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MasterOfDisaster




Hier seit: 08.06.2004
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Verfasst am: 20/1/2012, 16:04  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hm, wir haben da z.T. schon Fortschritte im Grundpraktikum gemacht: es gibt da eine nette Geschichte vomn einem Studenten, der gelernt hat das Reagenzglas beim Erhitzen immer schön von sich weg zu richten, von wegen Siedeverzug und so.
Im Endeffekt hat er die heisse Salzsäure dann seinem Nebenmann ins Gesicht geballert.
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"Hobbyislamchemikerterroristen rühren ultragiftigen Hochbrisanznuklearsprengstoff nach Anleitungen aus dem Dark-Internet und Geheim-Chemiebüchern multimegatonnenzentnerweise in der Badewanne und im Swimmingpool an und konsumieren nebenher selbstlaborierte Rauchhaschwahngiftspritzen" -- Obtainium
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Wheinaxtmann



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Verfasst am: 20/1/2012, 16:05  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Aber solche Typen hast du überall. Ich hatte das "glück" das anorganik Praktikum 2 mal zu machen. einmal als Bachelore und danach als Lehramt. Und ich kann sagen Lehramt ist schlimmer. Da ist HNO3 am platz abrauchen noch das am wenigsten schlimme. Im org. Praktikum dieses Jahr gehn die mit Krebserregenden zeug Lömi oder änlichem um wie mit Wasser... Ich bin quasi jedes mal nach dem Praktikum froh noch am Leben zu sein
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2-Propanon



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Verfasst am: 20/1/2012, 16:07  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Da muss ich (wie andere auch schon) einmal kurz fragen, wo sich da die Assistenten rumgetrieben haben?

Ein Assistent sollte neben dem Anschnautzen auch doch ein kleines bisschen Einschätzungsvermögen für Gefahrensituationen mitbringen. Und wenn einer/mehrere Studenten ankommen und Übelkeit beklagen, dann sollte der Weg nicht zum Telefon gehen, sondern erst einmal zur Bench der entsprechenden Personen, wer da genau wieder Schmu getrieben hat, und in welcher Größenordnung.

Zwar laufen unsere Assistenten nun nach dem Einführungsteil nicht mehr permanent Gräben in den Boden, sind jedoch trotzdem innerhalb weniger Sekunden zu erreichen.
Und auch Mitkommilitonen sind da eigentlich in die Vernunft zu nehmen, so einem hypochondrischen Querulanten mal beherzt durch Schläge auf den Hinterkopf zu beruhigen. Denn die Erhöhen in der Regel das Denkvermögen.
Allein schon wie man so etwas ausserhalb des Abzugs machen kann, ohne dafür von anderen Praktikanten getötet zu werden zeigt, das da keine entsprechende Vorbildung (im Sinne eines vernünftigen Einführungskurses) und/oder Courage bestand.

BTW: Hier in Würzburg kostet ein offengelassener Abzug 1€ Strafe, ein kritisches Experiment ausserhalb des Abzugs 5€. Mittlerweile steht kein Abzug mehr offen und nahezu jeder schliesst im vorbeigehen auch die Abzüge anderer, die es in der Hast versäumt haben. System hat funktioniert.

Und wenn man dann noch protestiert, man wusste nicht das man etwas bestimmtes im Abzug machen sollte, dann gibt es aus Unkenntnis über Sicherheit und Gefahren des Experiments alles von einem Anschiss über 5€ Strafe bis "Glückwunsch, ab jetzt hast du einen Tag frei. Lass dich heute hier nicht mehr blicken."
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Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig.
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Lustikus



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Verfasst am: 20/1/2012, 16:39  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

mein gott...wie hier gewettert wird gegen praktikumsleiter usw...
gegen die medien meckern, weil sie keine seriösen meldungen abliefern, dann aber selbst nur vermutungen von sich geben lassen...sowas kann man leiden

ich war in dem labor gestern.
ich fande es richtig, wie die feuerwehr vorging und uns alle betroffene erst einmal sammelte.

