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Hartmut
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Verfasst am: 28/1/2009, 23:56  Titel:  "Blutverdünner" ASS Antworten mit ZitatNach untenNach oben

In einem anderen Thread im Forum Biochemie wurde nebenbei ASS als "Blutverdünner" im Sport erwähnt.
Mich beschäftigt Acetylsalicylsäure seit längerem gedanklich vor allem als mögliche Hilfe zur Infarkt- und Skleroseprävention. Dies alles beruht ja auf der Eigenschaft von ASS als Thrombozytenaggregationshemmer. Dabei sind (im Vergleich zur Wirkung als Schmerzmittel) ja ungleich niedrigere Dosen nötig, wobei die Thrombozyten ihre Aggregationsfähigkeit für ihre gesamte Lebensdauer (von etwa 8 Tagen) verlieren, theoretisch also nur alle 8 Tage eine geringe Dosis ASS genommen werden müßte. Freilich kann eine schon bestehende Sklerose damit nicht revidiert werden. Eine kompliziertere Blutstillung im Verletzungsfall scheint dabei ein vertretbares Risiko zu sein. Zumindest, wenn man Arteriosklerose damit verlangsamen oder stoppen kann. Wie schaut es aber mit der Theorie aus, daß ein Infarkt oftmals nicht Ergebnis einer allmählichen Verengung ist, sondern von einem in den Blutströmungen und -verwirbelungen sich lösenden Cluster, einen "Klumpen" verursacht wird, der im Blutstrom treibend dann die nächste Engstelle komplett verschließt? Könnte der Einfluß von ASS auf die Viskosität des Blutes dieses Risiko nicht vielleicht sogar erhöhen?
Hat jemand tiefergehendes Material darüber oder eigene Erfahrungen?
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Oh, daß die Deutschen ihre wahren Kräfte kennen und ihren Fleiß höheren Zielen zuwendeten; sie würden nicht mehr Menschen, sie würden Götter sein, denn göttlich ist der Geist dieses Volkes!
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matzel



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Verfasst am: 29/1/2009, 00:22  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Bei Thrombose-Gefährdeten kann eine Aspirin lebensbedrohlich sein, wie Du geschrieben hast, dann können sich vorhandene kleinere Thromben lösen & in den engeren Gefäßen eine Thrombose auslösen.

Dagegen vermindert eine Dauermedikamention mit niedrig dosierter ASS das Thromboserisiko. Allerdings muss es jeden Tag eingenommen werden, es werden schließlich täglich neue produziert.

Grüße
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Hartmut
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Verfasst am: 29/1/2009, 00:47  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

matzel hat geschrieben:
Bei Thrombose-Gefährdeten kann eine Aspirin lebensbedrohlich sein, wie Du geschrieben hast, dann können sich vorhandene kleinere Thromben lösen & in den engeren Gefäßen eine Thrombose auslösen.

Also doch. Also kann man sagen, daß ASS die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes erhöht?
Und daß sich Sklerosen nicht wieder abbauen können, ist auch fakt, nicht wahr? Warum hat der Organismus hier, in den Gefäßen, nicht die Selbstreinigungsmechanismen wie in der Lunge und anderen Organen?
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matzel



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Verfasst am: 29/1/2009, 00:55  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Soweit ich weiß können kleinere Verklumpungen mittels Eines Enzyms namens *ich schau mal im Physikum* wieder abgebaut werden. Im Prinzip auch größere, dass dauert aber länger & verstopft größere Gefäße, wobei dass nachfolgende Gewebe aufgrund des fehlenden O2 abstirbt - Sklerose.

