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Oldtimer



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Verfasst am: 26/3/2012, 04:41  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

@C-C,

Danke für den Hinweis, habe ich Schwabe nicht dran gedacht!

Bei diesem Projekt wird die Wetterlage vor dem Start aus verschiedensten Gründen genau geprüft, der Zustand des Landegeländes ist davon nur einer. Wr wollen beim Auf- und Abstieg möglichst auch nicht in allzu große turbulenzen oder Vereisung kommen. Und eine Südostströmung ist eher kontraproduktiv, wenn wir die Landung nicht von Geräuschen wir "pflatsch - blub blub blub...." und plötzlichem Ausfall der GSM - Verbindung begleitet haben wollen.

Ich will in Küstennähe auch nicht landen, und ich denk auch nicht daran, als Startplatz dat Watt zu nehmen, sondern ein bisschen mehr im Inland - ich rechne aber mit einer Drift in Östliche bis südliche Richtung, und da sind mir die Länder NRW, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordhessen, Brandenburg, Sachsen, Nordthüringen etc. sowie große teile Polens deutlich sympathischer als Tschechien, Bayern, Österreich usw. Die ersten 100km ab Küste lassen wir gerne aus! Ein Start im Gebiet Linie Bremen - holländische Grenze und 100 km südlich davon scheint mir aus diesen Überlegungen heraus sinnvoll. Evtl. auch zwischen Ruhrpott und Köln, allerdings sind wir da deutlich näher an den Mittelgebirgen.

Jemand sollte dringend mal das Thema "stratosphärische Strömungen" recherchieren!!!!
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Neptunium




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Verfasst am: 26/3/2012, 09:44  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Oldtimer hat geschrieben:
@Neptunium:
a) ein Funkamateur und gelernter Elektronikingenieur ist an Bord, und macht sich seit geraumer Zeit ziemliche Gedanken über die ganze Datenübertragungs / telemetrie / Ortung / Wiederauffindungs - Problematik
Tschuldigung, wollte Dir nicht zu nahe treten. Ich muss zugeben, daß ich es noch nicht geschafft habe den ganzen Thread insgesamt durchzulesen.

Zitat:
Deine Vorstellung der Nutzlastmasse scheint mir arg an der untersten Grenze. Insbesondere ist 100g für "Strukturmaterialien" wohl kaum haltbar. Ich sehe die Struktur wohl eher bei ca. 30% der Gesamtmasse. Das Elektronikpack müsste mit 300 - 500g realisierbar sein, incl. Stromversorgung. Alles in allem halte ich ca. 2 kg für realistischer.
Zum Verständniss wie sich meine Meinung ergeben hat:
Zu dem Zeitpunkt an dem ich auf das Thema gestoßen bin war der Schwerpunkt gerade bei: maximale Höhe.
Folglich habe ich für die Nutzlast minimalistische Überlegungen im Hinterkopf. Das passt gerade, da ich selbst in anderen Bereichen schon radikal minimalistisch gearbeitet habe. Bin halt so - ich würde von der Kamera das Display ausbauen.

Außerdem: Ein Kollege ist Modellbauer und fabriziert selbst Karbonteile. Daher ist mir das nicht völlig fremd. Es ist erstaunlich wie leicht man bauen kann. Definieren wir mal:

Benötigt wird ein Gestell, das eine oder zwei Kameras hält, eine Kammer für Elektronik enthält und eine Befestigung für den Batteriepack. Oben eine Kapsel aus der der Fallschirm ausgeworfen werden kann und einen Bügel für Trageschnur. Für 2 kg sind das sind millimeterdünne Stäbchen.
Nach unten z.B. eine hexagonale Struktur die den Aufprall federnd/brechend abdämpft.
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Tetraethylborat



