۞ Versuchschemie.de :: - Reaktion von Eisen mit Schwefel (mit Pfeifton!)
Zum Portal Experimente Periodensystem Über_VC Foren-Index Suche
    Registrieren      Login        
Neues Thema eröffnenNeue Antwort erstellen Printable version
Autor Nachricht
Caesiumhydroxid
gesperrt




Hier seit: 05.01.2010
Beiträge: 1967
Wohnort: BRD - Bayern + Restdeutschland
blank.gif
Verfasst am: 5/2/2011, 18:02  Titel:  Reaktion von Eisen mit Schwefel (mit Pfeifton!) Antworten mit ZitatNach untenNach oben

System-Info:
Hier wird über den Versuch  Reaktion von Eisen mit Schwefel (mit Pfeifton!) diskutiert



Letztes Jahr gab es auf dem Bundeswettbewerb von Jugend forscht ein Projekt, dass sich mit den Ursachen dieses Pfeiftons beschäftigte, angebliche soll es mit der Struktur der Eisenwolle etc. zusammenhängen.
_________________
"Those who give up freedom in order to gain security, will end up losing both."
Benjamin Franklin

"Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauchen wächst, durch Nichtgebrauch dahinschwindet."
Carl Friedrich von Weizsäcker
VerstecktBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Mantis
Moderatoren helfen, wo sie können.



Hier seit: 26.11.2004
Beiträge: 5327

germany.gif
Verfasst am: 5/2/2011, 18:13  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schön das mal zu sehen! Vor einiger Zeit hatte ich darüber etwas gelesen gehabt und habs auch ausprobiert. Allerdings schlug der Versuch fehl. Vermutlich lag es an der Eisenwolle. Diese habe ich bedeutend dichter eingesetzt, als bei dieser Dokumentation.
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Schwefelsulfid



Alter: 17
Hier seit: 22.07.2010
Beiträge: 531

germany.gif
Verfasst am: 5/2/2011, 18:24  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wow toll, dass du das mit dem Pfeifton geschafft hast!

Ich hab davon mal was bei Seilnacht gesehen, aber als ich das selber ausprobiert habe, hats nicht geklappt.
Umsomehr freut es mich, dass jetzt noch ein erfolgreicher Versuch existiert, vielleicht probier ichs einfach noch mal...
_________________
Image
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
versor




Hier seit: 16.08.2006
Beiträge: 466
Wohnort: Franken
germany.gif
Verfasst am: 5/2/2011, 18:29  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Sehr schöner Versuch ! Aufgrund der Glänzenden Eigenschaften der entstanden Kügelchen, vermute ich,das auch eine gewisse menge Eisendisulfid entsteht ? Dieses entsteht ja wenn man FeS mit zusätzlichen Schwefel erhitzt...
Was mir bei den jeweiligen Wikipedia Artikel auffiel sind folgende Diskrepanzen:
1: beim Artikel Pyrit steht folgendes:
Zitat:
Pyrit ist löslich in Salpetersäure, konzentrierter Salzsäure sowie in heißer konzentrierter Schwefelsäure.
 http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit

2: beim Artikel Eisendisulfid aber folgendes:
Zitat:
Es reagiert, ebenso wie Eisen(II)-sulfid, mit Säuren unter Bildung von Schwefelwasserstoff
 http://de.wikipedia.org/wiki/Eisen%28II%29-disulfid

Ich vermute mal das die Angabe im ersten Artikel falsch sein muss, außer der Autor betrachtet eine Reaktion als Löslichkeit....
_________________
carpe noctem
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Uranylacetat



Alter: 52
Hier seit: 22.02.2010
Beiträge: 2302
Wohnort: Berlin-Pankow
germany.gif
Verfasst am: 5/2/2011, 19:31  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Sehr schöner Versuch! daumenrauf

Das mit dem "Pfiff" iss ja sehr interessant und basiert auf einem physikalischen Vorgang. Dieser wird im folgenden Erklärungs-Video bei 07:08 als EXPERIMENT 5 "Metall und Ton" erläutert:

 http://www.chymiatrie.de/index.php/component/content/article/236-video-75

Die Eisenwolle hat im Reagenzglas wie das Drahtnetz im Metallrohr des Erklärungs-Videos funktioniert....
_________________
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Member of IVNT e. V."  www.ivnt.de
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Mert



Alter: 16
Hier seit: 16.12.2010
Beiträge: 646
Wohnort: Hamburg
germany1.gif
Verfasst am: 5/2/2011, 19:48  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

wow... wenn ich Montag mein Schwefel hab, will ichs auch mal versuchen Smile
echt gelungen, würd ich mal sagen Very Happy
_________________
Die Wissenschaftler können nur schmale vier Prozent des Universums definieren und deren Existenz beweisen. Von 96 Prozent haben sie schlicht keine Ahnung, wie sie beschaffen sind – und nennen sie deswegen mysteriös «dunkle Materie» und «dunkle Energie» klugscheiss .