arsen wird mittels marshsche probe und gutzeitsche probe nur unterm abzug bei uns nachgewisen...und das selbst nur in geringsten mengen...selbst wenn es jmd nicht unterm abzug gemacht hätte, wäre niemals soviel entstanden, dass es 3 laborreihen vollständig mit knoblauchgeruch bewölkte.
wir alle haben uns erstmal dabei nicht viel gedacht und hielten uns auch eine weile in dem bereich auf, weil es ja manchmal auch bei arbeiten mit thioacetamid vorkommt, dass es nach essen riecht, was aber nach kurzer zeit wieder weg ist...manche hatten ihre sachen unter den abzug gestellt, weil sie dachten dass es vlt von ihnen kam, das brachte aber nichts...

erst als der assi dann nach etwa 15 minuten durch den bereich ging, hat er uns alle rausgeschickt. wir warteten dann eine kurze zeit davor, weil wir dachten es geht gleich wieder rein...anscheinend hat man den geruch auch woanders schon festgestellt, wie andere mitarbeiter berichteten...kurzdarauf waren die ersten einsatzwagen vor ort und dann gings los...wir wurden in das gebäude nebenan geschafft und haben erstmal lange warten müssen bis wir ins krankenhaus gebracht wurden.

ich fande das verhalten der feuerwehr wie gesagt vernünftig. man kann davor nie wissen, wie schlimm es wirklich ist. und wenn sich schon mind. einer übergeben hat, kann es noch mehr betroffene geben...vielleicht war es wie schon von jmd gesagt das lange gestehe davor und die aufregung, die zur übelkeit beigetragen haben...aber weiß man es genau?
natürlich haben unsere medien alles ins unermessliche wieder hochgepusht...

und unser praktikumsleiter...ich finde er ist eine sehr kompetente person, die extrem viel ahnung hat und bei der praktikumsvorschrift sicher besonders bei diesem versuch darauf geachtet hat, dass man gefahrlos experimentieren kann...

ich weiß es nicht wer es war und wie es passieren konnte...wenn, dann hat ein student viel viel mehr probe, zink und säure genommen, als es erlaubt war - der abzug funktionierte wahrscheinlich nicht in dem fall, oderr es kam in einem ausgus zu einer unerwarteten reaktion, weil auch hier unachtsam zu viel chemikalien hineingegeben wurden...
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Final Destillation



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Verfasst am: 20/1/2012, 17:15  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ein Kumpel von mir wurde schon als Hypochonder bezeichnet, weil er nen Hustenanfall bekam und "rumgezetert" hat, nachdem ... wohl (wurde mir zumindest so geschildert) mit ihrem/seinem warmen HCl/H2O2-Aufschluss einer arsenhaltigen Probe in nem breiten BG durch die Kante gerannt ist, und es ordentlich "chlorig-knoblich" Very Happy gemuchtet hat. Ob das auch ein Grund war, weiß ich aber nich.
Soll aber ziemlich penetrant gemuchtet haben.

Ich hab vor dessen Bude gehockt die Sirenen gehört und mir nix bei gedacht und mein Kumpel is grad rein und erzählt mir davon, als ein Anruf kam, dass die die Bude abriegeln.
Dann ham wir beschlossen uns das mal angucken zu fahren (weil wir dann eig mit den anderen noch essen gehen wollten). Dort angekommen, erstmal ins Hörsaalzentrum, "ma' guggn, ob wer guggt!". Dann bin ich allein raus und hab gewartet - bis ne SMS kam, ich kann nach Hause fahrn, die kommen erstmal "~12 bis 48h" ins KH.
Dann ab in dessen Bude und mit seinem Mitbewohner gepilsnert.