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Verfasst am: 26/3/2012, 10:01  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Das ganze in eine Styropor/Styrodurbox zu packen wurde anscheinend fallen gelassen oder? Die Struktur wäre verdammt fest, der Unterdruck stört das Styrodur auch nicht groß und das Innenleben ist auch gut vor der Außentemperatur geschützt. Wenn man das ganze noch schön in leuchtorange ansprayt, dann kann das ganze auch schön irgendwo auf nem See landen, ohne dass alles absäuft und kaputt geht. Dann kann man sich auch einiges an Kosten sparen. Man könnte auch die Zwischenräume mit losem Styropor vollpacken, damit nichts hin und herrutschen kann. Außerdem bräuchte man durch das verminderte Gewicht nicht so einen großen Ballon und hätte auch damit einige Effekte wieder verhindert...
Aber natürlich kann man auch alles kompliziert machen Very Happy
Hat eigentlich jemand schonmal daran gedacht, was mit LC-Displays passiert, wenn diese Temperaturen von unter -50°C und Unterdruck passiert? Ebenso mit dem Rest von der Kamera.. Ich kenn mich da nicht so aus, aber kanns nicht sein, dass da irgendwelche Teile (dünne Linsen etc.) durch den Unterdruck platzen?
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Neptunium




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Verfasst am: 26/3/2012, 16:06  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Neee...Das eine schließt das andere nicht aus. Styropor muss auf jeden Fall sein. In Richtung Temperaturisolation und Schwimmfähigkeit dürfte das beste Preis-Leistungsverhältniss haben.
Gerade fällt mir ein, daß ich noch ein paar Meter Karbonband irgendwo liegen habe. Zwei schöne Schlaufen untenrum, bißchen Kleber und schon kann man die Tragschnur daran festbinden - einfach und leicht.

LC-Displays überleben die Kombination -50°C/Vakuum möglicherweise nicht unbeschadet. Zumindest dürfte man sich nicht wundern, wenn danach ein schwarzer Rand ist, der nicht mehr funktioniert - das kommt ja so manchmal auch vor.
Innerlich muss man einen gewissen Betrag sowieso abschreiben. Die Hülle dürfte auch teurer kommen als die Kamera.

Ein Problem mit dem Platzen durch Unterdruck kann es nur geben, wenn in einem Hohlraum Luft eingeschlossen ist. Eine Linse kann nicht platzen, allerdings könnten theoretisch zwei Linsen gasdicht in einer Halterung mit Luft dazwischen verklebt sein. Da die atmosphärischen Druckwechsel diese Konstruktion dauernd beanspruchen würden, man hat die Kamera ja übrigens auch im Flugzeug öfters dabei, wage ich zu vermuten, daß das nicht so gebaut wird. Und testen muss man ja sowieso.
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Neptunium




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Verfasst am: 28/3/2012, 11:15  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Es gibt im Ruhrgebiet (Gladbeck) einen Ballonstartplatz namens Willis Wiese. Mit einer Wasserstoff-"Tankstelle" auf dem Gelände.
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Neptunium




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Verfasst am: 29/3/2012, 09:15  Titel:  Höhenmessung Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hartmut hat geschrieben:

@ Neptunium,
kannst Du ein billiges Konzept für einen barometrischen Datenlogger entwerfen, sowie auch für einen barometrischen Schalter, der einstellbar ist und temperaturkompensiert? Letzteres würden wir brauchen, um wenige Kilometer vor dem Impakt den großen Fallschirm auszulösen.

Die Frage ist 5 Wochen her, wird Zeit für die Antwort:

Es gab ja auch einen Thread über Vakuummessung, da habe ich mal angefangen. Zufällig sind zwei Druckaufnehmer da, einmal Absolut - aber nicht bis Null, einmal Differenz. Leider etwas größerer Meßbereich (7bar).
Ich hab das mal ganz grob aufgebaut. Daß das Signal nicht besonders groß ist wurde jeweils durch einen einfachen Verstärker ausgeglichen.
Image
Zusammenfassung: Durch die Zusammenschaltung der beiden Sensoren kann man bis zum Vakuum messen.
Vielleicht besorge ich geeignetere Sensoren und bau wenigstens die Vakuummessung.

Für die genaue Messung von ein paar Millibar, also 30-50km Höhe muss natürlich noch stark optimiert werden.
Für die Höhe zwischen Null und 10km gibt es kleine, fertige Sensoren wie sie in den digitalen Höhenmessern verwendet werden.

