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Decapentan



Alter: 54
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Verfasst am: 27/11/2011, 19:47  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hallo ich mal wieder Smile

also lieber Hartmut...ja ich finde es auch schade, das so wenig Interesse hier vorhanden war.

Computernetzteile zu öffnen und zu verändern halte ich für sehr gefährlich da hier durchaus
lebensgefährliche Spannungen von fast 400 Volt vorhanden sind.
Besser fände ich hier eine Schaltung mit 12 Volt Ringkerntrafo entsprechender Leistung mit evtl.
veränderter Sekundärspule (mit mehreren Abgriffen zwecks Verlustoptimierung) und klassischer
Regelschaltung mit Leistungstransistoren....weit weniger gefährlich und durchaus bezahlbar.
Würde mich hier gerne als Ansprechpartner zur Verfügung stellen....

Damit könnte man so interessante Elektrolysen wie z.B von Kaliumdichromat aus billigen
Ferrochrom (Anodenmaterial) Kaliumcarbonat als Elektrolyt und entsprechender Kathode
aus Kupferoxid.....ohne Kohlefeuer....ohne köchelnde Schmelze....ohne Oxidator......ohne
Säure bzw. Lauge....etc.

Hier gäbs durchaus "Entwicklungspotenzial" nur leider scheint wirklich kein Interesse zu
bestehen oder hat Chemdoc doch recht.....mit dem Unterforum ?

Liebe Grüße
Decapentan
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eule




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Verfasst am: 30/11/2011, 14:34  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

So Leute, so zu meinem Abschluß in diesem Thread und damit ich mir selbst nicht vorwerfen muß, ich hätte nun so gar nichts Sinnvolles zum Thema beigetragen hier noch ein kleines, aber wie ich finde zumindest für die Anfänger evtl interessantes Experiment: Ich mache die elektrischen Ströme im Elektrolytbad sichtbar und kann nebenbei gleich auch noch beweisen, daß es wirklich elektrische Ladungsträger sind, die sich da bewegen.

Wie ich das anstellen will? Nunja, es ist etwas improvisiert und sieht auf den ersten Blick wirklich unscheinbar aus, aber eine Petrischale (~10 cm), zwei Labornetzteile, Kabel mit Krokoklemmen, etwas Kupferlackdraht, ein Schnibbel Tesafilm, eine starke Lampe, etwas Pappe und Papier, ein Streifen Kupfer, ein Stück Kohlestift aus einer ollen Taschenlampenbatterie, ein wenig Elektrolytlösung (in diesem Fall Kontaktlinsenlösung), ein paar Tropfen Farbstofflösung (hier Methylenblau Lösung nach Löffler), eine Kamera sowie ein Stativ mit Muffen, Ring und Klemmen genügen schon.

Wie das alles zusammenpassen will?
ganz einfach:
- man montiert die Lampe unten am Stativ, sodaß sie senkrecht nach oben leuchtet.
- senkrecht darüber (aber mit etwas Abstand, wegen der Hitze der Lichtquelle) bringt man den Ring in Position und legt ein stück Pappe mit mittigem Loch darauf, das knapp enger als die Petrischale sein sollte.
- ein zurechtgestutztes Stück einfaches Schreibpapier wird als Mattscheibe über das Loch gelegt.
- nun nimmt man die Petrischale zur Hand, umwickelt sie auf dem umlaufenden Rand mit etwa 50 Windungen Kupferlackdraht, den man mit etwas Tesafilm oder dergleichen fixiert, sodaß man eine Spule mit zwei Abgriffen/Anschlußenden um die Schale herum bekommt.
- dieses Gebilde wird nun über das vom dünnen Papier verdeckte Loch gestellt.
- den Kupferblechstreifen biegt man sich rund so zurecht, daß er gerade innen am Rande entlang in die Petrischale zu stellen ist. Es soll ein voller Ring sein, der an einer Stelle vermittels hochgebogenem ende zum einen den Ringschluß fixiert, zum anderen einen Zipfel zum Anklemmen einer Krokodilklemme bereitet.
- nun umwickelt man ein Ende des Kohlestifts mit etwas Kupferdraht, sodaß eine leitende Verbindung entsteht.
-man stellt den kupfernen Ring in die Schale, positioniert den Kohlestift aufrecht in der Mitte und hält ihn dort locker, indem man den Draht am langen Ende am Stativ befestigt. (ich habe aus praktischen gründen einen streifen Kunststoff genommen und den Stift sowie den Draht daran festgeklebt, das ganze dann über die Schale gelegt)
- nun bringt man die Kamera darüber ans Stativ und stellt sie so ein, daß die Schale gerade deutlich zu erkennen ist.
- man verbindet ein Netzteil mit den Anschlüssen der Spule, das andere mit dem Kohlestift als Kathode, den Kupferring als Anode.