EDIT: Die Strömungsgeschwindigkeit wird mit der Einnahme von ASS nicht erhöht, die Wirkung beruht auf der fehlenden Bindungsfähigkeit der Thrombozyten. Wenn ich so überlege kann es aber sein, dass es minimal schneller fließt, da das Blut etwas "dünner" ist. Wobei das der Körper zum Teil wieder ausgleicht durch, verminderte Herzfrequenz. (Eine Mögliche Nebenwirkung von ASS)


Zuletzt bearbeitet von matzel am 29/1/2009, 01:01, insgesamt einmal bearbeitet
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allphysist



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Verfasst am: 29/1/2009, 00:57  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

 http://de.wikipedia.org/wiki/Thrombolyse

Grüße,
al
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matzel



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Verfasst am: 29/1/2009, 01:23  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Genau!

Was ich lustig finde ist, Streptokokken, die uns so nette Sachen wie Karies bescheren, liefern gleichzig Streptokinase ins Nährmedium. Das wird extrahiert & bei Thrombosen gegeben.


Also vier Wochen vor dem Flug in den Urlaub Zähne nicht mehr putzen...
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matzel



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Verfasst am: 29/1/2009, 02:25  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich habe nochmal im Physikum nachgelesen, die ASS alkyliert ein reaktives Serin der Cyclooxygenase & hemmt dadurch das Enzym. Die Thrombozyten sind ohne Zellkern & besitzen keine DNA, welche eine Neusynthese der Cyclooxygenase ermöglichen würde. Ohne Cycloogenase kein Thromboxan. Ohne Thromboxan kann keine "Thrombozytenaggregation" stattfinden. Das Thrombozyt ist gehemmt, lebt übrigens im Durchschnitt zehn Tage & ist solange inanktiv.

Anhand dem könnte man tatsächlich davon ausgehen, dass ASS das Blut auch schneller fließen lässt. Sonst könnte ASS hochdosiert, z.B. bei Schmerzen auch bei "Risiko"-Patienten keine Thrombose auslösen. Die Gerinsel werden über den Reaktionsmechanismus quasi nur nicht größer, abgebaut können sie mit ASS nicht, dann müsste es ja die schnellere Fließgeschwindigkeit sein.

Niedrig gegeben wird ASS übrigens bei konoarer Herzkrankheit, um solchen Ablagerungen in den Kranzgefäßen vorzubeugen, die einen Infarkt verursachen könnten.
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Methylars
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Verfasst am: 29/1/2009, 02:42  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Also vier Wochen vor dem Flug in den Urlaub Zähne nicht mehr putzen...

...dann rückt einem der Sitznachbar auch nicht zu nah...Schade allerdings wenn es ein hübsches weibliches Exemplar ist. Wink
ASS wird zum Teil sogar als Notfallmedikament bei Schlaganfällen und Herzinfarkten gegeben wie Du schon angemerkt hast.
Interessant ist hierbei in erster Linie eine entzündugshemmende Wirkung welche für eine Abschwellung der betroffenen Gefäße sorgt.
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 http://www.youtube.com/watch?v=t3DHSgiPyK8
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ChemDoc



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Verfasst am: 29/1/2009, 11:00  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