Grundsätzlich werde ich jetzt erstmal den "Oldtimer" anschreiben, damit wir keine Doppelarbeit machen.
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Hartmut
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Verfasst am: 12/8/2012, 13:25  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Nachdem meine wirtschaftliche Durststrecke sich dem Ende zuneigt und ab etwa November jeden Monat wieder ordentlich Geld übrig bleibt, werde ich ab der genannten Zeit die Kapsel in ihren Grundfunktionen bauen. Dazu gehören 2 Stück GoPro Hero 2, wenn ich zu den Kameras bis dahin keine Alternativvorschläge bekomme.
Zur Grundfunktion gehören weiterhin das druckfeste Gehäuse aus 2 polierten Plexiglas-Halbkugeln mit einer kreisrunden Lochraster-Montageplatte. Desweiteren ein GSM-GPS-Tracker und ein GPS-Logger.
Das Problem ist, daß ich auf lange Sicht keine Zeit haben werde, das zu testen. Daher würde ich das ganze Modul dann gerne jemandem zuschicken, der vor allem umfangreiche Wärme-Tests damit macht.

Unserem Abenteuer würde ich 2 Vorbereitungsstufen voranstellen.
Als erstes wird ein ganz gewöhnlicher Ballon gestartet, nur um die GPS-Hardware auf ihre Funktionsfähigkeit oberhalb 18 km zu testen. Sicher kommt als Gag eine kleine Mini-Kamera mit rein. Das kann ich notfalls auch alleine machen.

Als nächstes starten wir die fertige Kapsel mit einem (mindestens einem) Latexballon der größten lieferbaren Sorte (3000 g) und werden damit schon um die 40 km Höhe erreichen. Diese Sache erscheint noch außerordentlich gut bezahlbar.

Das Finale wird dann (mit den Erfahrungen aus der 2. Stufe) der große Folienballon sein, für dessen Kosten wir nicht ohne einen Sponsor auskommen werden.

Nachwievor große Sorgen macht mir die Hitze-Entwicklung durch die Geräte in der Kapsel. Dafür habe ich mir eine Notkühlung ausgedacht. Sie besteht aus einer leichten Druckdose mit flüssigem Ammoniak, deren Ventil dürch einen Temperaturschalter geöffnet und geschlossen werden kann. Das entspannte Ammoniak fließt sodann durch ein Röhrensystem mit Kühlrippen in der Kapsel. Das alles könnte durch dünnstes Aluminiumblech auch sehr leicht gebaut werden.

@Neptunium,
falls Du ein begnadeter Digital-Bastler bist, wirst Du bei der ganzen Sache wirklich benötigt.
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Oh, daß die Deutschen ihre wahren Kräfte kennen und ihren Fleiß höheren Zielen zuwendeten; sie würden nicht mehr Menschen, sie würden Götter sein, denn göttlich ist der Geist dieses Volkes!
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Neptunium




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Verfasst am: 12/8/2012, 14:51  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

geht es ohne begnadet auch?

Ich kann da schon mitmachen.
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eule




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Verfasst am: 12/8/2012, 15:05  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

mir kam da gerade noch eine irre kleine idee:
wenn die gondel vom Ballon abgekoppelt wurde, dann steigt der ballon doch noch ein wenig weiter. eine wirklich kleine und damit leichte funkbake, die direkt auf der ballonhülle klebt könnte aufschluß geben, wie hoch das wirklich noch steigt Wink
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Glauben ist exakt solange etwas Gutes, wie es die Angabe einer Wahrscheinlichkeitsabschätzung bezeichnet!

Wahnsinnig mag zutreffen, aber mein wahnsinn hat methode.

Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst. (A. Einstein)
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Hartmut
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Verfasst am: 12/8/2012, 16:01  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