-

Den besten Spruch fand ich:
"Alle die im Labor waren und schon frühzeitig heim gefahren sind, sollen benachrichtigt werden. Die werden von der Polizei abgeholt."
Mein Kumpel (weil ich mir ne Fahrkarte kaufen musste, und er mir Geld gegeben hatte):
"Na toll! Da hät ich mir die 2€ auch sparen können." Laughing Laughing Laughing

Die Organisation im Hörsaalzentrum fand ich eigentlich gut, aber 50 Wägelchen sind da doch was übertrieben (aber lieber zu viel, als zu wenig - außerdem wars bestimmt ne ganz gute Übung für die Einsatzkräfte und Organisatoren)

Ein Assi oder Praktikumsleiter (kenne die Leute nich) hat auch irgendwas von wegen nicht richtig funktionopelnden Wäscherabzügen gesagt - wenn ich das richtig verstanden habe, das da evtl. deshalb jemandem auf die Finger geklopft wird. Aber ich will da nix falsches sagen, es kam nur so rüber. k.A..

Aber wwas der MDR schon wieder draus gemacht hat - ohne Worte! (der Reporter hat sich noch sehr bedeckt gehalten, aber die Studiodame hat sogar von ner Explosion gelappt - WTF?)

In dem gestrigen Rahmen wurde mir auch von der Aktion mit der "Knoblauch-an-den-Wänden-Verarsche" erzählt - vllt. nich ganz astrein, aber die Idee is gut, das muss man zugeben. Smile

Lustikus: Wir müssen uns wirklich mal Treffen, vllt. kennt man sich ja auch vom sehen Wink.


MfG TC
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Zuletzt bearbeitet von Final Destillation am 20/1/2012, 17:21, insgesamt 2-mal bearbeitet
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MasterOfDisaster




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Verfasst am: 20/1/2012, 17:19  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Jetzt würde mich interessieren, wer bzw. was zuerst da war: die Feuerwehr oder die Vergiftungssymptome ?
Wegen einer Praktikumsräumung und ein wenig Gestank ruft an der Uni noch keiner die Feuerwehr. Sonst hätten wir während der Praktika jede Woche so ne Aktion.
Also muss es doch wenigstens ein, zwei, drei Leuten dreckig gegangen sein, bevor Jemand die Feuerwehr gerufen hat.
Kannst Du das so bestätigen Lustikus ?
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Lustikus



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Verfasst am: 20/1/2012, 17:32  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

dem einen gings vor dem großeinsatz schon übel...dann kamen erst 2 einsatzwagen und danach ging der gasalarm los...es wurde auch wie gesagt in anderen bereichen des gebäudes wahrgenommen..wie das sein kann, kann ich mir auch nicht wirklich erklären
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sharpless




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Verfasst am: 20/1/2012, 17:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

sehr interessanter Beitrag @Lustikus, es ist immer spannend Infos aus erster Hand zu kriegen.

Zitat:
..., weil es ja manchmal auch bei arbeiten mit thioacetamid vorkommt, dass es nach essen riecht...


dann definierst du "essen" anders als ich. TAA wird zum Fällen der H
2S-Gruppe verwendet, und stinkt bei dieser Verwendung nach faulen Eiern.

Zitat:
...erst als der assi dann nach etwa 15 minuten durch den bereich ging...


das wirft einige Fragen auf! Mal bitte selber eine Meinung bilden.

Zitat:
...und haben erstmal lange warten müssen bis wir ins krankenhaus gebracht wurden...


Bei akuten Vergiftungen wäre so ein Prozedere grob fahrlässig.

Zitat:
...und wenn sich schon mind. einer übergeben hat, kann es noch mehr betroffene geben...


Wenn sich einer übergibt, dann ist das noch lange keine Rechtfertigung dafür, dass man mit 30-50(!) Feuerwehrwagen anrückt...Sind denn alle total prall geworden?