In den USA war ASS lange Zeit auf Grund der Nebenwirkungen verboten. Es soll angeblich, je nach Studie, dort jährlich bis über 20 000 Tote durch ASS-Wirkung gegeben haben. Bei uns spielte das Dank der Bayer-Lobby nur eine untergeordnete Rolle.
Tatsache ist jedoch, dass Nebenwirkungen bei ASS sehr häufig sind. Davon sind etwa die Hälfte dosisabhängig und damit beeinflussbar. Es ist klar, dass ein Rheumatiker, der durch seine Krankheit notgedrungen bis zu 8g täglich einnehmen muss ein viel höheres Risiko eingeht. Es sind jedoch auch Fälle bekannt bei denen nur eine abendliche Einnahme von nur 0,5g zum Tod durch Verbluten führte.
Wer also nur mal eine Thromboseprophylaxe wegen Bewegungseinschränkung bei einer längeren Fahrt (Bus oder Flugzeug) machen möchte, der sollte mal den Sinn dieser Massnahme überdenken indem er sich mal überlegt, wie er nachts diesem Bewegungsmangel beim Schlafen vorbeugt (siehe unten: kalte Füsse). Im Krankenhaus ist es Usus aus juristischen Gründen (nicht aus logischen) Heparin zu geben.
Weitaus weniger Nebenwirkungen hätten da passende Kompressionsstrümpfe.
Zum Thema selber: Langfristige Einnahmen haben auch in Minidosierungen immer unerwünschte Nebenwirkungen. Nur wer sich von der geschäftstüchtigen Pharmaindustrie darüber konkrete Aussagen erhofft, der kann das am besten an dem Novagin-ASS-Gerangel im Verhältnis USA-Deutschland sehen. Deutsches ASS war wegen der gefährlichen NW in den USA verboten – das umgekehrte galt für amerikanisches Novalgin.
Eine Arteriosklerose ist ein multifaktorielles Geschehen wobei der Anteil der durch die Thrombocytenaggregation verursacht wird recht bescheiden ist. Eine Änderung der Fliessgeschwindigkeit dürfte da nichts Wesentliches ändern.
Eine Thrombolyse bei einem arteriellem Thrombus ist mit erheblichen Risiken behaftet. Es können sich dabei sehr leicht kleinere Thromben ablösen und zum Totalverschluss der Endgefässe führen. Man kann sich leicht vorstellen, was ein Minithrombus bei einer Hirnarterie in ein paar Minuten anrichtet.
Von vielen Medizinern wird heute eine lebenslängliche Therapie mit geringungshemmenden Mitteln wegen der Nebenwirkungen abgelehnt. Studien zeigen, das nach einem Herzinfarkt eine Antikoagulatiengabe von 3 bis 6 Monate keine nennenswerte Unterschied gegenüber eine lebenslangen Therapie zeigt. Allein die Psyche der Patienten und die Pharmaindustrie verlangen eine Dauertherapie.
Auch venöse Thromben haben multifaktorielle Ursachen. Im Venensystem kommen tödliche Embolien in der Regel aus den tiefen Beckenvenen. Hier hat eine teilweise Lyse das Risiko einer tödlichen Lungenembolie. Niemand weiss, wie gross hierbei der Anteil im häuslichen Bettchen ist - und wenn, wer will das veröffentlichen?
Wie schnell eine gravierende Thrombose entsteht soll folgendes Beispiel zeigen:
Ein gesunder 20jähriger Metzgergeselle meinte im Kühlraum mit seinem Gipsbein arbeiten zu müssen. Nach nur einer halben Stunde hatte er eine komplette Thrombose des eingegipsten Beins.

Genauso wie ich jedem rate, seine Muskel durch Training und nicht durch Hormone aufzubauen, so rate ich das gleiche auch jedem als Vorbeugung gegen Gefässkrankheiten.
Das Schlucken von Pharmaca sollte nur auf die Fälle beschränkt bleiben, wo es medizinisch indiziert ist.
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allphysist



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Verfasst am: 29/1/2009, 12:26  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich erinnere auch gerne noch mal an die Entstehungsgeschichte: Bayer hat Aspirin und Heroin gemeinsam zum Patent angemeldet. Produziert wurde nur Heroin, weil Aspirin zu starke Nebenwirkungen hatte.
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Verfasst am: 29/1/2009, 20:10  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Eine gute Freundin von mir arbeitet bei den Maltesern und hat mir davon erzählt dass die dort nicht sonderlich ASS-begeistert sind, da unter ASS-Einfluss anscheines einige (Notfall) Medikamente nicht mehr richtig wirken, daher halte ich ASS als gesundheitsförderndes Mittel für ungeeignet. Ist aber nur die Theorie eines Laien und berut lediglich auf Aussagen von Privatpersonen, somit keinerlei Gewähr für die Richtigkeit.
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