@ Neptunium,
zusätzlich zu den GPS-Höhendaten (falls wir überhaupt einen Logger erwischen, der in dieser Höhe arbeitet, aber ich denke, die mit dem Venus-6-Chipsatz tun es) hätte ich gerne auch baromatrische Höhendaten gehabt, und zwar zum Loggen als auch zum Übertragen per Funktelemetrie. Außerdem wäre es auch nötig, anhand von Höhen- (oder eben Baro-) Daten Schaltvorgänge auszulösen, es sei denn, wir kriegen die Daten zur Erde übertragen und lösen die Schaltvorgänge per Hand aus. Es geht um Schaltvorgänge beim Erreichen der Gipfelhöhe und später für die Beendigung des freien Falls durch Auslösung der Fallschirmbremsung. Außerdem um das späte Einschalten des GSM-Trackers in den letzten Phasen der Landung, der sonst während des gesamten Fluges ohne Funktion wäre und nur unnötig viel Strom ziehen würde, da er mit verstärkter Sendeleistung versuchen wird, eine Netzantwort zu bekommen. Auch wäre es super, schon während des Fluges Fotos der Erde übermitteln zu können, auch wenn sie nur gering aufgelöst sind. Ich glaube, es gibt sehr feine Vakuum-Sensoren mit Digitalausgang für die Industrie. Alle Teile, die Du brauchst, bezahle ich Dir. Um die Schwierigkeiten mit dem lizenzpflichtigen Funk zu vermeiden, hatte ich sogar schon überlegt, irgend so einen Jedermann-Funk im höheren MHz-Bereich zu mißbrauchen und auf der Erde mit einer riesigen Selbstbau-Schüssel aus Drahtgeflecht oder Alufolie zu empfangen.

@ eule,
der Effekt wäre bei einem Latexballon bedeutend, da aber würden wir auf ein Abkoppeln gerade verzichten. Bei einem Folienballon für eine Rekordhöhe indes wäre der Effekt zu klein, da der Ballon selbst im Verhältnis zur Kapsel ungeheuer schwer wäre. Das Abkoppeln der Kapsel würde dann nicht viel bewirken. Vergleichsweise dramatischen Einfluß hätte dagegen eher die Wasserstoff-Temperatur. Ich habe auch darüber nachgedacht, daß die Folie noch um wenige Prozent dehnbar sein dürfte, so daß das Prallvolumen noch etwas höher sein sollte, als berechnet. Dann etwas Wasserstoff abzulassen, um noch höher zu kommen, ergäbe wenig Sinn. Denn ein Kubikmeter Wasserstoff wiegt nur 90 Gramm und wir berechnen gerade mal gut 3 kg freien Auftrieb, um möglichst schnell nach oben zu kommen. Würden wir die ablassen, würden wir also nichtmal 300 g sparen - bedeutungslos, wenn die Folie selbst schon 50 Kilo wiegt.
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Neptunium




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Verfasst am: 13/8/2012, 10:39  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hartmut hat geschrieben:
Um die Schwierigkeiten mit dem lizenzpflichtigen Funk zu vermeiden

Ich habe einfach beim nächsten Amateurfunk-Verein gefragt. Es gibt eine freigegebene Frequenz auf der man die Entfernung leicht schafft.

Du solltest den 'Oldtimer' nicht aussen vor lassen, er hat schon einiges an Vorarbeit reingesteckt. Er war im Frühsommer einige Zeit in Deutschland und wir wollten uns eigentlich direkt treffen - hat nicht geklappt, leider.
Vielleicht mal direkt anschreiben.
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Hartmut
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Verfasst am: 15/8/2012, 12:57  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

DuPont, der Hersteller und Inhaber der Marke Mylar schickt mir damnächst Proben von Mylarfolie der Dicken 1.9 / 3 / 4 / 4.8 µm. Im DIN-A4-Format. Ich hoffe mal, damit ist gemeint "zusammengelegt zum DIN-A4-Format".
Mein Plan B zur Mylarfolie war von Anfang an die dünnste verfügbare Maler-Abdeckfolie aus schnödem Polyethylen. Die ist 5 µm dick und die größten Einzelstücke im Handel sind 4 x 25 Meter. Bei Mylarfolie liefe es dann wohl nur auf 3 µm hinaus. Denn 1,9 ist mit Sicherheit viel zu empfindlich und 4,0 wäre dann schon schwerer als die 5,0-PE-Folie, denn Mylarfolie ist um den Faktor 1,4 erheblich schwerer als PE. Um meine Rechnung nochmal zusammenzufassen:
bei der krönenden Stufe 3 unseres Unternehmens (Foilenballon) soll der Ballon mindestens so groß und so leicht sein, daß nur 1/1000 seines Volumens (möglichst noch weniger) Traggas schon genügt, um ihn zu heben. Ist die Folie sehr dünn, darf der Ballon kleiner sein, dafür aber geht er auch leichter kaputt. Ist die Folie dicker, muß der Ballon größer werden, was wieder das logistische Problem seiner Fertigung vergrößert. Immerhin hatte die Japan Aerospace im Jahr 2002 ihren Höhenrekord mit einem Ballon aus PE von nur 3,4 µm erreicht und der hatte immerhin die Turbulenzen der Troposphäre durchstiegen, ohne zu reißen. Er hatte 60.000 Kubikmeter Volumen und sie erreichten also 53 km. Dabei war ihre Nutzlast auch noch recht schwer (10 kg).