Image


- schließlich füllt man etwa 3mm hoch Elektrolytflüssigkeit in die Schale, läßt das ganze einige Stunden ruhen um Wirbel und Eigenbewegungen der Flüssigkeit zu vermeiden, stellt für die Elektroden etwa 9V ein, startet die Kamera zur filmischen Aufnahme und gibt einen Tropfen Farbstoff etwa auf halbem Wege zwischen beide Elektroden.

Binnen kurzer Zeit beobachtet man, daß die sich langsam verteilende Farbstoffwolke sich in Richtung der Anode bewegt. Dies geschieht umso schneller, je höher man den Stromfluß zwischen den Elektroden einstellt.

Da das dank des geringen Abstands noch nicht sehr gut zu beobachten ist und sowieso auch solche Wanderungsbewegungen leicht von unmerklichen Luftzügen über der Flüssigkeit beeinflußt werden kann schaltet man nun das andere Netzteil ein und stellt daran einen Strom von etwa 200 bis 300 Milliampere ein.

Schnell bemerkt man eine deutliche Richtungsänderung der Flüssigkeitsströme. Abgesehen von Wirbeln wird der Farbstoff nun etwa im Kreise in der Schale herumgeführt. Schaltet man den Spulenstrom wieder aus und wartet ein paar Minuen (die Trägheit der sich bewegenden Füssigkeit sorgt für eine gewisse Fortdauer der Kreisbewegung), so findet man wieder die gerade verlaufende Strömungsrichtung zwischen Kathode und Anode.
Schaltet man statt der Spule den Elektrolysestrom ab, so findet jegliche Bewegung in der Schale ein baldiges Ende.

Bei genauerer Analyse der Kreisbewegung findet man, daß es eigentlich kein Kreis, sondern eine Spirale ist, die zudem noch von allerlei Wirbeln gestört wird.

Image

Was ist da passiert?
Betrachtet man eine Elektrolyse, so findet man, daß ein elektrischer Strom durch eine Flüssigkeit geleitet wird. Im Falle wässriger Lösungen können allerdings nicht freie Elektronen die Wanderung unternehmen, sie müssen sich geladene Atome bzw Moleküle (sogenannte Ionen) als Transportvehikel nehmen. In wässrigen Medien findet man zwei Arten Ionen praktisch immer: Wasserstoffionen (H+) und Hydroxylionen (OH-). Während ein Wasserstoffion im Grunde nichts ist, als ein von elektronen entblößtes Proton (der Atomkern des einfachsten Wasserstoffisotops) und somit für sich genommen in chemischen Größenordnungen keinen nennenswerten Raum beansprucht besteht ein Hydroxylion aus einem Wassermolekül, dem ein Proton fehlt, (dessen Elektron sich noch beim Sauerstoff bzw in der Elektronenwolke des Moleküls befindet) und nimmt somit aus chemischer Sicht fast ebensoviel Raum ein, wie ein Wassermolekül.
Ein Wassermolekül charakterisiert sich in unserer Betrachtung vor allen durch die recht geringe Elektronendichte um die beiden Wasserstoffatome und der sehr hohen Elektronendichte des Sauerstoffatoms, aus dem gewissermaßen an der "Rückseite" des gewinkelten Moleküls zwei keulenförmige negative Ladungswolken der Sauerstoffschale herausragen.
An diese kann sich unser Proton im folgenden "anhängen" und so "zumindest ein wenig" sein Bestreben nach einem Hüllelektron kompensieren. Das so entstehende einfach positiv geladene Ion H3O+ wird als Hydronium oder nach neuerer Nomenklatur Oxonium bezeichnet. Dieses Ion ist als nur aus statistischer sicht stabil anzusehen, denn aufgrund der überall im Wasser dicht an dicht liegenden Moleküle mit den geschilderten Ladungsverteilungen finden zum Transport einer solchen positiven Ladung zwei Prozesse Anwendung. Einerseits wird so ein Proton zwischen vielen Molekülen hin- und hergereicht, was dank fehlender räumlicher Ausdehnung und obendrein geringer Masse sehr schnell geht, andererseits kann sich der Sauerstoff solch eines zeitweiligen Hydroniumions durchaus umorientieren und statt des urprünglichen eins seiner ursprünglich fest gebundenen Protonen weiterreichen, was eine Spur langsamer abläuft. Insgesamt ist also ein solches freies Proton als quasi-delokalisiert zu betrachten, was den Ladungstransport durch eine wässrige Lösung sehr sehr schnell macht und obendrein fast keine mechanischen Effekte verursacht.
Für die Hydroxylionen hingegen sieht das ganze schon deutlich anders aus. Es hat eine Räumliche ausdehnung und kann obendrein deutlich schwerer von anderen Molekülen Protonen klauen und so die Ladung weiterreichen. Die Coulombkraft wirkt also auf einen "massiven Klotz", der sich nicht mal eben zwischen den Molekülen des Lösemittels durchmogeln kann. Das große Ion wandert also in Richtung der Anode, stößt dabei mit Wassermolekülen zusammen und übt somit Druck aus, nimmt diese mit bei der Bewegung. Eine Strömung entsteht, die genau die Richtung des wandernden Hydroxylions hat.

