Entropie

Hier seit: 19.09.2005
Beiträge: 2996

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Obtainium hat geschrieben:
Zündeln und Brandstiftung sind zwei sehr verschiedene Paar Schuhe, das Wort "Brandstiftung" wirst Du in meinem Post nirgendwo finden.
Ich hatte das nur zur Klarstellung geschrieben, denn leider reden wir hier dank meiner etwas zu unpräzise
flapsigen Bezeichnung "Zündeln" komplett aneinander vorbei.
Es war bei dem ganzen Mini-Vorfall, soweit man davon überhaupt sprechen kann, überhaupt kein
Feuer oder eine Flamme zu sehen! Zu sehen war lediglich ein zartes kleines Rauchwölkchen, was
ungefähr so wirkte, als sässe da ein starker Raucher oder evtl. zwei starke Raucher (ggf. ein Pfeifenraucher)
auf einer Bank. Jedes Grillen verursacht zig-Mal mehr Qualm. Auf dieses Rauchwölkchen reagierte
die Polizei postwendend, als sei dort eine schwere gemeingefährliche Straftat anzunehmen oder
als sei Rauchen im Freien nun zum Verbrechenstatbestand gemacht worden.
Ich habe bisher im realen Leben weder in Deutschland noch im Ausland jemals erlebt, dass es
um so wenig Rauch so ein Theater gegeben hat wie ich überhaupt im realen Leben so ein
Theater mit irgendwelchen Leuten seitens der Polizei noch nicht beobachtet habe. So springt
die französische Polizei noch nichtmal mit mutmasslichen Drogendealern um.
Ich bin eigentlich der Meinung, dass es in Deutschland gerade genug reale Straftaten gibt, mit
denen sich die Polizei beschäftigen kann, als dass es noch nötig wäre, legales Handeln und
solche Petitessen in einer solchen Weise zu "bearbeiten".
Zitat:
"Zündeln" ist nach meiner Definition, wenn mit Feuer gespielt wird - z.B. wenn man dabei ein Blatt Papier zwischen den Fingern ansteckt und guckt, wie lange man es halten kann, wenn man mit dem Brennglas etwas Laub anzündet oder versucht, ein kleines Feuerchen mit dem Pulver aus dem Harzer Kracher zu machen.
Ich kann auch nur mutmassen, woher das zarte Rauchwölkchen kam. Ich dachte zuerst in der Tat,
dass dort ein starker Raucher sass. Im nächsten Moment sah ich auch schon den Polizeiwagen vorfahren
und das Schauspiel nahm seinen Lauf.
Zitat:
Der Sheriff hatte, Deiner Schilderung nach zu urteilen, nur das Rauchwölkchen gesehen und sofort reagiert. Daß er vielleicht überreagiert hat, mag sein - ich war nicht dabei und kann das nicht beurteilen.
Meiner Meinung nach hat der vollkommen überreagiert. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Der führte sich
fast auf, als hätte er einen Top-Mitarbeiter von Osama-Bin-Laden in flagranti erwischt.
Wenn man so ein Theater alleine bei jedem Grillen in Gärten oder jedem Zigarettenraucher
machen würde, würde niemand mehr grillen wollen. Dann würde sich die Frage stellen, ob jedes
Anzünden eines Grills oder einer Zigarette vorher der Polizei gemeldet werden müsste.
Zitat:
Allerdings entnehme ich ebenfalls Deiner Schilderung, daß sich das Rauchwölkchen (mit ca. 1m Durchmesser und 2,5m Länge gehts dann doch wohl eher schon in Richtung Rauchwolke) wohl sehr schnell entwickelt haben muß.
Ganz im Gegenteil: Das Rauchwölkchen wurde gar nicht mehr von der Quelle gespeist und zog durch einen
leichten Luftzug bewegt ganz langsam in ca. 1.5-2.0 m Höhe in Richtung des Bürgersteigs, über den ich gerade ging. Deshalb tippte ich zuerst auf einen starken Raucher. Schnell geschah dabei nichts. Das durchsichtige Wölkchen schwebte in der Luft.