Zitat:
...wenn, dann hat ein student viel viel mehr probe, zink und säure genommen, als es erlaubt war - der abzug funktionierte wahrscheinlich nicht in dem fall, oderr es kam in einem ausgus zu einer unerwarteten reaktion...


Selbst wenn das zuviel Probe im Versuch war, ihr kriegt ca. 20 g US. Das reicht nie im Leben für die Vergiftung von 100 Studenten. Wenn eure Abzüge im Neubau nicht funktionieren würden, dann wäre das mehr als tragisch, weil die Abzüge im Neubau neu(!) sind.
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Lustikus



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Verfasst am: 20/1/2012, 18:02  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

muss man gleich 100 studenten vergiften? reicht es nicht schon wenn die substanzmenge einen oder 5 vergiftet hat, man es aber nicht auf dem ersten blick sieht? vielleicht darf die feuerwehr auch nicht anders handeln, als alle erstmal über nacht zu beobachten?

also ich hab ehrlich gesagt nicht 30-50 krankenwagen gesehen...und wenn es gasalarm gibt, dann überlegt sich die feuerwehr sicher auch nicht erst, weiviele es sein könnten. die haben doch einen plan für solche notfälle...und einen gasalarm kann man nun sicher nicht unterteilen..

"Zitat:
...und haben erstmal lange warten müssen bis wir ins krankenhaus gebracht wurden...


Bei akuten Vergiftungen wäre so ein Prozedere grob fahrlässig. "

jeder wurde gefragt, ob es ihm schlecht geht...überall gab es einsatzkräfte die sofort zur stelle sein konnten...was ist daran fahrlässig?

TAA riecht nicht nur nach faulen eiern..es riecht meiner meinung nach eher wie kohl..


und zum assi...sind damal bei euch die assis aller 5 minuten auf und ab gegangen im labor? natürlich machen sie das bei uns auch oft...wenn aber 5-8 mann ihre kationen und anionen angesagt haben wollen und dazu noch weitere lösungsansätze erklärt haben wollen, laufen sie nicht hin und her...blöderweise waren die assis zu dem zeitpunkt in der anderen ecke des saals..
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thgl




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Verfasst am: 20/1/2012, 18:19  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

sharpless hat geschrieben:
Wenn sich einer übergibt, dann ist das noch lange keine Rechtfertigung dafür, dass man mit 30-50(!) Feuerwehrwagen anrückt...Sind denn alle total prall geworden?

Jetzt bildet sich einer auch noch ein, zu wissen wie ein Rettungsdiensteinsatz abläuft. Der Großteil der Fahrzeuge war, wenn man sich die Berichte genau ansieht und anhört, vom Rettungsdienst und Sanitäts- und Betreuungsdienst des Katastrophenschutzes. Und wenn ich Lustikus richtig verstanden habe, hat die Nachalarmierung des Großaufgebotes der Einheitsführer der zwei ersteintreffenden Fahrzeuge veranlasst.

MfG
thgl

PS: Wenn ich nochmal auf so einen überheblichen Kommentar antworte, bitte ich diesen Post dann zu löschen!
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sharpless




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Verfasst am: 20/1/2012, 19:03  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Thgl, ich hät mich amüsiert, wenn du sachlicher geblieben wärst. Ich habe meine Angabe von 30-50 Feuerwehrwagen aus der Presse entnommen (siehe "Blöd"-Bericht). Daraus wurden dann in Lustikus Beitrag Krankenwagen. Entweder hast du bessere Infos als ich, oder du bist derjenige, der hier "überheblich" dahinschwadroniert.

Wenn du mit der Chemie beteut bist, musst du doch zugeben, dass es komisch ist, dass es heisst: "Alle verfügbaren Retter der Landeshauptstadt waren im Einsatz". Und es ging aller Wahrscheinlichkeit lediglich um einen fehlgeleiteten (arsenhaltigen) Versuch. Was ich mit meiner zitierten Aussage sagen wollte ist, dass es nie zu diesem Rieseneinsatz hätte kommen müssen, wenn man die Situation richtig gedeutet hätte (Hui, da lehnt sich der sharpless aber weit aus dem Fenster!).