Genaugenommen habe ich ja nicht reines Wasser verwendet, sondern eine verdünnte Lösung von Natriumchlorid und Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA - vielen sicher aus der Komplexometrie bekannt)(nicht das Natriumsalz) in Wasser, was aufgrund des riesigen Basenions noch deutlich stärkere mechanische Effekte erzeugt, als ein Hydroxylion.

Schaltet man nun das Magnetfeld eins, so wirkt eine zusätzliche Kraft auf die Ionen = bewegten Ladungsträger. Aus der Mittelstufenphysik kennen die meisten das sicher noch: "Ein bewegter Ladungsträger wird senkrecht zur Magnetfeldrichtung abgelenkt". Je nach Polung und Wicklungsrichtung der Spule um die Petrischale reicht das Magnetfeld hier senkrecht aus der von der ionenhaltigen Flüssigkeit durchströmten Fläche heraus oder hinein. Entsprechend zur  Rechte-Faust-Regel für stromdurchflossene Leiter wird die Fließrichtung der Ionen und damit auch des mitgerissenen Flüssigkeitsstroms ( und natürlich auch des Farbstoffes ) abgelenkt, bei ausreichend starkem Stromfluß durch die Spule sogar bis zur annähernden Kreisbahn.

habe ich noch irgendwas vergessen? fehler gemacht? bitte gebt mir nachricht Very Happy

mit gedeihlichem Gruße,

die eule
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Glauben ist exakt solange etwas Gutes, wie es die Angabe einer Wahrscheinlichkeitsabschätzung bezeichnet!

Wahnsinnig mag zutreffen, aber mein wahnsinn hat methode.

Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst. (A. Einstein)
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Hartmut
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Verfasst am: 4/12/2011, 21:45  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Decapentan hat geschrieben:
Computernetzteile zu öffnen und zu verändern halte ich für sehr gefährlich da hier durchaus
lebensgefährliche Spannungen von fast 400 Volt vorhanden sind.

Kann sein, daß im Thread jemand eine Schaltung vorgeschlagen hatte, die es nötig macht, die Netzteile zu öffnen. Selbst wenn, sollte das mit der nötigen Achtsamkeit kein Problem sein. Es ist ja gerade der übertriebene Sicherheitswahn, der vor allem die jungen Leute immer mehr entmündigt und uns irgendwann in die Steinzeit zurückwirft. Hier sind nicht diejenigen 14-Jährigen unterwegs, die dadurch aus dem Leben scheiden, daß sie Spielzeugpistolen-Munition in den Mund nehmen und darauf herumkauen. Auch den jüngsten VC-Usern kann man, glaube ich, zutrauen, daß ihnen der Schraubenzieher nicht abrutscht und sie großen Respekt vor geladenen Kondensatoren haben.

Decapentan hat geschrieben:
Besser fände ich hier eine Schaltung mit 12 Volt Ringkerntrafo entsprechender Leistung mit evtl.
veränderter Sekundärspule (mit mehreren Abgriffen zwecks Verlustoptimierung) und klassischer
Regelschaltung mit Leistungstransistoren....weit weniger gefährlich und durchaus bezahlbar.
Würde mich hier gerne als Ansprechpartner zur Verfügung stellen....