Zitat:
Bei langsamem Abbrennen entsteht nämlich eine Rauchfahne oder von mir aus auch ein Rauchfähnchen, das nicht derart kompakt ist und deutliche Abgrenzungen hat.
Das aussehen deutete meiner Meinung nach darauf hin, dass dort etwas kurz Rauch entwickelt hat.
Der Geruch sprach für ein Gemisch mit Schwefel jedoch kein Schwarzpulver (meiner Meinung nach ein schwacher SO2-Geruch, kein H2S/Sulfidgeruch).
Zitat:
Also hat der Sheriff - wie Du im mit dem Zink-Schwefel-Gemisch übrigens auch - vermutlich angenommen, daß dort mit einer Art pyrotechnischer Mischung gezündelt wurde.
Daher ist mir die Reaktion völlig verständlich - hätte ja auch was andres sein können, irgendwelche Fundmunition oder so, von deren Resten noch ne Gefahr ausgehen könnte.
Es hätte beispielsweise eines der zahlreiche Klasse I Feuerwerkskörper für Kinder sein können. Wenn die
verbrennen, gibt es ähnlich viel (oder sogar deutlich mehr) Rauch. Die dürfen ganzjährig abgebrannt werden.
Insofern gibt es eigentlich keinen Grund, anstatt freundlich zu fragen, derart überzureagieren. Wie sollen
derartige Produkte sonst verwendet werden? Soll man jedesmal vorher bei der Polizei anrufen?
Diese Frage müsste man sich dann stellen, wenn das Verhalten der Beamten korrekt gewesen sein soll.
Dann würde eine gesetzliche Anzeigepflicht für Verwendung von Klasse I Feuerwerksspielwaren fehlen.
Die ist jedoch ausdrücklich in der 1. SprengV nicht vorgesehen und auch nicht versehentlich entfallen.
Zitat:
Denn es soll ja schon Kinder gegeben haben, die auf ehemaligen Truppenübungsplätzen "sammeln" gingen, das Pulver aus ner Granatpatrone rausgepfriemelt und angezündet haben (gibt übrigens schöne, blasse Rauchwölkchen), die Granate aber für den nächsten Spaziergänger daneben liegen ließen, weil sie mit dieser (Gott seis getrommelt und gepfiffen) nichts anfangen konnten
In dieser Gegend gibt es keinen Truppenübungsplatz. Es handelte sich um ein Wohngebiet mit einem Kinderspielplatz. Munition habe ich dort noch nie gesehen und dürfte es dort mangels Kampfhandlungen auch kaum geben und man wird diese bestimmt auch kaum auf einem seit über 40 Jahren
bestehenden, vor einigen Jahren renovierten Spielplatz noch heute herumliegen lassen.
Zitat:
Und die Reaktion der Pens ist mir auch verständlich - die wußten genau, daß sie was nicht ganz astreines angestellt hatten
Das ist in keiner Weise erwiesen und ich habe daran erhebliche Zweifel. Hätten die wirklich etwas
Verbotenes angestellt, dann wären die Folgen weitaus gravierender gewesen.
Zitat:
Also ich halte das für ein völlig normales Geschehen, wie es sie früher schon zigfach gab und wie es sie zukünftig noch zigfach geben wird.
Ich halte dieses Affentheater nicht mehr für normal und bin der Meinung, dass hier mal wieder
Vorgaben der Politik gefolgt wird.
Zitat:
Daß der Sheriff irgendwie besonder scharf oder mies drauf war, kann sein,
Das war ganz offensichtlich.
Zitat:
aber seine Waffe hat er ja wohl nicht gezogen und die "Verdächtigen" auch nicht "auf der Flucht" erschossen, oder?
Das wäre bei so kleinen Kindern der Gipfel.