Image <- aktivster User auf VC!
VerstecktBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Iod




Hier seit: 26.12.2010
Beiträge: 459

blank.gif
Verfasst am: 6/2/2011, 09:33  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich habe das gerade gemacht Twisted Evil
nur leider war es bei mir nicht so laut Rolling Eyes
_________________
 http://www.youtube.com/user/ExtremeChemistry?gl=DE&hl=de
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Glaskocher




Hier seit: 02.05.2008
Beiträge: 1340
Wohnort: Leverkusen
germany9.gif
Verfasst am: 6/2/2011, 13:00  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Uranylacetat hat geschrieben:
Sehr schöner Versuch! daumenrauf

Das mit dem "Pfiff" iss ja sehr interessant und basiert auf einem physikalischen Vorgang. Dieser wird im folgenden Erklärungs-Video bei 07:08 als EXPERIMENT 5 "Metall und Ton" erläutert:

 http://www.chymiatrie.de/index.php/component/content/article/236-video-75

Die Eisenwolle hat im Reagenzglas wie das Drahtnetz im Metallrohr des Erklärungs-Videos funktioniert....


Das vorgestellte Experiment heißt "Rijke-Rohr". Es erzeugt ein thermoakustisches Phänomen, bei dem ein im unteren Bereich des Rohres angebrachtes Metallnetz erhitzt wird. Dieses erhitzt die, aufgrund der Thermik, daran vorbeistreichende Luft. Jetzt hat die Luftsäule im oberen Teil des Rohres mehr Auftrieb und zieht rascher kalte Luft unten nach als sie sich auf die gleiche Temperatur erwärmen kann und der Auftrib wird gebremst. Jetzt geht das Spiel von Vorne los...

Ich kenne diese Art von Geräuschen auch vom Glasblasen. Besonders dann, wenn ich eine erhitzte Hohlkugel an einem Rohr verarbeite kommt es nach dem Blasen im noch heißen Kolben zu diesem "Singen". Die Tonhöhe hängt vor Allem vom Größenverhältnis Hohlkugel und Rohr ab. Hier ist der Luftpuls beim Ablassen des Überdruckes vom Blasen der Starter. Die erwärmte Luft kommt in das abgekühlte Rohr und zieht sich dort zusammen. Im Rohr und in der Kugel rntsteht Unterdruck und kalte Luft gerät in die erhitzte Kugel. Dort erhitzt sie sich wieder und ein Teil wird ins kalte Rohr geschoben... Dabei wirken natürlich auch noch Trägheitsmomente mit, die das Ganze noch verstärken. Als ich diesen Ton zum ersten Mal erzeugt hatte war ich auch überrascht. Jetzt finde ich ihn immer noch interessant, da er dem Glas ein Bisschen "Leben" einhaucht.
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Doktor Klawonn




Hier seit: 27.03.2007
Beiträge: 543
Wohnort: Hessen
germany.gif
Verfasst am: 6/2/2011, 13:20  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Vielen Dank für die interessanten Hinweise! Das Experiment aus dem Link von Uranylacetat hatte ich schonmal gesehen, allerdings war das Rohr durchsichtig und man konnte das Drahtnetz sehen. Der "Zaubertrick" ist natürlich eine tolle Idee. Dank Glaskocher haben wir für das Ganze nun auch die Fachbegriffe.

versor hat geschrieben:
...Was mir bei den jeweiligen Wikipedia Artikel auffiel sind folgende Diskrepanzen:
1: beim Artikel Pyrit steht folgendes:
Zitat:
Pyrit ist löslich in Salpetersäure, konzentrierter Salzsäure sowie in heißer konzentrierter Schwefelsäure.
 http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit

2: beim Artikel Eisendisulfid aber folgendes:
Zitat:
Es reagiert, ebenso wie Eisen(II)-sulfid, mit Säuren unter Bildung von Schwefelwasserstoff
 http://de.wikipedia.org/wiki/Eisen%28II%29-disulfid

Ich vermute mal das die Angabe im ersten Artikel falsch sein muss, außer der Autor betrachtet eine Reaktion als Löslichkeit....


@versor:
Das ist Chemikersprache. Natürlich löst es sich unter Reaktion in den Säuren.
_________________
 www.klawonn.de
 www.youtube.com/user/doktorklawonn
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Glaubersalz



Alter: 17
Hier seit: 28.06.2011
Beiträge: 6
Wohnort: Brandenburg
germany3.gif
Verfasst am: 28/6/2011, 23:39  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Ich hatte diesen Versuch auch mal gemacht. Bei mir hat's aber recht ordentlich gepfiffen weil das Ragenzglas bei der Reaktion etwa 3 cm über dem Boden geschmolzen ist und dann nach unten abknickte. Dadurch gab es in Höhe der Stahlwolle eine Verengung, die die Wolle zusammengedrückt und so das Pfeifen wohl noch verstärkt hat (Düseneffekt). Ich hatte wohl etwas zu stark mit dem Butanbrenner draufgehalten. Mit etwas kleinerer Flamme geht es aber sehr schön. Nur ist dann natürlich das Pfeifen auch nicht so laut.