Stufenlose Spannungsregelung wäre ja sehr wünschenswert, jedoch sehe ich noch nicht ganz durch, was genau einige User hier mit dem "Dimmer" auf der Primärseite meinen. Unter einem Dimmer stelle ich mir bis jetzt einen Puls-Schalter vor, so weit mich meine wenigen Elektro-Kenntnisse nicht im Stich lassen. Mit was genau wäre denn eine echte stufenlose Spannungsregelung möglich, wie funktioniert die und regelt die einfach nur die Eingangsspanung der Primärwicklung? Müßten das nicht auch ziemlich große Leistungshalbleiter sein, wie groß ist die Verlustleistung und wie teuer ist sowas?

@ eule
Obwohl als fast reinrassiges Physik-Experiment finde ich das schon großartig genug, um in die heiligen Hallen verschoben zu werden. Ich werde es demnächst nach Deiner Anleitung mal nachbauen. Kann sein, daß ich dann noch Fragen hätte.
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Oh, daß die Deutschen ihre wahren Kräfte kennen und ihren Fleiß höheren Zielen zuwendeten; sie würden nicht mehr Menschen, sie würden Götter sein, denn göttlich ist der Geist dieses Volkes!
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Noch ein paar gute Taten, gegen unseren Willen an uns vollbracht, und wir sind erledigt.
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eule




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Verfasst am: 13/12/2011, 04:00  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

nur aus interesse: hast du es schon reproduziert?
(ja, das ganze ist nur im zeitraffer richtig gut zu sehen)
gruß,

die eule
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Micha2



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Verfasst am: 13/12/2011, 07:32  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Hartmut hat geschrieben:

Stufenlose Spannungsregelung wäre ja sehr wünschenswert, jedoch sehe ich noch nicht ganz durch, was genau einige User hier mit dem "Dimmer" auf der Primärseite meinen. Unter einem Dimmer stelle ich mir bis jetzt einen Puls-Schalter vor, so weit mich meine wenigen Elektro-Kenntnisse nicht im Stich lassen. Mit was genau wäre denn eine echte stufenlose Spannungsregelung möglich, wie funktioniert die und regelt die einfach nur die Eingangsspanung der Primärwicklung? Müßten das nicht auch ziemlich große Leistungshalbleiter sein, wie groß ist die Verlustleistung und wie teuer ist sowas?

Hallo Hartmut,
warum hast Du denn nicht schon damals (als das Thema aufkam) nachgefragt?
Du siehst das aber schon völlig richtig:
Ein Dimmer auf der Primärseite des Trafos regelt (besser: steuert) einfach nur die (effektive) Primärspannung des Trafos durch einen Phasenanschnitt.

Einfaches, gebräuchliches Beispiel:
Wir haben eine Halogenbeleuchtung mit 10 parallel geschalteten Halogenstrahler je 12V/100W.
Das sind also pro Lampe 8,33A. Das ganze mal 10 = 83,3A sek. für alle Strahler zusammen!
Das Hausnetz hat aber eine Spannung von 230V. Also muß man die 230V auf 12V runter transformieren.
Dazu gibt es die entsprechenden Halogentrafos (in jedem besseren Baumarkt).
Der Trafo hat ein Übersetzungsverhältniss von 230V/12V = 19,166... Ohne Verluste "zieht" der Trafo auf der Primärseite: 83,3A/19,166 = 4,34A!!!

Nun wollen wir die Halogenstrahler stufenlos von 0-100% regeln.
Anstatt man nun eine Leistungssteuerung mit 83,3A auf der Sekundärseite einsetzt, steuert man die Primärspannung des Trafos mit dem Dimmer. Die Triacs vertragen locker Spannungen von 600-1000V und der Primärstrom von ca. 5A stellt auch keinerlei Problem dar Cool

Kontrollrechnung:
10 Halogenstrahler a 100W brauchen 1000W Gesamtleistung.
Auf der Sekundärseite: 12V*83,33A=1000W
Auf der Primärseite: 230V*4,3478A=1000W
(Verluste von ca. 5% habe ich mal vernachlässigt)