Wie so nen "Rettungseinsatz" abläuft, weiss ich mittlerweile, es gibt aus den letzten Jahren genug Beispiele dafür. Und ja, ich maße mir an, dieses absolut irrationale Verhalten in Frage zu stellen. Nenn mir doch bitte mal irgend eine abgef*ckte Einsatzvorschrift, in der steht, dass man alles in die Wagschale wirft, was irgendwie bewegbar ist, weil ein Unfall, der im weitesten Sinne mit dem Buzzword "Chemie" zusammenhängt passiert ist.
(Ok, jetzt bin ich wirklich überheblich und polemisch- sorry dafür!)
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Entropie

Was ist ein Superuser?


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Verfasst am: 20/1/2012, 19:34  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

sharpless hat geschrieben:
Ich habe vor ein paar Jahren mein erstes Semester Chemie in Dresden studiert und werd jetzt mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern:)

Uns wurde ziemlich zu Anfang schon gesagt, dass der Praktikumsplatz entzogen werden kann, wenn wir kritische Versuche wie die Marsh'sche Probe selbst, also ohne Aufsicht machen würden.


Das ist doch ein starkes Stück. So züchtet man sich solche Hypochonder quasi selbst heran. Das Gefährlichste an der Probe
dürfte weniger die Mini-Menge Arsenwasserstoff sein, als vielmehr die Gefahr einer Knallgasexplosion, weshalb ich damals
oft auf die Gutzeit-Probe zurückgegriffen habe. Arsenwasserstoff wird schon deutlich nachweisbar freigesetzt, wenn man unreinen technischen Zinkstaub aus Chemiekästen für Kinder in etwas Säure löste.

Zitat:

Die Marsh'sche Probe wurde einmal für alle im Praktikum gezeigt (natürlich im Abzug) und zwar vom erfahrendsten Assistenten, der zu diesem Zeitpunkt schon Dr. war. Alles ohne Probleme.


Bei der Gelegenheit kam dann wohl der offenbar reichlich absurde Notruf...

Zitat:

Den "Unfall" kann ich mir nur so erklären:
Die wenigsten Studenten haben im Grundpraktikum wirklich schon Ahnung von der Materie. Das ist aber garantiert in jedem Grundpraktikum so und sollte sich bis zum Januar im WS einigermaßen geben. ... Hypochondrie ahoi.


Das liegt aber auch daran, dass viel zu wenige vorher experimentieren. Wer schon vorher selbst eine Arsenprobe durchgeführt
hat, der fällt nicht gleich in Ohnmacht, wenn Dr. XYZ bei einer Arsenprobe ein Kubikzentimeter Wasserstoff mit Arsenwasserstoff
entweicht.

Zitat:

Die nächsten Tage wäre ich gern in Dresden, mich würde sehr interessieren, wie der Praktikumsobmann Dr. G. die Angelegenheit in der praktikumsbegleitenden Vorlesung thematisiert. Er ist nicht gerade bekannt für Beherrschung/Nachsicht, ein harter Knochen mit schwarzem Humor.


Der wird sich über die Schlagzeilen sehr freuen Wink .

Lustikus hat geschrieben:

nur in geringsten mengen...selbst wenn es jmd nicht unterm abzug gemacht hätte, wäre niemals soviel entstanden, dass es 3 laborreihen vollständig mit knoblauchgeruch bewölkte.


Eben, das ist doch bei einem analytischen Experiment gar nicht vorstellbar.

