßen weggekratzt. Es ist natürlich sehr schwer den Draht der nur vom Schutz der Masse ist, nicht zu beschädigen. Ich habe einmal vom Mitarbeiter gehört wie ein Kunde von uns durch einen veranschaulichungs-Prozess die Masse mit einer Art Säure zersetzt hat und der Transformator war dann komplett frei von dem Harz. Könnt ihr mir vieleicht sagen was das vieleicht für eine Säure war? Und wenn es ein Prozess ist was ich da eventuel zu beachten habe?

LG stas
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allphysist



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Verfasst am: 31/3/2010, 11:22  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

@cornhulio, ich habe darüber nachgedacht und mir ist eine mögliche Lösung eingefallen.

Ich würde einen Microschnitt durch verschiedene Ebenen durchführen, Mikroskopieren und darüber durch Vermessen der Faserteile und nachfolgende Volumenberechnung deren Anteil an verschiedenen Proben durchführen. Dann kannst Du die Standardabweichung berechnen und hast mit etwas Glück genügend Daten für eine statistisch gemittelte Auswertung. Ist etwas Arbeit und etwas Mathematik, aber letztlich wohl die beste Methode, wenn Du nicht ordentlich mazerieren kannst.
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Juli 2010: "Mehr Netto vom Brutto". Das wurde nur falsch interpretiert. Sie holen sich ja auch noch mehr Netto von unserem Brutto!
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Glaskocher




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Verfasst am: 31/3/2010, 22:15  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo -stas-

Dein Problem ist zusätzlich, daß die Metallteile nicht beschädigt werden dürfen. Hauptsächlich sind in den Spulen wohl Kupfer und Eisen enthalten. Die lösen sich, unter unterschiedlichen Bedingungen, in Säuren. Bedingungen, die das Harz effektiv lösen zerstören oft auch das Metall.

Ich würde versuchen, das Harz mit verschiedenen Lösemitteln zum Aufquellen zu bringen, daß es sich leichter mechanisch entfernen läßt. Spontan fallen mir DMF, THF und NMP ein. Je nach der Zusammensetzung der Harze könnte man auch in einem hochsiedenden Alkohol (Ethylenglykol) kochen, um eine Umesterung zu erreichen.
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Wirehead



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Verfasst am: 31/3/2010, 22:29  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Würde mich auch interessieren da ich recht oft ähnliche probleme beim reverse engineering von Zeilentrafos, Spulen oder Sensoren hab. (private anwendung)
Quellen kann man das mit GBL aber das fällt leider aus bekannten gründen flach...
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-stas-



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Verfasst am: 15/4/2010, 09:32  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo zusammen,

Melede mich zurück ^^

Ok danke Glaskocher für deine Antwort und ich werde es auch einmal mit den Erwähneten versuchen.
Sollte ich hier auf etwas acht geben? da ich nicht genau weiß wie ich jetzt vorgehen muss?

Lg
Stas
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