Mittlerweile kommen mir auch Zweifel, die Stufe 2 (sozusagen die "Generalprobe") mit einem Latexballon (dem größten lieferbaren) zu machen. Denn der kostet um die 400 US$ und muß aus Amerika oder Japan importiert werden. Dabei hat dieser bei seinem angegebenen Berstdurchmesser von 13 Metern ein Flächengewicht von 5,66 g/qm. Da wäre also selbst die 5 µm-Maler-Abdeckfolie aus PE noch leichter. Um das gleiche Volumen des größten Latexballons mit einem Quader zu erreichen, müßte dieser eine Kantenlänge von nur etwa 10,5 m haben. Und sowas herzustellen sollte fast ein Kinderspiel sein, verglichen mit den für einen Rekordversuch nötigen Kantenlängen von 30 m oder noch mehr. Ausgehend von der Maler-Abdeckfolie 4 x 25 Meter würde ich dann einfach 2 der 25-Meter-Stücke in Reihe kleben und diese 50 Meter dann als Quader-Umfang nehmen. Das wäre dann schon eine Kantenlänge von 12,5 m. Dann 3 Stück dieser 50-Meter-Bahnen parallel verkleben, das ergäbe 12 m. Dann wären schon 4 der 6 Seiten des Quaders fertig. Dessen Volumen wäre dann noch um den Faktor 1,63 höher als das Berstvolumen des Latexballons Totex-3000g und sein Flächengewicht auch noch niedriger.
Damit würden wir auf jeden Fall schon drastisch über 40 km Höhe kommen und hätten auch schon gleich Erfahrungen mit Folienballons gesammelt.

Neptunium hat geschrieben:
Hartmut hat geschrieben:
Um die Schwierigkeiten mit dem lizenzpflichtigen Funk zu vermeiden

Ich habe einfach beim nächsten Amateurfunk-Verein gefragt. Es gibt eine freigegebene Frequenz auf der man die Entfernung leicht schafft.

Was meinst Du mit "freigegebene Frequenz"? Lizenzfrei? Solche Frequenzen sind ziemlich mager. PMR ist zurecht als Spielzeug verschrien und den hohen Reichweiten im CB-Funk stehen hoher Strombedarf und geringe Bandbreite gegenüber. Ernsthaft nachgedacht habe ich dagegen über ein Tracking per WLAN (!) mittels einer großen Parabolantenne. Mit einer Schüssel von 2 Metern würde man sogar Bluetooth (!) über dutzende km empfangen können. Und es gab schon Rekordversuche mit WLAN-Richtfunk, wo 600 Meilen (!) überwunden worden. Ich stelle mir vor, daß man mit einem Selbstbau-Parabol aus Drahtgeflecht oder mit Alufolie kaschierter Pappe von nur 2 m Durchmesser ein WLAN-Signal mit einer Bandbreite locker im Mbit-Bereich aus der nach oben immer dünner werdenden Atmosphäre empfangen könnte! Nur senden dürfte man mit dieser Schüssel nicht. Was freilich unvermeidlich wäre, da WLAN ja immer bidirektional funkt, schon wegen der Fehlerkorrektur-Bits. Vielleicht könnte man von der Bundesnetzagentur eine Ausnahmegenehmigung bekommen, unter Hinweis darauf, daß der Parabol ja nur in den Himmel gerichtet ist. Praktischerweise könnte man im Brennpunkt der Schüssel auch noch eine Videokamera mit Mega-Zoom anbringen, dann hätte man eine einfache optische Schüsselnachführung und auch noch Sichtverbindung zum Ballon bei wolkenfreiem Himmel. An der Kapsel selbst könnte man mit einem größeren Rundstrahler auch noch nahe an die Grenze der erlaubten Sendeleistung gehen.