Zur Verlustleistung in der Steuerung:
Der Triac in der Phasenanschnittsteuerung ist ein geschalteter Halbleiter!
Ganz Grob berechnet: In der Sperrphase des Triacs ist die Verlustleistung nahezu Null.
In der Einschaltphase haben wir einen Spannungsverlust von ca. 1V über dem Triac.
Das ergibt auf der Primärseite: 1V*4,35A = 4,35W.
Würde man die Steuerung auf die Sekundärseite verlegen, hätten wir bei gleichem Spannungsabfall eine Verlustleistung von 1V*83,33A = 83,33W!!! Auch hier taucht das Übersetzungsverhältniss von 19,166 wieder auf... Dazu kommen natürlich noch die Verlustleistungen in der Übergangsphase dazu, die ich hier aber mal vernachlässige. (Nach diesem Prinzip funktionieren unsere Hochspannungsnetze)

Das Ganze übertragen wir jetzt auf eine Elektrolyseanwendung:
Wir nehmen genau diesen Halogentrafo mit 1000W, schalten zur Gleichrichtung eine! Diode mit 30V/100A, bzw. aus "Kostengründen" 10 parallelgeschaltete Dioden (30V/10A) in die Sekundärseite und steuern die Ausgangsspannung stufenlos (von ca. 0,7-6V -> Einweggleichrichtung! bei 83A max.) auf der Primärseite des Trafos mit dem Dimmer...

Es gibt noch ein paar Fallstricke bzw. Feinheiten zu beachten:
Der Trafo sollte dimmbar - bzw. die Phasenanschnittsteuerung/Dimmer für diesen Einsatz brauchbar sein.
Mit einem Brückengleichrichter könnte man auch ca. 1,4-12V sek. erreichen. Und selbstverständlich könnte man auch (wie schon Vorgeschlagen) einen gesteuerten Thyristorgleichrichter in der Sekundärseite aufbauen, aber m.e. sind die Kosten und der Entwicklungsaufwand dazu wesentlich größer.

Heute ist es mir schon zu spät, aber sollte sich zwischenzeitlich nicht jemand anderes zu Wort melden, werde ich in den nächsten Tagen mal noch ausführlicher dazu schreiben.
-> Der Wirehead wäre z.B. ein kompetenterer Fachmann zum Thema Shocked

Glück auf
Micha2
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Wirehead



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germany1.gif
Verfasst am: 13/12/2011, 12:20  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zum Gleichrichter, es lohnt sich da bei den Strömen schon fast einen aktiven Gleichrichter mit Mosfets zu bauen. Allerdings ist der Bauteil aufwand doch schon relativ groß. Es gibt zwar spezielle ICs die das meiste machen, aber die sind eher für Schaltnetzteile konzipiert.
Die Phasenanschnittsteuerung muss auf jedenfall für induktive Lasten geeignet sein. Was nicht funktioniert sind die einfachen Dimmerschaltungen mit Diac und Triac. Dabei gehen Halbwellen verloren.
Fertiggeräte die geeignet sind sind z.B. Lüfterregler für 230V Lüfter.

Wer den Dimmer selber bauen möchte kann sich mal U2008/2010 (Temic, Atmel), TCA785, SL440/SL441/SL443 (Plessey) ansehen. Die sind zwar obsolet aber ab und an noch zu haben. Besonders die 2 ICs von Atmel können auch mit induktiver Last gut umgehen. Der TCA785 mit etwas externer Beschaltung auch.
Wir Regeln damit z.B. 4kW Trafos für Microwellenbeheizung.

Edit: doch nicht alles obsolete  http://www.adronic.de/produkte/temic/phase/index.php

Alternativ: Man verwendet einen Stelltrafo, diese sind oft für wenig Geld in Ebay zu haben. Dort einen Trafo nachgeschaltet ergibt ebenso stufenlos regelbare Kleinspannung.
Gleichrichtung kann man dann einfach und verlustarm über parallale geschaltete Schottky Dioden machen.

Am Ende steht dann allerdings die Frage: Wird es ein Netzteil- oder Elektrolyseprojekt. Wink

Zu guter letzt: Bei jedem gebastel ist darauf zu achten das es kurzschlussfest wird und das es Trafos für Schutzkleinspannung sind.

Gruß
Torsten
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...enthält 72% des empfohlenen Tagesbedarfs an natürlichem Asbest.