Zitat:

erst als der assi dann nach etwa 15 minuten durch den bereich ging, hat er uns alle rausgeschickt. wir warteten dann eine kurze zeit davor, weil wir dachten es geht gleich wieder rein...anscheinend hat man den geruch auch woanders schon festgestellt, wie andere mitarbeiter berichteten...kurzdarauf waren die ersten einsatzwagen vor ort und dann gings los...


Das ist sehr eigenartig.
Gibt es denn irgendeinen Hinweis, dass es sich um Arsenwasserstoff handelte? Überall kann zum Beispiel übelriechender
Geruch aus einem leeren Syphon aus der Kanalisation ausströmen. Dann stinkt es zwar, jedoch ist kein Arsenwasserstoff
im Spiel.

Ansonsten kenne ich höchstens den Gestank von Phosphorwasserstoff aus manchen chemischen Instituten. Dort ruft aber
niemand die Feuerwehr, selbst wenn es auf dem Parkplatz noch stinkt...


Zuletzt bearbeitet von Entropie am 20/1/2012, 19:54, insgesamt einmal bearbeitet
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Chemark



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Verfasst am: 20/1/2012, 19:49  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Mal kurz was von nem Feuerwehrmann dazu, wie sowas abläuft: thgl hat die Grundregeln soweit schon ganz gut beschrieben, wie gehandelt wird.

Wer und vor allem wie viel alarmiert wird entscheiden meistens die Disponenten in der Leitstelle. Die haben dann einen Computer, den sie mit allen nötigen Informationen füttern, und der ihnen dann vorschlägt, wie viel sie alarmieren sollten.
Ich zähle mal der Übersicht halber das auf, was der Disponent vermutlich wusste:

-Austreten einer hochgradig giftigen, gasförmigen Substanz, vermutlich Arsenwasserstoff
-ca. 90 (hoffentlich die richtige Zahl) Menschen, die sich im direkten Einflussgebiet aufhielten
-erste Symptome, die auf eine Vergiftung hinweisen könnten bei ersten Personen
-viele andere Personen, die in angrenzenden Räumen am arbeiten waren

Er wusste NICHT, wie viel Arsenwasserstoff freigesetzt wurde. Das konnte zu dieser Zeit auch niemand mit wirklicher Sicherheit sagen. (dabei reicht es nicht, dass ein Asisstent sagt, da ist nicht viel... wenn man mal davon ausgeht, dass da wirklich etwas mehr ausgetreten ist könnte es für einen Schock beim Asisstenten sorgen, der deshalb sehr verwirrende dinge von sich geben kann. (Ich weiß nicht, wer von euch schon mal Menschen unter Schock erlebt hat, aber das ist wirklich so, dass die wirres zeugs reden))

Auch wusste der Disponent nicht, wie viele Personen wirkich betroffen sind.
Er geht also erstmal davon aus, dass ALLE Personen, die auch nur einen minimalen Kontakt mit der Substanz hatten, potenziel Verletzt sind. (da die Konzentration nicht bekannt ist, MUSS er davon ausgehen, dass der schlimmste Fall eingetreten ist)
Das macht dann alleine 90 Verletzte Personen, die versorgt werden müssen.
Dazu kommen:

-Evakuierungsmaßnahmen der Universität
-Feststellen des Ausgetretenen Gases und die Menge, die ausgetreten ist
-Eindämmen der Gefahr durch das Gas
-Abriegeln des Universitätsgeländes
-eventuell Evakuierung der umliegenden Bevölkerung, wenn große Mengen ausgetreten sind


Und jetzt kann man ja mal eben überschlagen, wie viele Feuerwehrkräfte dafür wohl benötigt werden.
Es sind auf jeden Fall riesige Mengen.


