Hartmut


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DuPont, der Hersteller und Inhaber der Marke Mylar schickt mir damnächst Proben von Mylarfolie der Dicken 1.9 / 3 / 4 / 4.8 µm. Im DIN-A4-Format. Ich hoffe mal, damit ist gemeint "zusammengelegt zum DIN-A4-Format".
Mein Plan B zur Mylarfolie war von Anfang an die dünnste verfügbare Maler-Abdeckfolie aus schnödem Polyethylen. Die ist 5 µm dick und die größten Einzelstücke im Handel sind 4 x 25 Meter. Bei Mylarfolie liefe es dann wohl nur auf 3 µm hinaus. Denn 1,9 ist mit Sicherheit viel zu empfindlich und 4,0 wäre dann schon schwerer als die 5,0-PE-Folie, denn Mylarfolie ist um den Faktor 1,4 erheblich schwerer als PE. Um meine Rechnung nochmal zusammenzufassen:
bei der krönenden Stufe 3 unseres Unternehmens (Foilenballon) soll der Ballon mindestens so groß und so leicht sein, daß nur 1/1000 seines Volumens (möglichst noch weniger) Traggas schon genügt, um ihn zu heben. Ist die Folie sehr dünn, darf der Ballon kleiner sein, dafür aber geht er auch leichter kaputt. Ist die Folie dicker, muß der Ballon größer werden, was wieder das logistische Problem seiner Fertigung vergrößert. Immerhin hatte die Japan Aerospace im Jahr 2002 ihren Höhenrekord mit einem Ballon aus PE von nur 3,4 µm erreicht und der hatte immerhin die Turbulenzen der Troposphäre durchstiegen, ohne zu reißen. Er hatte 60.000 Kubikmeter Volumen und sie erreichten also 53 km. Dabei war ihre Nutzlast auch noch recht schwer (10 kg).
Mittlerweile kommen mir auch Zweifel, die Stufe 2 (sozusagen die "Generalprobe") mit einem Latexballon (dem größten lieferbaren) zu machen. Denn der kostet um die 400 US$ und muß aus Amerika oder Japan importiert werden. Dabei hat dieser bei seinem angegebenen Berstdurchmesser von 13 Metern ein Flächengewicht von 5,66 g/qm. Da wäre also selbst die 5 µm-Maler-Abdeckfolie aus PE noch leichter. Um das gleiche Volumen des größten Latexballons mit einem Quader zu erreichen, müßte dieser eine Kantenlänge von nur etwa 10,5 m haben. Und sowas herzustellen sollte fast ein Kinderspiel sein, verglichen mit den für einen Rekordversuch nötigen Kantenlängen von 30 m oder noch mehr. Ausgehend von der Maler-Abdeckfolie 4 x 25 Meter würde ich dann einfach 2 der 25-Meter-Stücke in Reihe kleben und diese 50 Meter dann als Quader-Umfang nehmen. Das wäre dann schon eine Kantenlänge von 12,5 m. Dann 3 Stück dieser 50-Meter-Bahnen parallel verkleben, das ergäbe 12 m. Dann wären schon 4 der 6 Seiten des Quaders fertig. Dessen Volumen wäre dann noch um den Faktor 1,63 höher als das Berstvolumen des Latexballons Totex-3000g und sein Flächengewicht auch noch niedriger.
Damit würden wir auf jeden Fall schon drastisch über 40 km Höhe kommen und hätten auch schon gleich Erfahrungen mit Folienballons gesammelt.
Neptunium hat geschrieben: Hartmut hat geschrieben: Um die Schwierigkeiten mit dem lizenzpflichtigen Funk zu vermeiden
Ich habe einfach beim nächsten Amateurfunk-Verein gefragt. Es gibt eine freigegebene Frequenz auf der man die Entfernung leicht schafft.
Was meinst Du mit "freigegebene Frequenz"? Lizenzfrei? Solche Frequenzen sind ziemlich mager. PMR ist zurecht als Spielzeug verschrien und den hohen Reichweiten im CB-Funk stehen hoher Strombedarf und geringe Bandbreite gegenüber. Ernsthaft nachgedacht habe ich dagegen über ein Tracking per WLAN (!) mittels einer großen Parabolantenne. Mit einer Schüssel von 2 Metern würde man sogar Bluetooth (!) über dutzende km empfangen können. Und es gab schon Rekordversuche mit WLAN-Richtfunk, wo 600 Meilen (!) überwunden worden. Ich stelle mir vor, daß man mit einem Selbstbau-Parabol aus Drahtgeflecht oder mit Alufolie kaschierter Pappe von nur 2 m Durchmesser ein WLAN-Signal mit einer Bandbreite locker im Mbit-Bereich aus der nach oben immer dünner werdenden Atmosphäre empfangen könnte! Nur senden dürfte man mit dieser Schüssel nicht. Was freilich unvermeidlich wäre, da WLAN ja immer bidirektional funkt, schon wegen der Fehlerkorrektur-Bits. Vielleicht könnte man von der Bundesnetzagentur eine Ausnahmegenehmigung bekommen, unter Hinweis darauf, daß der Parabol ja nur in den Himmel gerichtet ist. Praktischerweise könnte man im Brennpunkt der Schüssel auch noch eine Videokamera mit Mega-Zoom anbringen, dann hätte man eine einfache optische Schüsselnachführung und auch noch Sichtverbindung zum Ballon bei wolkenfreiem Himmel. An der Kapsel selbst könnte man mit einem größeren Rundstrahler auch noch nahe an die Grenze der erlaubten Sendeleistung gehen.
Neptunium hat geschrieben: Du solltest den 'Oldtimer' nicht aussen vor lassen, er hat schon einiges an Vorarbeit reingesteckt. Er war im Frühsommer einige Zeit in Deutschland und wir wollten uns eigentlich direkt treffen - hat nicht geklappt, leider.
Vielleicht mal direkt anschreiben.
Werde ich machen.
Zitat: Es gibt im Ruhrgebiet (Gladbeck) einen Ballonstartplatz namens Willis Wiese. Mit einer Wasserstoff-"Tankstelle" auf dem Gelände.
Den habe ich sogar schon mal angeschrieben und bislang noch keine Antwort bekommen. Ich muß nämlich wissen, ob man überhaupt Ballons mit Wasserstoff füllen darf, oder ob das nur ein Pyrotechniker, ein Brandmeister der Feuerwehr oder wer auch immer darf. Immerhin starten dort jedenfalls bemannte (!) Gasballons, mit Wasserstoff befüllt.
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_________________ Oh, daß die Deutschen ihre wahren Kräfte kennen und ihren Fleiß höheren Zielen zuwendeten; sie würden nicht mehr Menschen, sie würden Götter sein, denn göttlich ist der Geist dieses Volkes!
Giordano Bruno
Noch ein paar gute Taten, gegen unseren Willen an uns vollbracht, und wir sind erledigt.
Arno Plack, Heildelberger Philosoph 1930 - 2012
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