Neptunium hat geschrieben:
Du solltest den 'Oldtimer' nicht aussen vor lassen, er hat schon einiges an Vorarbeit reingesteckt. Er war im Frühsommer einige Zeit in Deutschland und wir wollten uns eigentlich direkt treffen - hat nicht geklappt, leider.
Vielleicht mal direkt anschreiben.

Werde ich machen.

Zitat:
Es gibt im Ruhrgebiet (Gladbeck) einen Ballonstartplatz namens Willis Wiese. Mit einer Wasserstoff-"Tankstelle" auf dem Gelände.

Den habe ich sogar schon mal angeschrieben und bislang noch keine Antwort bekommen. Ich muß nämlich wissen, ob man überhaupt Ballons mit Wasserstoff füllen darf, oder ob das nur ein Pyrotechniker, ein Brandmeister der Feuerwehr oder wer auch immer darf. Immerhin starten dort jedenfalls bemannte (!) Gasballons, mit Wasserstoff befüllt.
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Verfasst am: 15/8/2012, 18:01  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Warum für das Temperaturproblem nicht ein Peltierelement verwenden? Es könnte im Aufstiegbetrieb kühlen, und gegebenfalls bei Temperaturabfall umgekehrt geschaltet heizen. Ausserdem könnte man im Notfall aus dem Temperaturgradienten auch Strom gewinnen. Praktisch ein all-in-one Bauelement.
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Neptunium




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Verfasst am: 15/8/2012, 20:17  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zitat:
Was meinst Du mit "freigegebene Frequenz"? Lizenzfrei?

Freenet - wie der gleichnamigen Internetprovider. Heißt so, weil es frei ist.
Zitat:
Solche Frequenzen sind ziemlich mager.
Nicht schlimm, wenn man nur eine braucht.
Es sind 6 Kanäle: 149.0250 Mhz, 149.0375 Mhz , 149.0500 Mhz, 149.0875 Mhz, 149.1000 Mhz, 149.1125 Mhz
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Verfasst am: 15/8/2012, 22:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

2-Propanon hat geschrieben:
Warum für das Temperaturproblem nicht ein Peltierelement verwenden? Es könnte im Aufstiegbetrieb kühlen, und gegebenfalls bei Temperaturabfall umgekehrt geschaltet heizen. Ausserdem könnte man im Notfall aus dem Temperaturgradienten auch Strom gewinnen. Praktisch ein all-in-one Bauelement.

Super Idee! Dann bräuchten wir eigentlich nur noch einen Stromerzeuger aus dem OBI unten dran zu hängen und dann hätten wir's!
Bitte! Peltiers werden mit ihrem mickrigen Wirkungsgrad wirklich nur da eingesetzt, wo es wirklich nicht anders geht und wo Stromverbrauch keine Rolle spielt! Das gleiche gilt für den Einsatz von Peltiers zur Stromgewinnung aus Temperaturgefällen. Dagegen ist das Mitführen eines schon verdichteten Kältemittels die physikalisch leichtest mögliche Art, etwas zu kühlen! Ammoniak hat eine Verdampfungsentalphie von 1368 kJ/kg, das sind 380 Wh/kg! Würde man die gleiche Energiemenge aus eine Li-Akku haben wollen, müßte der schon das dreifache wiegen, vorrausgesetzt, die von ihm betriebene Kältemaschine hätte dann 100% Wirkungsgrad! Bei dem durchschnittlichen Wirkungsgrad eines Peltier-Elements von 4% müßte der versorgende Li-Akku also 7,5 kg (!) wiegen, um am Ende die Kälteleistung von 100g verdichteten Ammoniaks erzeugen zu können! Laughing
Mini-Kartuschen für Feuerzeug-Gas oder Camping-Gas müßten einen Berstdruck haben, der das mehrfache des Druckes flüssigen Ammoniaks bei Zimmertemperatur beträgt. Solche Kartuschen sind im leeren Zustand sehr leicht. Der Wärmetauscher wird dann aus einer Kapillarspirale aus Al oder Messing hergestellt, verbunden mit einem Mikro-Lüfter.

Neptunium hat geschrieben:
Zitat:
Was meinst Du mit "freigegebene Frequenz"? Lizenzfrei?

Freenet

Das ist mir doch längst bekannt! Reichweite noch schlechter als beim PMR-Kinderspielzeug.
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