Die Bitterkeit schlechter Qualität hält noch lange an, wenn die Süße des Preises längst verflogen ist...
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eule




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Verfasst am: 13/12/2011, 13:37  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

chrchr, kleiner menschenversuch erfolgreich: kaum holt man einen wochen älteren thread wieder raus, schon wird die diskussion wie unterbrechungslos fortgesetzt. hätte der thread noch bis anfang januar geschlummert, es hätte kaum einen/keinen unterschied gemacht.
ergo: wie schon weiter oben theoretisch erwogen - aus den augen -> aus dem sinn; kommt ein thread mal wieder unter die augen - schon gehts mit überwiegend tollen beiträgen weiter Wink

was das eigentliche thema angeht: was ist das ziel? ein trafo für eine professionelle elektrolyseanlage, mit der man 20k löffel zugleich versilbern oder vergolden kann? sind wirklich hunderte ampere vonnöten? ich würde jetzt glatt vermuten, für die mehrzahl der leser wäre statt einem phasenanschnittsgedimmten 1kWhalogentrafo ein baumarktdimmer-gedimmter 100Whalogentrafo alter bauart, also wirklich mit spulen und eisenkern und in plastik eingegossen, mit dem dimmer auf der netzseite und gleichrichter, volt-&amperemeter schaltung zur vorbeugung gegen kurzschluß sekundärseitig völlig ausreichend.

ich meine, es kann ein wirklich toller spaß sein, wenn ihr daraus nen elektrotechnischen feuchten traum aufbaut, aber das dürfte gerade die "kleinuser" etwas verunsichern.

sorry,

gruß,

die eule
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Micha2



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Verfasst am: 13/12/2011, 15:35  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

eule hat geschrieben:
was das eigentliche thema angeht: was ist das ziel? ein trafo für eine professionelle elektrolyseanlage, mit der man 20k löffel zugleich versilbern oder vergolden kann? sind wirklich hunderte ampere vonnöten? ich würde jetzt glatt vermuten, für die mehrzahl der leser wäre statt einem phasenanschnittsgedimmten 1kWhalogentrafo ein baumarktdimmer-gedimmter 100Whalogentrafo alter bauart, also wirklich mit spulen und eisenkern und in plastik eingegossen, mit dem dimmer auf der netzseite und gleichrichter, volt-&amperemeter schaltung zur vorbeugung gegen kurzschluß sekundärseitig völlig ausreichend.

Wo liegt denn das Problem?
Es gibt halt mal Leute, die sich gerne über die Verlustleistung von 100A-Dioden Gedanken machen - und es gibt eben User, die mit 0-6V bei 10A völlig zufrieden sind.
Wenn die letzteren User hier nach Hilfe/Lösung fragen, wird diese doch (in der Regel sehr zeitnah) geliefert!

Was das "eigentliche" Thema angeht:
Keine Ahnung wohin das noch führen soll Shocked
Hauptsache wir haben eine interessante Diskussion Cool

Glück auf
Micha2
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eule




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Verfasst am: 13/12/2011, 17:13  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

sorry, was als vorwurf rüberkam war nicht als solcher gemeint - erstaunen, nicht kritik - gepaart mit dem gedanken, daß diese "kleineren" anwendungen doch eigentlich für fast alles ausreichen.

bitte nicht übelnehmen

gruß,

die eule
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Doktor Klawonn




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Verfasst am: 13/12/2011, 17:57  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Für die meisten elektrochemischen Experimente nehme ich ein kleines Steckernetzteil mit wählbarer Gleichspannung. Das sind natürlich keine präparativen Arbeiten.
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 www.klawonn.de
 www.youtube.com/user/doktorklawonn
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Micha2



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Verfasst am: 14/12/2011, 00:21  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Wirehead hat geschrieben:
Zum Gleichrichter, es lohnt sich da bei den Strömen schon fast einen aktiven Gleichrichter mit Mosfets zu bauen. Allerdings ist der Bauteilaufwand doch schon relativ groß...

Auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen! Es muß ja nicht mal ein aktiver Gleichrichter sein:
Die Reversedioden von billigen Leistungsmosfets (z.b.: 60V/10A) parallel geschaltet...
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...und schon hat man einen verlustarmen Gleichrichter Cool
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Idealist




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Verfasst am: 17/2/2013, 17:21  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Zu dieser Themenjahr Sache:
Hab das grad alles so gelesen und nach kurzer Zeit versteht jemand der nichts von Elektronik versteht ausser ein Glühlämpchen an eine Batterie anzuschließen,überhaupt nichts mehr.Das ist irgendwie mehr eine Diskussion zwischen einzelnen Fachleuten geworden wenn von "Potis,Shunts,Elkos" und sowas geredet wird.
Vieleicht haben sich deshalb nicht soviele beteiligt.