Und jeder, der jetzt meinte, dass die Feuerwehr total überzogen reagiert hat, soll sich doch bitte mal vor augen halten, wie viel der Disponent wusste. Und fast alle Quellen, die er über genaueres hatte, waren potenziell nicht voll glaubwürdig (Schock).
Man muss in Gefahrensituationen IMMER (!!!) von dem Schlimmsten ausgehen. Oder wollt ihr euer Leben lang damit leben, 70 junge Studenten in der Blüte ihres Lebens auf dem gewissen zu haben, nur weil man zu faul war, einen einzigen kleinen Funkspruch abzugeben???
(von den juristischen Folgen fange ich garnicht erst an)



Dann noch was dazu, dass des relativ lange gedauert hat, bis die Verletzten wirklich betreut wurden.
Es ist einfach so, dass fast alle Einsatzleiter einfach überfordert sind mit einer derart großen Einsatzstelle.
Es gibt pro Landkreis zwar einige Spezialisten, die besondere Lehrgänge besucht haben und auch solche großen Einsatzstellen koordinieren können, aber bis die wirklich mit ihrer Arbeit anfangen können vergeht einige zeit:

-5min, bis die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort eintreffen. (das ist auch nur bei einer Berufsfeuerwehr gegeben)
-5min, bis sich der erste Gruppenführer einen Ausreichenden Überblick über die Lage verschafft hat und klar ist, dass die koordinationsspezialisten gebraucht werden.
-10 min, bis diese an der Einsatzstelle eintreffen
-10 min, bis die eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut haben, ihre Aufgabegebiete verteilt und über die lage informiert sind.

Das macht dann eine halbe stunde, bis es wirklich anfängt alles zu greifen. Und steht mal eine halbe stunde irgendwo rum, in einem bangen warten, was denn genau los ist. Die wird euch deutlich länger vorkommen...
(es wird sich vorher auch schon jemand zu den verletzten begeben und sie betreuen, aber das sind in dem Moment viel zu wenige. Es wird nach der GAMS regel gehandelt. (Gefahr erkennen, Absperren/Absichern, Menschen retten, Spezialkräfte anfordern) Und da ist nunmal die Verhinderung von weiteren Personenschäden (=Absperren) höher gewichtet als die Betreuung bereits betroffener)

Außerdem werden derartige Szenarien viel zu selten geübt. Wer wirklich glück hat, hat in seinem Leben schon eine derartige Übung mitgemacht. Das ist aber bei weitem die Minderheit.




So, nachdem ich jetzt erstmal so lange über Einsatztaktiken philosophiert habe, muss ich noch nen paar erfahrungen zu einigen Komilitonen im praktikum loswerden.
Ich bin auch gerade im ersten Semester in Göttingen und ich habe da auch schon dinge erlebt, bei denen man sich fragt, was bei einigen Leuten da schief gegangen ist...

Gerade heute im Praktikum hat es eine an meiner bank geschafft, ihren Analyseansatz fast in brand zu stecken.
Das war ein Urotropin-Trennungsgang und in der Versuchsbeschreibung stand, dass das Gemisch 10 min kochen sollte. Die stellt das ganze also unter den abzug, schaltet den brenner auf vollgas ein, stellt sich ihre uhr und geht weg. Irgendwann war das Wasser verdampft und das ganze Gemisch hat angefangen extrem stark zu rauchen. (Vom aussehen und verhalten der Dämpfe her fehlte nicht mehr viel, bis das ganze zeug anfing zu brennen)
Trotz ganz geschlossenem Abzug (!!!!!!) hat das draußen ordentlich gestunken.
Ich habe sofort den Brenner ausgemacht, als ich das gesehen habe und habe mir die Person mal vorgenommen, dass das so nicht geht und wie gefährlich das ist (ok, da hätte nicht wirklich was passieren können, aber in solchen fällen übertreibe ich gerne mal, damit die das echt mal merken). Die grinst mich an und macht fröhlich weiter...