Zitat:
Von daher bleibt die Aktion für mich völlig im Rahmen und ich versuche grade zu verstehen, warum Du da so ein Drama draus machst. Ich habe so den Verdacht, daß Du etwas übersensibilisiert bist , nach allem, was in puncto Gesetzesänderung (und vor allem Gesetzesbeugung) hier in diesem Lande so abgeht und in diese Aktion viel mehr hineininterpretierst, als sie in Wirkichkeit bedeutet.
Ich habe die Pläne und das Vorgehen der Behörden in Deutschland nach der P.A.-Kampagne
höchstwahrscheinlich am genausten verfolgt, und weiss dazu ein paar Dinge mehr als VCI und VCH.
Längst geht es den Bürokraten nämlich gar nicht mehr nur um Schutz vor Terroristen oder Schutz von
Jugendlichen vor Unfällen. Vielmehr ist die gesamte Lieferkette von den grossen Milliardenkonzernen
als Hersteller angefangen ins Visier überaus mistrauischer Beamter geraten, die keinem trauen
und überall Vorschriftenverstösse vermuten, wo keine sind.
Nachdem jüngst sogar Praktiken (in abgewandelter Form) angewendet werden, um neue Durchsuchungsopfer zu bekommen und den Chemikalienhandel noch mehr unter Druck zu setzen, die die Behörden selbst zuvor für illegal hielten, gibt das meiner Meinung nach zu denken.
Politik und Behörden sind stets sofort über jedes Stöckchen gesprungen, welches ihnen ein Bert W. hingehalten hat. Die Politiker haben regelrecht hysterisch reagiert, die Behörden witterten die Chance auf Machtausbau und neue Grundrechtsbeschneidungen bei Bürgern und haben das genutzt.
Wenn zu einer Zeit, wo Behörden gerade alle Apotheken im Land abklappern,
um mit diesem neuen Fahndungsplakat die Apothekerschaft ins Gebet zu nehmen, mehr Verdachtsanzeigen
zu stellen, nach Pressemeldungen, untere Polizeibehörden in einigen Bundesländern seien nun hinsichtlich
Chemikalien und Oxidationsverbrechen "sensibilisiert worden", um so ein Rauchwölkchen, das
durchaus der Zigarette oder Pfeife eines von Millionen Rauchern entstammen könnte, sofort so ein Theater gemacht wird, dann liegt der Verdacht nahe, dass hier ein Zusammenhang besteht.
Es stellt sich dann die Zusatzfrage, wie Kinder überhaupt noch solche Klasse I Feuerwerkskörper
verwenden sollen, um so einen Ärger und evtl. Ermittlungsverfahren zu vermeiden! Es stellt sich dann
ebenso die Frage, wie überhaupt noch chemische Experimente in Deutschland -sei es privat oder professionell-
in Deutschland durchgeführt werden können, wenn jede Reaktion, bei der minimale Mengen Rauch entsteht,
sofort zu einem derartigen Theater führt!
Wenn man dann noch die neusten Urteile der Justiz zu dem Thema sieht, wo Bürger für völlig
legales Handeln rechtskräftig verurteilt wurden, und das übrige Gewese um andere
Chemikalien hinzuaddiert, dann erkennt man, wie hier tausende von Bürgern grundlos überkriminalisiert
wurden, bloss damit die Politik einem Dummschwätzer ggf. Wind aus den Segeln nehmen kann. Alleine die
finanziellen Schäden liegen bei einigen Justizopfern im mittleren 5-stelligen Bereich, z.T. vielleicht sogar mit Folgeschäden im 6-7 stelligen Euro-Bereich.
Es ist doch eine Hexenjagd forte, die hier abläuft, momentan weit entfernt vom normalen Verhalten von Behörden in einem (freiheitlich!) demokratischen Rechtsstaat.
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Zuletzt bearbeitet von Entropie am 18/10/2011, 02:20, insgesamt einmal bearbeitet |
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