Ich hab jedenfalls ne andere Idee:
Warum machen wir nicht einen VC-Channel mit Experimenten bei Youtube und erlauben Youtube Werbung in diesen Channel zu schalten,dann kriegt "VC" Geld für jede einzelnen Videoaufruf.Das Geld wird dann für einen Wettbewerb genutzt wo man ein schönen Preis gewinnen kann der zum Thema gehört.Der Preis könnte dann durch Abstimmen der User oder eine "Jury" vergeben werden.Nur sollte man schon drauf achten das nicht irgendein Vollprofi mit Superlabor dann ein Preis kriegt den er eigentlich nicht braucht,daher sollte man "Anfänger und Profi" Klasse machen und diese dann getrennt bewerten.

Also in meinem Channel hab ich leider keine Rechte an den Videos da ich eigentlich nur Playlisten aufstelle,wenn ich aber die Rechte hätte,würde ich mit 6,4 Millionen Aufrufen pro Jahr echt Geld verdienen,das sind mehrere Tausend Euro pro Jahr So ein Kanal kann wirklich geld bringen da könnte Hartmut alles mit bezahlen und es würden noch Preise und sowas möglich sein Wink
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"Hüten Sie sich vor Panikmache und davor, selbst in Panik zu geraten. Nutzen Sie das, was in letzter Zeit geschrieben wurde, um einmal zu überprüfen, was der Wahrheitsgehalt ist von dem, was in den Medien verbreitet wird. Hierbei meine ich auch die globalen Schreckensszenarien." - Professor der Chemie Rüdiger Blume
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Java-shake



Alter: 29
Hier seit: 26.04.2012
Beiträge: 115
Wohnort: Hamont-Achel (Limburg)
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Verfasst am: 6/4/2013, 20:47  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Du kann besser selbst ein Labornetzteil machen von eine alte PC. Kommerziellen Labornetzteilen sind nicht stark genug für Elektrolyse (I =<1 A) und nicht billig.

Auch 2 Graphitstäbe (Made in Germany) musst du haben.

Mein (PC-)Labornetzteil steht  hier beschrieben, aber ist nicht so einfach. Wink
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organicfan




Hier seit: 08.06.2010
Beiträge: 694

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Verfasst am: 6/4/2013, 21:33  Titel:   Antworten mit ZitatNach untenNach oben

@Idelist: Auch wenn die Idee ganz gut wäre, dass wir Videos hätten, welches schon einige wären, wenn jeder seine eigenen hochladen dürfte. Das gute an VC und was es auch von vielen anderen Foren unterscheidet ist, dass man absolut keine Werbung hier hat. Kein nerviges Wegklicken von Popups usw.
Ich kann VC einfach so geöffnet lassen ohne mir gedanken zu machen, dass sich eine Seite öffnet.
Und wenn Youtube hier Werbung macht, dann haben wir ganz schnell überall Banner und der Gleichen.
Aber eine YT Präsenz wär ganz gut. VC wär nur ein Gruppenname und jeder stelllt seine Versuche online und verlinkt die mit dem VC-Channel. Dann hat man dort eine große Anzahl an Versuchen und die einzellnen kleinen Channel kriegen auch ihre Klicks.
_________________
√-1 2³ Σ π .....and it was delicious !
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" Stickstoff ist sehr stabil und will sich nicht binden, ein Edelgas eben. " - Aus Adrian Dingle: Wie man aus 92 Elementen ein ganzes Universum macht
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Glaskocher




Hier seit: 02.05.2008
Beiträge: 1347
Wohnort: Leverkusen
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Verfasst am: 8/4/2013, 19:38  Titel:  You-Tube Channel von VC Antworten mit ZitatNach untenNach oben

@Idelist, @organicfan:

Eure Idee ist interessant! Nur befürchte ich, daß sie hier untergeht. Ein Verschieben oder Kopieren in einen eigenen Thread halte ich für sinnvoll.

Wenn ich @Idealist richtig verstehe, dann soll die Werbung nur im YT-Channel laufen und nirgendwo anders. Dort, wo eh Werbung erwartet wird sollte sie uns hier auf VC weniger schaden (als nutzen).
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