Ein schöner Versuch zum Vorführen. Dazu kommt, dass Schwefel und Eisen ja Elemente sind, von denen eigentlich jeder schon mal gehört und die fast jeder schon mal in der Hand gehabt hat. Die meisten Leute sind ziemlich baff, was da dann so abgehen kann.

Schöne Grüße!

Tobi
_________________
Euch allen eine gute Ausbeute und immer noch einen kleinen Siedestein im Kolben!
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Propan-1-ol




Hier seit: 13.12.2011
Beiträge: 114

blank.gif
Verfasst am: 18/12/2011, 13:29  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo Smile

Habe auf einer Website folgenden Satz gefunden:

"Die Herstellung (von Eisen(II)-sulfid) im Labor und in der Technik erfolgt durch die Reaktion eines stöchiometrischen Gemisches von Eisen- und Schwefelpulver (Gewichtsverhältnis ca. 7 : 4)"

Wie kommt man auf das Verhältnis 7:4?

dankeschön Smile
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Aurora



Alter: 19
Hier seit: 14.02.2010
Beiträge: 95

blank.gif
Verfasst am: 18/12/2011, 13:44  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Schau Dir einfach mal das Verhältnis an, in dem die beiden Stoffe reagieren:
Fe + S -> FeS

sprich ein Mol Eisen reagiert mit einem Mol Schwefel (oder 1/8 Mol S8)
Dabei ist die M(Fe) = 56 g/mol und M(S) = 32 g/mol.
Das Verhältnis der beiden ist dann: 56:32 was 7:4 ist.
VerstecktBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Propan-1-ol




Hier seit: 13.12.2011
Beiträge: 114

blank.gif
Verfasst am: 18/12/2011, 14:13  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

okay vielen dank Smile

gut, passt zwar nicht hier rein, aber nen neuen Thread zu öffnen wäre schwachsinn.
Nur damit ichs richtig verstanden habe, für die Reaktion:

2 Cu + S --> Cu2S

ist M(S) = 32g/mol
M(Cu) = 64?g/mol

es reagiert ein Mol Schwefel mit 2 Mol Kupfer

also (2*64) : 32

was einem Verhältnis von 4 (Kupfer) : 1 (Schwefel)

entsprechen würde.

Sehe ich das richtig?

vielen dank für eine Antwort Smile

EDIT: Und wenn ich bei dem Versuch: Schwefel + Eisen das Verhältnis 7:4 einhalte, dann müsste so ziemlich reines Eisen(II)-Sulfid entstehen oder? Und dieses könnt ich dann weiter zu Eisen(II)-disulfid verarbeiten oder?

danke Smile


Zuletzt bearbeitet von Propan-1-ol am 18/12/2011, 14:30, insgesamt einmal bearbeitet
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Nico



Alter: 17
Hier seit: 27.08.2010
Beiträge: 1150
Wohnort: Bonn
germany4.gif
Verfasst am: 18/12/2011, 14:17  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Von FeS zum Kupfersulfid zu kommen sollte durchaus schwierig werden - gehe dort einfach den selben weg und erhitze die Elemente. Du wirst schnell feststellen, dass Kupfer (weitaus edler als Eisen) nicht so schnell reagiert.

Kupfer(II)-disulfid gibt es nicht, dann würde der Schwefel ja eine Wertigkeit von -I aufweisen.
Es kann aber auch Kupfer(II)-sulfid, CuS,entstehen Wink
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Autor Nachricht
Propan-1-ol




Hier seit: 13.12.2011
Beiträge: 114

blank.gif
Verfasst am: 18/12/2011, 14:29  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Erstmal danke für die Antwort.

Ich habe allerdings nie Behauptet aus Eisensulfid Kupfersulfid zu bekommen ^^

Von Kupfer(II)-disulfid habe ich allerdings auch nie geredet jediglich von Eisen(II)-disulfid ^^

Edit: hast recht das mit dem Kupfer(II)-disulfid war nen tippfehler, muss ich schnellsten Verbessern

Edit2:
Liege ich jetzt mit folgender Rechnugn richtig?

2 Cu + S --> Cu2S

ist M(S) = 32g/mol
M(Cu) = 64?g/mol

es reagiert 1 Mol Schwefel mit 2 Mol Kupfer

also (2*64) : 32

was einem Verhältnis von 4 (Kupfer) : 1 (Schwefel)

entsprechen würde.


Und wenn ich Schwefel und Eisen im Verhältnis 7:4 reagieren lasse, bekomme ich dann relativ reines Eisen(II)-sulfid , welches ich dann mit Schwefel reagieren lassen kann um Eisen(II)-disulfid zu bekommen?

danke für antworten Smile
OfflineBenutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht senden  Display: 15415
Neues Thema eröffnenNeue Antwort erstellen



Software: p-h-p-B-B-2 plus 1 Punkt 5