Und bei einer anderen Situation hatte einer irgendeinen dreck im Reagenzglas und versucht das mit konz. HCl zu lösen. Der zieht seine dicken Säureschutzhandschuhe an, füllt sein reagenzglas halb mit säure, legt seinen Daumen auf die öffnung und schüttelt, als ob er da wasser drin hätte...
Danach geht er zum Wasserhahn und spült das glas ganz normal aus. Ich war nen paar minuten später als erster wieder an dem Wasserhahn. Erst ist mir nur aufgefallen, dass der so eigenartig klebrig von außen war. Mir ist daraufhin sofort wieder eingefallen, wer dafür Schuld ist.
(HALLO?! gehts noch? mal eben so konz. HCl an dem Wasserhahn hinterlassen, damit sich die anderen noch freuen?)

Und das waren nur die sachen, von denen ich direkt betroffen war...

Einigen müsste man wirklich ganz dringen die grundlegendsden Sicherheitsvorschriften nochmal neu eintrichtern, damit die uns nicht irgendwann alle nochmal umbrigen.


So. und damit jetzt viel spaß beim lesen Razz ... es ist etwas läger geworden als erwartet
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Chemark



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Verfasst am: 20/1/2012, 19:58  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

sharpless hat geschrieben:
Nenn mir doch bitte mal irgend eine abgef*ckte Einsatzvorschrift, in der steht, dass man alles in die Wagschale wirft, was irgendwie bewegbar ist[...]


Ich könnte dir jetzt keine Einsatzvorschrift nennen, in der das genau beschrieben ist, aber es ist an sich gängige Praxis. Bei derartigen Einsätzen wird Stadtalarm ausgelöst.
D.h. ALLE Feuerwehrmelder gehen und jeder, der irgendwie berechtigt ist eine feuerwehruniform zu tragen hat sich zu seinem Gerätehaus zu begeben.
Die Berufsfeuerwehren werden als erste alle zu dem Einsatzort geschickt, weil sie am schnellsten vor ort sind und meistens die bessere Ausbildung haben.
Danach werden die Freiwilligen Feuerwehren aufgeteilt. Die einen fahren zu den Gerätehäusern der Berufsfeuerwehren und bleiben dort in Bereitschaft, um die anderen Einsätze abzuarbeiten.
Der Rest fährt auch zu dem Großeinsatz.
Und wenn dann immernoch mehr Leute gefordert werden, was ich mir bei der Lage vorstellen kann, werden die aus dem Umland bezogen.

Dass eine Freiwillige Feuerwehr bereitschaft für eine Berufsfeuerwehr übernehmen muss kommt durchaus mehrmals im Jahr vor. Das ist also nicht wirklich ungewöhnliches.
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sharpless




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Verfasst am: 20/1/2012, 20:14  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ok, Chemark, deinen Aufwand in allen Ehren.

Trotzdem:
Zitat:
...Er wusste NICHT, wie viel Arsenwasserstoff freigesetzt wurde. Das konnte zu dieser Zeit auch niemand mit wirklicher Sicherheit sagen. (dabei reicht es nicht, dass ein Asisstent sagt, da ist nicht viel... wenn man mal davon ausgeht, dass da wirklich etwas mehr ausgetreten ist könnte es für einen Schock beim Asisstenten sorgen, der deshalb sehr verwirrende dinge von sich geben kann. (Ich weiß nicht, wer von euch schon mal Menschen unter Schock erlebt hat, aber das ist wirklich so, dass die wirres zeugs reden))


Das ist für mich der Knackpunkt:
Es gibt in diesen Praktika nicht nur einen Assi, sondern mindestens 3 (abhängig von der Anzahl der Studenten). Und das sind keine(!) Nullcheckerbimbos. Ich würd mir wünschen, dass MoD da noch nen Wort zu übrig hat! Für mich stellt sich die Frage der "Glaubwürdigkeit" überhaupt nicht!

Damit wärs für mich erledigt gewesen, die Feuerwehr hat da nix sinnvolles zu verrichten!

P.S.: Für HCl+Probe+Umschütteln: Stopfen drauf, sonst gibts Haue!
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